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Kapitel 3
Persönlicher Informationsagent (PIA)
3. Persönlicher Informationsagent (PIA)
3.1 Was ist
ein PIA?
Wie können wir nun beginnen den Schritt vom realen Knappen, Adjudanten
oder Butler zu einem virtuellen und elektronischen Assistenten zu vollziehen.
Der Schritt scheint sehr gross, ja fast zu gross. Die blosse Vorstellung
einem solchen "intelligenten" System gegenüber zu sitzen
lässt die Nackenhaare zu berge stehen und doch auch Raum für
eine Faszination etwas so neuem gegenüber. Eine Mischung aus Angst
und Neugier. Die vielleicht Grundlegendste Eigenschaft des Menschen, seine
Angst aus purer Neugier zu überwinden. Aber auch seine Ängste
in seiner Neugier bestätigt zu wissen. Der Gedanke des PIA ist nicht
neu, wie wir aus Kapitel 1.6 wissen, aber noch nie war der Weg so offen
wie heute, so gangbar.
Ein Gedanke den viele kennen. Ich aus eigener Erfahrung. Der erste Computer.
Dieses unbeschreibliche Gerät vor dem man voller Faszination sass
und eigentlich nicht wusste wie man mit ihm umzugehen hatte. In meinem
Falle ein Commodore VC 20 (Volkscomputer 20), mit einem 6502 Prozessor
der 1 MHz hatte. Das war 1981, als ich 8 Jahre alt war. Ich wusste mit
dem Gerät kaum etwas anzufangen als Spiele zu spielen. Space Invaders
ein Spiel das heute jeder kennt. Geladen von einer Datasette, einem Kasettenlaufwerk,
das eine Ewigkeit brauchte um das
Spiel zu laden. Meine Unkenntnis und Fremdheit diesem Gerät gegenüber
wurde durch meine Neugier und den Spieltrieb überwunden. Selbst das
ewige warten war kein Hinderniss. Kurze Zeit später, 1985, folgte
ein Schneider CPC 6128, mit einem Z80 Prezessor mit 4 MHz und 128 KB Speicher.
einem mehr als 25-fachen Speicher zum VC 20. Disketten statt Datasette.
Nur weitere 4 Jahre später der Apple 1/20. Ein Rechner mit 8 MHz
und einem Megabyte Speicher und einer grafischen Oberfläche. Eine
Explosion der Technik, die bis heute nicht geendet hat. Heute sitze ich
vor einem schicken Apple iBook mit der 128.000-fachen Speicherkapazität,
einem 800-fach schnelleren Prozessor und einer über 40-fach besseren
Bildschirmauflösung. Und dieser Computer stellt in keinster Weise
den Stand der Technik dar. Was aber die Grundaussage dieses Beispiels
ist: Die Entwicklung geht schnell aber nicht rasend schnell und Informationen
aus diesen alten Systemen sind verloren. Gnadenlos von einem darwinistischen
Technik-System dahingerafft. Sinnlose Daten auf alten, nichtmehr lesbaren
Datenträgern. Das iBook besitzt nicht einmal mehr ein Diskettenlaufwerk.
Daten und Informationen sind verloren, verschwunden, zu alt geworden.
Doch es gibt eine kleine Hoffnung. Alle Informationen waren im Grund ein
Text. Textliche kodierte Information, ob nun lesbar oder durch irgendwelche
Filter oder Algorithmen dekodierbar. Im Grunde sind sie alle textlicher
Natur. In Wahrheit binärer Form, aber letztendlich für uns sichtbar
textlich.
Text stellt also ein Format das das diese Zeit überdauert hat. Länger
exisitert als MHz oder Speicherkapazität. Nur die Datenträger
an sich haben sich verändert.
Es geht nicht darum jegliche Information aus alten Zeiten verfügbar
zu machen, aber wenigstens die wichtigen, relevanten oder interessanten.
Also eine Verfügbarkeit von älteren wichtigen oder unwichtigen
Informationen. Aber das Beispiel hat noch eine zweite viel tiefgreifendere
Bedeutung. Ich war Teil dieser technischen Entwicklung. Ich sass als 8-jähriger
vor einem Computer und habe meine Urangst vor diesem Gerät durch
Spiele und erste Versuche irgendetwas diesem unbekannten Gerät zu
entlocken überwunden.
Ein blosse Ausgabe eines Textes war damals eine Revolution, heute kann
man getrost darüber lächeln. Der Basic-Befehl: "Print:
"Hallo", gab das Wort "Hallo" an Bildschirm aus. Damals
der erste kleine Schritt in die Computer- und elektronische Informationsgesellschaft.
Heute blosse Banalität. Doch ich habe diesem Schritt erlebt, andere
nicht. Die Entwicklung eines PIA ist der Spiel mit der Grundangst der
Menschen aber auch mit ihrer Neugier.
Angst kann nur durch Vertrauen überwunden werden. Wie in Kapitel
1.7 angesprochen geht es nicht um den glässeren Menschen, sondern
um das Vertrauen das wir in uns selbst haben. Oder das Vertrauen das wir
als Schöpfer eines solchen System zulassen, das sich beim Nutzer
entwickelt. Diese Entwicklung kann nur zeitbasiert stattfinden. Jedem
Nutzer muss seine Zeit zugestanden werden, mit dieser neuen Form eines
Computers umzugehen. Schon an diesem ersten Punkt, der Inbetriebnahme
des Systems muss der Assistent in Aktion treten. Die ersten Informationen
über seinen Nutzer sammeln. Mehr noch ihm einem möglichst indviduellen
und spezifischen Einstieg in das System eröffnen. Aber auch an dieser
Stelle wird klar das ein Assistent, der noch so "intelligent"
und anpassungfähig sein kann, nichts zu leisten in der Lage ist was
sein Nutzer nicht leistet.
Setzen wir als Einsteig eine simple Grundkonfiguration vor raus. Die Selbsteinschätzung
des Nutzers in 3 Kategorien: Anfänger, Routiniert oder Experte. So
müssen wir damit rechnen, das sich viele Nutzer überschätzen
werden. Das viele Anfänger sich nicht trauen sich als Anfänger
zu bezeichnen, oder andere sich unbedingt als Experte sehen wollen, obwohl
sie es nicht sind.
Wir müssen auch bei der Entwicklung eines PIA mit einberechnen das
der Nutzer oft in seinem Verhalten an Selbstüberschätzung leiden
kann. Und trotzdem ist seine Einschätzung die erste Referenz die
ein System über uns gewinnt. Aber diese Referenz muss überprüft
werden. Der Assistent muss verifizieren ob diese Einschätzung des
Nutzers richtig war und gegebenen falls sein Verhalten anpassen. Es gilt
die Ausführung aus Kapitel 2.5:
- Ein Ziel formulieren
- Die Intention formulieren
- Eine Handlung spezifizieren
- Die Handlung ausführen
- Den Zustand danach wahrnehmen
- Den Zustand danach interpretieren
- Das Gesamtergebnis auswerten
- Schlüsse ziehen und Verhalten neu definieren
Dieser Ablauf stellt einen einzigen Schritt im Verhältnis zwischen
Nutzer und Assistent dar, der sich ständig wiederholt. Dieser Schritt
besteht grundlegend aus drei Teilen: Dem Ziel, der Handlung und der Überprüfung
des Ergebnisses und daraus folgend einem vierten Schritt der Neuordnung
des Verhaltens.
Die Frage die sich an dieser Stelle aber nun stellt ist wer die eigentliche
Macht in solch einem System besitzt, der Nutzer oder der Assistent. Meine
Antwort darauf, keiner von beiden. Der Assistent tut nichts aus Selbstgefälligkeit,
der Nutzer hat keinen Nutzen aus dem System ohne den Assistenten. Also
eine Coexistenz zweier Daseinsformen. Einer digitalen und einer bewussten.
Ein Knappe hätte niemals die Entscheidung seines Ritters angezweifelt,
auch wenn sie für ihn nicht verständlich war. Er war blosser
Funktionsträger, wie Computer heute. Der Adjudant hätte sicher
die Entscheidung seines Kombatanten auch nicht angezweifelt, aber ihm
sicher noch einen guten Ratschlag mit auf den Weg gegeben. Wie gut der
Ratschlag wirklich war, würde die daraufolgende Realität zeigen,
oder die Entscheidung des Kombatanten den Ratschlag zu beherzigen oder
nicht. Ähnlich dem Assistenten Clippy aus Microsoft Word (Vgl. Kapitel
2.5). Ein Butler hingegen hatte, im Idealfall, durchaus die Möglichkeit
mit einer Entscheidung seines Herrn nicht einverstanden zu sein, oder
anderer Meinung zu sein. Es lag aber an seinem Geschick wie er den Ratschlag
formulierte oder oder in welcher Situation er ihn anbrachte. Ein geschickter
Butler hatte durchaus die Möglichkeit auf seinen Herrn Einfluss zu
nehmen. Nicht in manipulativem Sinne sondern in einer durchaus dienenden
und assistierenden Funktion. Vielleicht wie der Assistent eines PIA.
Was soll dieser PIA den nun sein. Ein Diener das Ratschläge erteilt?
Ja und Nein. Er wird kein Herr sein, den er wird weder Intelligenz noch
Eigenverwantwortung besitzen, aber doch Kenntnis und Wissen über
seinen Nutzer und dessen Verhalten. Es wird eine assistierende Funktion
sein, die seinen Nutzen überzeugt, nicht durch Argumente oder Überzeugungen.
Dieser Assistent muss wertfrei Vorschläge unterbreiten und diese
durch den Erfolg beim Nutzer beweisen. Schlägt der Beweis fehlt,
muss der Assistent sein Verhalten neu organisieren. Der Nutzer darf in
seinem Verhalten beeinflusst werden, aber nicht manipuliert oder gesteuert.
Entscheidungen liegen alleine beim Nutzer. Der Assistent hat sein Verhalten
nach dem Wünschen und Interessen seines Nutzers zu richten, aber
er wird stehts Ratschläge erteilen (in einem Masse wie es dem jeweiligen
Nutzer angemessen ist) und Vorschläge unterbreiten. Diese kann er
dann je nach Nutzerverhalten verwerfen oder als Verhaltensmuster in sein
Repertoire aufnehmen.
Ein Butler kannte die Gewohnheiten seines Herrn morgens Kaffe zu trinken.
Welchen Kaffe, mit Milch und oder Zucker. Vielleicht sogar in welcher
Tasse, an welchem Ort, zu welcher Stunde. Aber es war auch Aufgabe des
Butlers neue Kaffesorten zu finden, eine neue Milch oder schlichtweg die
verschiedenen Parameter den aktuellen Gegebenheiten auszupassen. Der Butler
hat ich auf die Verhaltensweisen seines Herren einzustellen, aber auch
neue Verhaltensweisen auszuprobieren und diese zu untersuchen. Um einen
Entwicklung zu ermöglichen. Weiterentwicklung vielleicht das Wort
das prägend ist für unsere moderne Gesellschaft. Stillstand
schadet, doch blinder Fortschritt schadet ebenso. Also sollte der Assistent
den Nutzer mit auf einem sich kontinuierlich verändernden Weg nehmen.
So schnell der Nutzer kann oder möchte, oder es seinem Verhalten
angemessen ist. Der Assistent wird seinen Nutzer zu nichts zwingen, doch
Vorschläge unterbreiten und diese durchsetzen wenn sie sich als sinnvoll
erachtet haben.
Wie wird uns nun ein solcher Assistent gegenübertreten? Wie werden
die ersten Schritte aussehen? Wie wird computervermittelte Kommunikation
mit einem Assistenten aussehen? Schritt für Schritt wollen wir uns
dem Thema weiter nähern. Was sind die weiterführenden Grundlagen
eines solchen Systems. Welche Aufgaben, Funktionen und Möglichkeiten
birgt solch ein System in sich? Wie werden wir kommunizieren oder publizieren?
Und wie wird so ein System schliesslich aussehen?
3.2 Grundlagen
Grundlage eines PIA ist die so genannte CMC (Computervermittelte Kommunikation).
Gerade der Umgang mit elektronischen Medien veranschaulicht uns, das sowohl
unsere Medien, wie unsere Sinnesorgane und unser zentrales Nervensystem
Wirklichkeitsgeneratoren sind. 1
Die Unterscheidung von Massenkommunikation zu individueller Kommunikation
wird fliessend. Auch unsere Wahrnehmung wird differenzierter und gerichteter.
Wir brauchen Informationen über den der Kommuniziert und dieser wiederum
für wen er kommuniziert. Das ergibt nun 3 Möglichkeiten die
sich herausarbeiten lassen:
1) ein Kommunikator wendet sich an ein disperses Publikum und erwartet
ein geringfügiges Feedback (vage Öffentlichkeit)
2) ein Kommunikator wendet sich an eine elektronische Gemeinschaft bzw.
ein Nutzerkollektiv und erwartet gegenseitige Bezugnahme, etwa in Cha-Groups
oder Diskussionsforen (gezielte Öffentlichkeit)
3) ein Kommunikator tritt [beispielsweise] per eMail mit (einem) anderen
in direkten Kontakt (computervermittelte, interpersonale private Kommunikation)
2
Also ist das Verhältnis zwischen Kommunikator und Rezipient nichtmehr
eindeutig bestimmbar. Das Beispiel verdeutlich zwar mögliche Kommunikationswege,
doch sind wir heute schon einige Schritte weiter. eMail ist bei weitem
nichtmehr das einzige direkte Kommunikationsmedium. Natürlich existiert
direkte Sprache aber auch Formen wie SMS, MMS oder Voice-over-IP, direkte
Sprache örtlich ungebunden über den PC. Eine Art des telefonierens,
aber über den Rechner, im Zweifel sogar mit Bild (Webcam). Die drei
angesprochenen Formen verdeutlichen mögliche Wege und Rezipientengruppen,
aber sie lassen viele weitere Möglichkeiten offen. Beispielsweise
die Umkehrung des erstes Prozesses, wenn der Kommunikator zwar kein Feedback
erwartet, aber trotzdem Informationen über seine Rezipienten erhält.
Es würde ihm die Möglichkeit geben gezielter zu kommunizieren.
Die traditionelle Form von Publizität geht verloren.
" Weil jede im Netz zugängliche Datei in den eigenen Produktionsprozess
einbezogen werden kann, schwindet das traditionelle Bild des Autors, der
alles aus sich selbst heraus erfinden muss. Der Rezipient ist nicht länger
angewiesen auf die Wort-für-Wort-Lektüre eines Textes. Er komponiert
den Gegenstand einer Rezeption durch aktive Auswahl und Nutzung vorgegebener
Verweise und Verknüpfungsmöglichkeiten (Links). Damit wird –
zumindest in Bereich der Hypertexte – Mediennutzung zu einem Prozess
kreativer Interaktion zwischen Autor, Nutzer und Medienangebot: Ein Sende-Autor
und ein Nutzer-Autor interagieren mittels gemeinsamer Arbeit an einem
Medienangebot" 3
Genau wie im Dringenberg-Modell (Kapitel 2.8) ist das Dreiecksverhältnis
zwischen Nutzer, Kommunikator und Information Grundlage dieses neuen Kommunikations-Prozess.
Die traditionelle Grenzen werden aufgeweicht, jede Information über
die jeweils andere Seite ist von Nutzen. Das Beispiel der Bundle-Angebote
von amazon.de (Kapitel 2.7) zeigt sehr eindrücklich wie nützlich
Informationen und Verhalten anderer Nutzer für mich sein kann. Die
Bandbreite von Interessen und Verhaltensweise mag zwar individuell sein,
aber deren Ausprägung findet sich doch innerhalb bestimmter Grenzen
auch bei anderen Nutzer wieder.
Doch wir wollen zurückkommen zu dem zentralen Punkt des Dringenberg-Modells.
Dem Moderator der zwischen den Nutzer, Kommunikator und Information steht.
Schliesslich unserem PIA oder dem Assistenten.
Wie bereits im vorigen Kapitel angesprochen sollte der Assistent nicht
plötzlich und vollkommen in unser digitales oder gar reales Leben
treten. Sondern langsam und bedächtig. Er sollte sich an uns, und
wir an ihn herantasten. Seine erste Form sollte ein kleines Tool sein.
Nichts was bisher gewohnte Programme oder Abläufe ersetzt, sondern
sich zwischen diese Abläufe schaltet. Von technischen Hintergründen
sehen wir zu diesem Zeitpunkt ab, diese werden später in Kapitel
3. 4 Ziel der Betrachtung sein.
Also wir arbeiten in unseren gewohnten Bahnen. Unsere klassischen Formen
der Kommunikation würden weder gestört noch unterbrochen. Spielen
wir ein mögliches Einführen des PIA in unser gewohntes Leben
durch.
Der PIA würde als Zusatztool zu unseren gewohnten Programmen "getarnt"
in unsere Alltag treten. Über eine Grundkonfiguration könnten
wir beispielsweise definieren ob wir im Umgang mit Computern ein Anfänger,
Forgeschrittener oder Experte sind. Wie im vorigen Kapitel erwähnt
müsste einer der ersten Schritte sein, diese Aussage zu überprüfen.
Aber nur im Hintergrund ohne weiteres zutun des Nutzers. Der Nutzer gibt
ihm weiter den Auftrag seine eMail-Kommunikation, das Adressbuch und Surfverhalten
sowie Bookmarks zu analysieren. Ausgehen davon der der Nutzer einen Apple
benutzt, würde der PIA nun die Programme "Mail", "Adressbuch"
und den Internetbrowser "Safari" überwachen.
In Relation dieser drei Programme, deren Nutzung und deren Inhalt würden
sich für den PIA eine ganze Reihe von Rückschlüssen ergeben.
Er könnte die Teils statisch auswerten wie beispielsweise die Häufigkeit
von eMails einer bestimmten Person im Adressbuch. Dieser Person, die häufig
mailt und der man häufig antwortet, eine hohe Priorität einräumen.
Weniger wichtigen Personen eine geringe Priorität zuordnen. Durch
die Mail eines unbekannten Absenders, also dem PIA unbekannt, weil er
nicht im Adressbuch steht, diesem Absender eine schwebende Priorität
zuordnen.
Nehmen wir an wir erhalten eine Mail von einem Veranstalter der uns zu
einem Konzert einlädt, weil wir Mitglied einer Verteilerliste (Newsletter)
des Absenders sind. Diese Mail enthält zusätzlich Links, nehmen
wir an zum Veranstaltungskalender und zur Kartenreservierung. Der Nutzer
klickt diese Links an und verweilt eine gewisse Zeit auf der Internetseite.
Vielleicht länger als der PIA es bisher von seinem Nutzer gewohnt
ist. Der PIA könnte nun darauf schliessen das es sich hier um eine
interessante Information handelt. Und somit selbst tätig werden.
Nehmen wir an der PIA tritt nun in den Vordergrund und konfrontiert den
Nutzer mit dieser Information. Das es sein könnte das er sich für
dieses Angebot interessiert und weitere Schritte einleiten möchte.
Sprich der PIA kümmert sich um diesen Sachverhalt. Die blosse Frage
ob es sich hier um eine für den Nutzer wichtige Information handelt
würde im ersten Schritt reichen. Jeweils ein Ja oder Nein wäre
eine wichtige Information für den PIA. Diesen Vorgang entweder weiter
zu verfolgen oder ihn fallen zu lassen.
Nehmen wir an der Nutzer bejaht und besucht kurze Zeit später wieder
diese Seite und bestellt Karten für eine bestimmtes Konzert. Wiederum
erhält der Nutzer eine eMail zur Bestätigung der Bestellung,
vom gleichen oder einem ähnlichem Absender. Die Absender können
auch der Webseite zugeordnet werden wenn der PIA untersucht welche eMail-Adressen
sich auf der betreffenden Webseite befinden und sie somit diesem Absender
zuordnet. In der eMail könnte beispielsweise auch ein Datum stehen,
das über seine Formatierung (TT.MM.JJJJ) zu erkennen ist und die
Uhrzeit (Stunde:Minuten[Leerzeichen]Uhr). Somit kann er also sogar einen
Zeitpunkt der Veranstaltung herausfinden. Nach der Veranstaltung könnte
er nun dem Nutzer anbieten weitere Informationen zu beschaffen. Einen
Absender im Adressbuch anzulegen, vielleicht sogar eine Kategorie im Adressbuch,
die zugehörige Internetadresse einzupflegen, oder sogar die Seite
mit den Veranstaltungen in regelmässigen durchsuchen und sie dem
Nutzer anzubieten. Also eine Verknüpfung von bewussten von Nutzer
ausgehende Informationen, seinem Verhalten, der Beantwortung von Fragen
und im Idealfall sogar von Daten und Fakten die sich eindeutig bestimmen
lassen, wie die Daten des Konzerts. Zugegebener massen handelt es sich
hier um einen schon sehr komplexen Vorgang, der einige Grundbedingungen
erfüllen muss, damit er so reibungslos abläuft. Aber er ist
möglich.
Ein weit einfacheres Beispiel. Nehmen wir an der Nutzer sieht einmal pro
Woche mehrere Seiten an bei welchen es um Fussball und Formel 1 geht.
Der PIA könnte nun annehmen das es sich hierbei um ein Interesse
des Nutzers handelt. Webseiten wie www.kicker.de, der Sportteil der sueddeutschen.de
und die Seite www.formel1.de sind eindeutig diesem Themenkreis zugeordnet.
Der PIA würde als annehmen sein Nutzer interessiert sich für
diese Themen und ihnen eine Bedeutung beimessen. Irgendwann würde
er den Nutzer mit dieser Information konfrontieren. Der Nutzer aber würde
das Interesse daran verneinen. Weil er sich beispielsweise nur informiert
um am darauf folgenden Montag sich mit seinen Kollegen darüber unterhalten
zu können. Aber kein wirkliches Interesse daran haben. Die Antwort
für den PIA wäre schlicht weg "Nein – Kein Interesse".
Somit müsste der PIA diese Entscheidung akzeptieren. Das klingt nun
schon sehr menschlich, was das Verhalten des PIA angeht. Aber damit ist
eigentlich gemeint, das der PIA auch ein Verhalten akzeptieren muss, das
für ihn nicht logisch ist. Er stellt nun eine Relation zwischen dem
Verhalten seines Nutzers und seiner Antwort her. Das Besuchen von Sport-,
Fussball- und Formel1-Seiten ist Teil des Verhaltens meines Nutzers aber
es stellt kein Interesse des Nutzers dar. Solange sich also beim Verhalten
des Nutzers, beispielsweise der Verlängerung der Verweildauer auf
solchen Seiten von 20 Minuten auf 2 Stunden, nichts ändert, wird
der PIA diesem Verhalten keine weitere Bedeutung zumessen. Sie somit ignorieren.
Wenn wir uns jetzt von diesen konkreten Beispielen lösen und nur
die 3 Informationsträger Mail, Adressbuch und Internetbrowser betrachten,
können wir hier schon sehr viele Relationen oder Schnittmengen skizzieren.
Das Verhältnis zwischen Mail und Browser, oder Mail und Adressbuch,
oder allen Dreien. Übergeordnet immer das Verhalten und vor allem
die Entscheidung des Nutzers.
Noch ein weiteres simples Beispiel. Der PIA registriert im Adressbuch
200 Nutzer mit Mail-Adresse. Von diesen 200 Kontakten klassifiziert er
40 als regelmässige, 100 als gelegentliche und 60 als "tote"
Kontakte. Die Mailbox des Nutzers würde dem PIA diese Information
liefern. Innerhalb von einer Relation von eingegangenen und gesendeten
Mails und deren Alter und Häufigkeit. Somit könnte der PIA dem
Nutzer vorschlagen auf diese Weise sein Adressbuch zu kategorisieren.
Dem Nutzer wird diese Veränderung vorgeschlagen und gleichzeitig
durchgeführt. Aber unter der Bedingung das sie jederzeit wieder rückgängig
zu machen ist. Nach geraumer Zeit oder einer bestimmten Nutzung. Nehmen
wir an nach 100 aufrufen des Abdressbuches, fragt der PIA erneut ob der
Nutzer mit dieser Veränderung zufrieden ist.
Falls ja, wird der PIA im weiteren diese Kategorien weiterführen
und die Kontakte in dieser Weise ordnen. Dabei ist ein Kontakt der vor
kurzem noch "tot" war und plötzlich wieder vermehrt auftaucht
nicht fest in seiner Kategorie verankert, sondern kann sich verändern.
Er wird nach einer bestimmten Zeit und Häufigkeit seines Auftretens
der Kategorie "regelmässige" zugeordnet. Ein anderer Kontakt
würde vielleicht in die Kategorie "gelegentliche" fallen.
Nehmen wir an der Nutzer würde nach diesem neuen wieder aktuellen
Kontakt suchen, der gerade in die Kategorie "regelmässige"
gerutscht ist. Wäre es dabei abwägig zu behaupten das der Nutzer
auch in dieser Kategorie suchen würde, weil sie seinen wirklichen
Verhalten und Erwartungen entspricht. Und selbst wenn nicht, dann könnte
er selbst einen Kontakt in diese Kategorie verschieben. Dieses Beispiel
zeigt anschaulich das auch ein automatisches Verhalten des PIA auf die
korrekte Verhaltensweise des Nutzers stossen kann. Aber das muss nicht
zwingend der Fall sein, den grundsätzlich sollte dem Nutzer das Verhalten
des PIA und daraus resultierende Veränderungen stets transparent
gemacht werden. Der Nutzer muss wissen welche Funktionen und auf welche
Weise der PIA übernimmt.
Wir sehen das sich selbst bei diesem einfachen Beispielen eine ganze Welt
von Abfrage-Prozessen auftut und von Seiten des PIA, dieser auf sehr viele
unterschiedliche Situationen und Verhaltensweisen vorbereitet sein muss.
Da die Einführung des PIA aber ein stetiger Prozess sein sollte.
Kann auch die Funktionalität mit dem Nutzer wachsen. Aber was deutlich
wird, es muss eine neue Sprache zwischen PIA und Nutzer geschaffen werden.
Ein ganzes Repertoire an Fragen und möglichen Antworten. Doch bevor
wir weiter auf dieses Phänomen des Frage-Antwort-Verhaltens zwischen
Nutzer und PIA eingehen, gehen wir noch einmal einen Schritt zurück,
zu der möglichen medialen Nutzung eines PIA.
Der PIA in unserem Beispiel hat begonnen 3 mediale Formen zu untersuchen:
Mail, Adressbuch und Internet. Das Auge des PIA könnte aber auf jegliche
mediale Bereiche ausgeweitet werden. Sei es nun SMS, Fernsehnachrichten,
Briefe in einem Textverarbeitungsprogramm oder der Tageszeitung und noch
vielen weiteren bekannten oder heute noch unbekannten Kommunikationsformen.
Selbst gesprochene Sprache. All diese Kommunikation basiert auf Text.
Selbst Fernsehnachrichten sind textlich vorhanden, als Sprechertext auf
dem Blatt Papier vor ihm, oder als 1:1 Übertragung der Nachrichten
auf eine Internetseite. Sprache kann ohne weiteres vertextlicht werden.
Irgendwie gibt es jede Information als digitalen Text, der PIA muss nur
Zugang zu ihm haben. Selbst ein Gespräch könnte automatisch
über ein Diktiergerät digital erkannt werden und in Text umgewandelt
werden, wenn wir irgendwann funktionierende Spracherkennungswerkzeuge
besitzen. Letztlicht biete beispielsweise selbst der Radiosender SWR 2
seine Sprachbeträge als digitale Texte im Internet an. Wir können
also davon ausgehen das fast alle Informationen als Text zur Verfügung
stehen oder in Text umgewandelt werden können. Dabei werden aber
Bilder, Illustrationen und Animationen oder Filme in einem ersten Schritt
ausgeklammert. Der PIA würde als Schritt für Schritt seine Informationsgewinnung
ausdehnen auf alle denkbaren Medienkanäle die zur Verfügung
stehen oder benutzt werden. Grundlage einer umfassenden Informationsgewinnung
für und über den Nutzer.
3.3 Aufgaben
Der PIA sammelt also Informationen über den Nutzer. Aber nicht aus
Selbstzweck sondern um diese Informationen für den Nutzer einzusetzen.
Das heisst das offenbaren von privaten oder umfangreichen Informationen
über seine eigene Person, nützt also der Person selbst. Per
PIA ist nur so vertrauenswürdig wie die Person sich und seinen Handlungen
selbst vertraut. Solange das Vertrauen nicht von Seiten des PIA enttäuscht
wird. Das Vertrauen ist also eine der grossen Hürden im Umgang mit
einem PIA. Aber Vertrauen erzeugt sich auch durch Nutzen. Wenn der Nutzer
erkennt welch Vorteile der Umgang mit einem PIA eröffnen, erzeugt
das wiederum Vertrauen in den elektronischen und virtuellen Partner. Also
das Mischverhältnis zwischen Vertrauen aufbauen und dem letztendlichen
Nutzen ist einer der Kernpunkte für die Entwicklung eines PIA.
Warum das Vertrauen so wichtig ist zeigt ein Überblick, über
das was der PIA alles leisten sollte. Den der PIA, so fern er ist erste
Stufe seiner Einführung erfolgreich hinter sich gebracht hat, wird
nun beginnen seine Aufmerksamkeit auf alle verfügbaren Medienkanäle
auszuweiten. Ziel ist es jegliche Form von Kommunikation in den Kreis
seiner Beobachtung zu überführen, zu nutzen und in geeignetem
Masse an den Nutzer zurückzugeben. Dabei kann man die Möglichkeiten
einen Medienkanal zu nutzen in 3 Kategorien aufteilen:
1) Mediengerechte Kanäle
Medien die den selben Ursprung haben wie der PIA selbst. Vereinfacht digitaler
Natur sind. Also ohne grössere Vorgänge von Umwandlung überwacht
und verarbeitet werden können.
2) Medienähnliche Kanäle
Medien die grundlegend Artfremd sind, die aber in verarbeitbarer Weise
vorliegen. Nur ihre natürliche ist oder kann artfremd sein (Beispiele
wie Fernsehen oder Radio), aber es liegen digitale "Protokolle"
der Kommunikation vor, die nur zugänglich gemacht werden müssen.
3) Medienfremde Kanäle
Medien die in einem artfremden Kanal vorliegen, wie gesprochene Sprache
oder analoge handschriftliche Briefe oder Notizen. Diese Kanäle müssen
durch mehr oder weniger aufwendige Verfahren erst in eine zu verarbeitende
Form gebracht werden.
Eine weitere Kategorie wären die schon erwähnten Bilder, Illustrationen
oder Filme sowie Animationen. Diese würden eine Sonderstellung einnehmen,
da sie entweder additiv zu Text stehen, also in einem ergänzenden,
verdeutlichenden oder konträren Verhältnis, oder auch gänzlich
für sich alleine stehen.
Aufgabe des PIA ist es so viele wie möglich dieser Kanäle zu
überwachen. Überwachen klingt an dieser Stelle sehr negativ,
doch verbirgt sich dahinter der einfache Gedanke des Vertrauens. Informationen
über den Nutzer für den Nutzer und das bisher alles in der in
sich geschlossenen Endo-Welt des Nutzers.
So kann der PIA auch die Fernsehgewohnheiten seines Nutzers über
eine Schnittstelle zum Fernsehgerät überwachen. Mit dem Fernsehprogramm,
das leicht digital über das Internet verfügbar ist, abgleichen
und so weitere Schüsse auf die Interessen seines Nutzers ziehen.
Mehr und mehr dehnt sich der PIA auf alle Kommunikationskanäle und
Endgeräte die der Nutzer verwendet aus. Handy, Telefon, Fernsehen
und Radio können überwacht, protokoliert und ausgewertet werden.
Nützliches in Interaktion mit dem Nutzer herausgefunden werden, unnützen
verworfen und gelöscht werden.
Daraus ergibt sich aber die wahrscheinlich wichtigste Funktion des PIA.
Das verwalten, strukturieren und aufbereiten von Information. Und zwar
auf lange Frist nicht die Information wie sie einst in den Medienkanälen
vorgefunden wurden, sonder eine eigene Informationsaufbereitung des PIA.
Eine nur für den Nutzer erstelle Informationsrepräsentation.
Erstellt aus verschiedenen Quellen, aus verschiedenen Kanälen, aus
verschiedenen Zeiten und sogar Epochen. Aber komponiert zu einer aktuellen,
nutzerspezifischen Information. Flankierend dazu aber die Daten über
Herkunft, Alter, Autor oder Querverweise der Ursprungsquelle.
Wir haben es also mit zwei Arten von Information zu tun. Dem Original
und der Neukomposition im PIA. Dieser Unterschied muss deutlich gemacht
werden. Original und Repräsentation codiert werden. Der Nutzer wird
seiner persönlichen, individuellen und sogar einzigartigen Information
gegenübersitzen. Das was vor Jahren als personalisierte Zeitung gefordert
wurde. Aber er hat jederzeit die Möglichkeit auf die Quellen zuzugreifen
oder Information über Herkunft und Autor zu bekommen.
Also müssen wir zwei Faktoren unterscheiden. Die echte Quelle der
Information und deren rehkombinierte Präsentation im PIA. Dieser
Sachverhalt muss dem Nutzer deutlich gemacht werden.
Nicht nur die Darstellung und Präsentation von Information muss neuen
Gesetzen gehorchen, sondern auch deren Strukturierung. Ein Dateimanager,
mit mehr oder weniger konkreten Namen für Dateien und einer Endung
welche die Datei einem Programm zu ordnet wird nicht mehr ausreichen.
Ein Beispiel dafür wären MP3-Dateien. Diese Audio-Dateien tragen
noch weit mehr Informationen in sich, als die reine Tonspur. Sie beinhalten
unter anderem Daten zur Qualität, Erstell- und Änderungsdatum
der Datei, sowie eine inhaltliche Klassifikation, durch Name, Interpret,
Album, Gruppierung, Komponist, Musikrichtung, sowie Informationen über
die CD von der sie stammt, wie Jahr, Titelnummer und CD-Nummer. Also eine
artspezifische Grundinformation, die dieser Datei beiliegt und somit weitere
Rückschlüsse zulässt. Beispielsweise das suchen nach weiteren
Liedern des gleichen Komponisten oder der gleichen Musikrichtung. Diese
Informationen werde auch in einem MP3-Player wie iTunes von Apple angezeigt.
Nicht nur der blosse Dateiname. Beispielsweise über die eindeutige
CD-Nummer kann ein einzelnes Lied einem übergeordneten Werk, einer
ganzen Musik-CD zugeordnet werden.
Das Beispiel MP3 verfügt über eine weltweite standardisierte
Verschlagwortung. Die Grundinformationen die ein MP3 besitzt sind vorgegeben
und die meisten grossen Musikverlage halten sich daran oder haben eine
Übereinkunft wie diese Informationsfelder auszufüllen sind.
Also eine bestimmende Einheit, nennen wir es ein Gremium hat darüber
bestimmt wie diese Verschlagwortung aussieht. Aber dabei stossen wir an
eine Grenze solcher Übereinkünfte. Jeder kann irgendein Lied
aufnahmen, es in ein MP3 konvertieren und online zu Verfügung stellen,
also publizieren. Und dabei ohne jegliches Wissen diese Informationsfelder
ausfüllen, wie es ihm gerade behagt. Dieser Komponist würde
sich also nicht an die Übereinkunft halten. Die Kategorien sind festgeschrieben,
aber der Inhalt ist für jeden frei wählbar. Dieser Komponist
hält sich nicht an die Konvention, sondern es ist seine Person mit
seinem Wissen und seinen Erfahrungen die diese Felder ausfüllt. Somit
wäre der Inhalt das Abbild seiner individuellen Person. Beispielsweise
könnte er ein Genre generieren das bis dato noch nicht existiert.
Ohne Wissen von Publizität ist es schwierig zu publizieren. Ein Moment
von der PIA in Aktion treten könnte, um seinen Nutzer darauf hinzuweisen,
das es für diese Art der Verschlagwortung eine Konvention gibt. Also
eine Funktion, die das Verhalten von Anderen mit dem Verhalten des Nutzers
abgleicht und ihm dadurch die Möglichkeit für eine verbesserte
Publikation seiner Inhalte (in diesem Fall eines Liedes) zu helfen.
Ein weiteres ähnliches Beispiel stellen die Meta-Tags in HTML-Code
(Hytertext Markup Language) von Webseiten dar. Auch hier gibt es übergeordnete
Kategorien, wie beispielsweise den Titel der Seite, Sprache der Seite,
Autor, Publizist, Urheberrechte, Inhalt der durch Suchworte beschrieben
wird, eine Seitenbeschreibung, Zielgruppe und weitere. Ohne wissen über
Funktionen und Verhaltensweisen von Suchmaschinen ist es schlicht weg
unmöglich richtige Meta-Tags zu erzeugen. Es gibt aber eine Menge
von Hilfsprogrammen die den Nutzer dabei unterstützen. Sogenannte
Meta-Tag-Generatoren, wie beispielsweise webmasterplan.de. Diese Schlagworte
einer Webseite dienen den Suchmaschinen eine Webseite möglichst optimal
und dem Inhalt entsprechend auslesen und einsortieren zu können.
So fern der Erschaffer der Seite in der Lage war diese Meta-Tags richtige
zu erzeugen. Das Beispiel eines Meta-Tags sieht so aus:
<TITLE>arbeiten und leben
des designers andreas ingerl</TITLE>
<META CONTENT=de NAME=language>
<META CONTENT="andreas ingerl" NAME=author>
<META CONTENT="andreas ingerl" NAME=publisher>
<META CONTENT="andreas ingerl" NAME=copyright>
<META CONTENT="Arbeiten, Biografie, design, Gestaltung, nonorm,
no-norm, Visuellen, Kommunikation, Neue, Medien, Portfolio, Person, Diplom,
Designer, Interaktion, mediengestaltung, webdesign, webdesigner, web-design"
NAME=keywords>
<META CONTENT="arbeiten und leben des designers andreas ingerl"
NAME=description>
<META CONTENT="Design, Kommunikation, eCommerce, Neue Medien"
NAME=page-topic>
<META CONTENT="Webseite, Information, Biografie, Lebenslauf"
NAME=page-type>
<META CONTENT="Alle, Experten, Fortgeschrittene, Profis"
NAME=audience>
<META CONTENT="INDEX, FOLLOW" NAME=robots>
<META HTTP-EQUIV="Content-Type" CONTENT="text/html;
charset=iso-8859-1">
Die Meta-Tags stellen für den Publizierenden die Möglichkeit
dar, seinen Nutzern, seien es nun Suchmaschinen oder PIAs, Informationen
zur Verfügung zu stellen, über welchen Inhalt diese Seite handelt
und für welche Zielgruppe sie gedacht ist. Wertvolle Informationen
die ein PIA nutzen müsste um diese Internetseite für seinen
Nutzer gezielter erfassen und "verstehen" zu können. Aber
die Qualität der Schlagworte und Informationen hängt von der
Qualität ab wie ein Autor publiziert.
Wir sehen uns als der Forderung gegenüber für jegliche Medieninhalte
solche Schlagworte oder Kategorien einzuführen und diese möglichst
eindeutig zu verschlagworten. Um somit einem PIA die Möglichkeit
zu eröffnen diesen Inhalt auch gezielt verarbeiten zu können
und weitere Informationen als den blossen Inhalt zur Verfügung zu
stellen. Wir sehen uns also der Problematik gegenüber eine neue Sprache
zwischen Nutzer und Assistent erarbeiten zu müssen, wie bereits in
Kapitel 1.0 erwähnt. Wir müssen Prädikate für verschiedenste
Inhalt finden, Kategorien um übergeordnete Strukturen zu schaffen
und Schlagwortkataloge für verschiedenste Erscheinungsformen von
Medien erstellen und das alles noch mit dem natürlichen Schlagwortkatalog
unseres Nutzers vergleichen. Eine Aufgabe die selbst eine solche oder
noch weit grössere Arbeit benötigen würde. Aber es wäre
eine Grundlage für die Schaffung eines PIA.
Nun noch ein Ausflug und einige Gedanken zum Thema Sozialisation, Gesellschaft
und Demokratie durch PIAs. Man hört oft von einer sozialen Verarmung
durch Medien. Ob das nun der Realität entspricht oder nicht möchte
ich an dieser Stelle offen lassen. Aber auch darauf hinweisen welche Möglichkeiten
diese Medien heute schon offenbaren. Es ist durchaus Möglich mit
Menschen gleicher Interessen oder gleicher Vorlieben über diese digitalen
und unräumlichen Kommunikationskanäle in Verbindung zu treten.
Es ist nicht einfach, was wiederum oft ein Problem der Verschlagwortung
ist, aber es ist möglich.
"Heute lese ich elektronische Zeitungen, lese elektronische Briefe
und bewege mich durch ein unsichtbares Netz, kommuniziere und nehme Informationen
auf. Früher musste ich mich an irgendwelche Örtlichkeiten begeben
oder auf meine Informationsquellen warten, um mir dort das was ich wissen
wollte zu holen. Ich war bestimmt durch meine gesellschaftliche Stellung.
Der Ort oder das Medium definierten eine Erwartung in Bezug auf Selbst
darstellung durch Kleidung, Körpersprache, Redeweise und Verhalten,
sowie der Interaktion die ich auslösste. Alle öffentlichen Orte
haben ihre Schauspieler, Kostüme und Rollen. Doch ein weltweites
Netz definiert diese Eigenschaften neu. Es funktioniert nach eigenen Regeln,
die sich von den unserer analogen Gesellschaft stark unterscheiden. Das
Netz wird zu einer weltweiten Agora. (Agora: ein zentral gelegener, räumlich
erhöhter Ort in der griechischen Polis)" 4
Kein Beweis das so etwas existiert, aber ein Indiz das es Gemeinschaften
in einer neuen digitalen, sozial veränderten Basis geben könnte.
Eine neue Sozialisation unserer Gesellschaft mit neuen Problemen und neuen
Chancen. Sofern sie gleichberechtigt jedem zur Verfügung steht.
Grundvoraussetzung ist also unter anderem das jedem der Zugang zu dieser
Technologie verschafft wird. Ein im Grund einfach zu lösendes Problem.
Gedanklich zumindest. Das Beispiel des Telefons ist dabei ein sehr gutes
Beispiel. Vor der Privatisierung des Telefonmarktes war die Macht dieses
Mediums in Händen einer staatlichen Institution, der deutschen Post.
Dadurch entstand zwar ein Monopol aber auch die Möglichkeit sozial
gerecht jedem dieses Medium zu Verfügung zu stellen. Ein Telefon
musst nicht gekauft werden, sondern es wurde für 1 DM pro Monat gemietet.
Es war zwar ein Standardtelefon, aber es erfüllte seinen Dienst.
Genauso könnten wir es in Bezug auf den PIA handhaben. Wer nicht
die Möglichkeit hat sich selbst einen PIA zuzulegen, der würde
einen Mieten. Aber und das ist sowohl die Kritik als auch die Idee bei
diesem Gedanken, keinen neuen PIA, sondern alte ausgemusterte Rechner,
die zur Verschrottung und Entsorgung verdammt wären. Den vieles von
dem was in einem darwinistischen Technologiesystem, der Entwicklung zum
Opfer fällt, ist noch sehr gut tauglich zumindest Grundfunktionen
zu übernehmen. Also jemand der keinen Umfangreichen PIA benötigt,
würde ein kleiner PIA durchaus reichen. Ein Rechnersystem das sonst
nichtmehr nützlich wäre, könnte in diesem Fall gute Dienste
leisten. Nicht die Verschrottung von funktionierenden Geräten, sondern
deren Nutzung im Sinne der Fähigkeiten der Technik. Viele Anwender
wünschen sich nur einen kleinen PIA mit Grundlagenfunktionen und
diese könnten solche Rechner, die günstig gemietet werden können,
lange leisten. Oder das System kann jederzeit durch ein neueres leistungsfähigeres
ausgetauscht werden. Gesellschaftsschrott als Gesellschaftsgabe.
Und schliesslich Demokratie durch PIAs. Die lange geführte Diskussion
über Volksabstimmungen und nachlassenden Wahlbeteiligungen würde
durch diese Technologie verändert werden. Durch einen PIA wäre
es möglich direkt an Abstimmungen, Wahlen und meinungsbildenen Prozessen
teilzunehmen. Der PIA besitzt grundlegend die Funktion Demokratie in Wohnzimmer
zu bringen, Informationen gerecht und jedem zukommen zu lassen. Ohne grossen
Aufwand echte Vergleiche anzustellen und an Abstimmungen jederzeit und
an nahezu jedem Ort teilzuhaben. Ebenfalls ein Thema das viele Seiten
füllen könnte. Aber die Chance dazu besteht oder drängt
sich nahezu auf.
All diesen vorangegangenen Verhaltensmethoden gegenüber müsste
der PIA vorbereitet sein. Er müsste die jeweilige Sprache sprechen,
über die jeweiligen Informationen und Abläufe verfügen.
Der PIA muss ein offenes System sein, das durch Zusatzmodule nahezu beliebig
erweiterbar sein.
Aber um beliebige Prozesse abbilden zu können müssen Grundregeln
erarbeitet werden und das auf einer möglichst einfachen und rudimentären
Basis. Dabei kann man Handlungsweise in 4 Kategorien aufteilen:
1) absichtliches Tun (Handlung), führt zu erwartetem Ergebnis
2) absichtliches Tun (Handlung), führt zu unerwartetem Ergebnis
3) nicht-absichtliches Tun, führt zu erwartetem Ergebnis
4) nicht-absichtliches Tun, führt zu unerwartetem unerwünschtem
Ergebnis 5
Diese Beispiele zeigen auf, welches Ergebnis das Handeln eines Nutzers
nach sich ziehen können. In der Umkehrung welche Verhaltensmethoden
eines PIA zu welchem Ergebnis beim Nutzer führen können. Wir
müssen also dafür sorgen das beispielsweise Punkt 4 nicht erfüllt
wird. Denn das würde nicht der Erwartungshaltung den Nutzers entsprechen.
Neben der Sprache zwischen Nutzer, Information und Autor müsste es
also ebenso einen Katalog an Verhaltensweisen, die Resultat dieser Sprache
sind, geben, die ebenfalls zwischen allen drei Beteiligten gelten muss.
Eine Grundlage die er nun ermöglicht verschiedene Funktionen eines
PIA herauszuarbeiten.
3.4 Funktionen
Das heutige und gewohnte Arbeiten mit einem Computer ist geprägt
von verschiedenen, ineinander verwobenen Arbeitsabläufen, die in
einer bestimmten oder unbestimmten Reihenfolge abgearbeitet werden müssen.
Um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen sind oft viele Schritte nötig.
Oft sind viele dieser Schritte reine Routineabläufe die sehr häufig
auftreten. Es gibt erste Ansätze solche Abläufe zu vereinfachen
oder Regeln für diese zu definieren. Ein Beispiel dafür wären
CSS (Cascading Stylesheets) im Webdesign bzw. HTML. Mittels dieser Textdatei
werden für ein ganzes Dokument oder eine gesamte Webseite die Schriftform
definiert. Sowohl Schriftgrösse, Art, Auszeichnungsarten, Highlight-Verhalten
und vieles mehr. Die im CSS eingepflegten Informationen müssen nun
nichtmehr einzeln jeder Seite, oder jedem Dokument, zugeordnet werden,
sondern die Seite erhält einen Verweis auf diese zentrale Datei und
benutzt deren Informationen und Angaben.
Ein weiteres Beispiel ist Adobe Photoshop. Ein Programm zur Bildbearbeitung,
dass sehr viele unterschiedliche Manipulationsmöglichkeiten von digitalen
Bildern besitzt. Filter oder Gradationskurven, Farbmanipulation oder Weich-
bzw. Scharfzeichnen und viele weitere. Aber meist erzielt man nur das
gewünschte Ergebnis wenn man wenn man mehrere der Funktionen hintereinander
benutzt. Um solch wiederkehrende Abläufe speichern und somit immer
wieder abrufen zu können besitzt Photoshop sogenannte Aktionen.
Der Standardablauf für das einfache Verbessern von Digitalfotos wäre
beispielsweise:
- Bild öffnen
- Automatische Tonwertkorrektur
- Automatische Farbkorrektur
- Filter: Scharfzeichnen
- Scharfzeichnen verblassen 50%
- Dokument Speichern (Gleicher Dateiname, JPG volle Qualität)
- Dokument schliessen
Ein Ablauf der aus sieben einzelnen Schritten besteht, aber nur aus Funktionen
die keinen Eingriff benötigen oder genaue Einstellungen besitzen,
die man vorher schon kennt. Natürlich ist die Qualität besser
wenn man jeder einzelne Bild individuell bearbeiten würde, aber nehmen
wir an es handelt sich um eine sehr grosse Anzahl von Bildern. In Photoshop
würde ich diesen Ablauf nun einmal von Hand vornehmen und diesen
gleichzeitig in den Aktionen protokollieren oder speichern. Diese Aktion
könnte ich jetzt jederzeit wieder abrufen oder sogar auf einen ganzen
Dateiordner mit vielen einzelnen Bildern anwenden. Sogar über Nacht,
während ich nicht anwesende bin, könnte Photoshop nun diese
einmal von mir erzeugte Aktion auf meine gesamte Bilddatenbank anwenden.
Zusätzlich besitzt Photoshop innerhalb der Aktionen die Möglichkeit
einzelnen Einstellungsmenüs oder Dialogfelder anzuzeigen und auf
die Einstellungen oder Eingaben des Nutzers erst die Aktion weiterzuführen.
Die Aktionen im Photoshop helfen eine Massen von Abläufen und damit
wiederkehrende Klicks zu beschleunigen. Aber man benötigt Kenntnis
dieser Funktion und ihrer Anwendung. Und was noch bedeutender ist, nehmen
wir an wir benutzen oder erstellen eine Aktion die nicht dem entspricht
was wir von ihr erwarten, oder sind mit der Handhabung nicht völlig
vertraut und Photoshop verändert uns unwiederbringlich eine ganze
Menge Dokumente auf eine Weise wie wir es nicht gewünscht haben.
Der Nutzer hätte kein Vertrauen in diese Funktion und würde
sie schätzungsweise nichtmehr benutzen.
Kehren wir den Prozess um. Nicht der Nutzer erkennt den Sinn und kennt
die Funktion solcher Aktionen, sondern das System an sich, der PIA. Anhand
des Nutzerverhaltens und des Ergebnisses das bestimmte Abläufe in
gleicher oder sehr ähnlicher Form (beispielsweise vertauschter Reihenfolge)
wiederkehren. Könnte der PIA nun dem Nutzer eine solche Aktion vorschlagen.
Aber nicht nur das. Um Fehlfunktionen oder Fehlbedienung vorzubeugen,
würde der PIA diese Aktion in mehreren Schritten einführen.
Um den Nutzer mit dieser Aktion vertraut zu machen und das Vertrauen zu
dieser neuen Funktion aufzubauen. In einem ersten Schritt würde er
nur das Öffnen, Speicher und Schliessen des Dokuments automatisieren.
In einem weiteren die Bildbearbeitungsabläufe zusätzlich übernehmen.
Und dazu noch zwei Versionen anbieten, die alte, ursprünglich und
die neue, für den Fall das das Ergebnis nicht gewünscht wäre.
In einem dritten Schritt schliesslich anbieten auf alle neuen Bilder die
auf das System geladen werden, diesen Ablauf ohne überhaupt sichtbar
zu werden, anzuwenden. Immer aber mit der Option das unbearbeitete Original
verfügbar zu haben, falls der Nutzer mit dem automatischen Ergebnis
nicht zufrieden sein sollte. Und in einem letzten Schritt, könnte
der PIA sogar lernen um welche Quelle es sich bei den Bildern handelt.
Beispielsweise eine bestimmte Digitalkamera die immer die gleichen Verzerrungen
aufweist, die immer auf die gleiche Weise korrigiert werden kann. Die
könnte beispielsweise durch einen Filter des Herstellers der Kamera
oder eines anderen Nutzers geleistet werden. Das Beispiel von Aktionen
für wiederkehrende Abläufe, kann auf viele weitere Bereiche
des digitalen Lebens ausgedehnt werden. Nehmen wir an unser PIA weiss,
das wenn wir uns an unserem Rechner einloggen, das wir immer erst Mails
lesen und dann die Internetseite spiegel.de ansehen. Er könnte nach
dem Log-In automatisch das Mailprogramm öffnen und im Hintergrund
schon den Webbrowser öffnen und spiegel.de anzeigen, oder das ganze
in seiner eigenen Oberfläche zur Verfüfung stellen. Das ist
heute bereits alles Möglich, aber stets durch die Hintertüre.
Ich muss selbst diese Einstellungen vornehmen, oder wissen das es sie
überhaupt gibt. Ein PIA würde mit die Kenntnis von einzelnen
Funktionen zwar entziehen, aber mir das Ergebnis präsentieren, was
die Kenntnis über die Funktion und wo sie sich verbirgt nichtmehr
nötig macht.
Aus diesen Beispielen lassen sich einige Regeln für die Verhaltensweise
eines PIA herausarbeiten:
- automatische Abläufe müssen stets rückgängig zu
machen sein, damit dem Nutzer die Möglichkeit nicht verwehrt wird,
selbst in einen ungewünschten Ablauf einzugreifen
- Der PIA arbeitet funktionsorientiert, er kennt mögliche Funktionen
und deren Kombinationsmöglichkeiten. Der Nutzer ist ergebnisorientiert,
ihn interessiert das Ziel und dieses zu erreichen.
- In jeden Automatismus muss dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt
werden einzugreifen oder ihn zu verändern oder gar abzulehnen und
das zu jeder Zeit.
Eine weitere und vielleicht die wichtigste Funktion eines PIA oder auch
heutiger Computersysteme ist das speichern, verwalten und ordnen von Dokumenten.
Dabei sind heutige System darauf angewiesen über Dateinamen und Dateiendung
diese Dokumente zuzuordnen und sie in geeigneten Programmen anzuzeigen.
Entweder als Dateistruktur in Ordner- oder Dokumenten-Managern oder in
dem der Datei zugeordneten Programm. Ein PDF im Acrobat Reader beispielsweise.
Voriges Beispiel ist dabei sehr einfach, da eine eindeutige Zuordnung
von Programmart und Dokumentenart vorliegt, sofern man das Programm zur
Verfügung hat. Dabei gibt es auch heute schon Systeme die Vorschauen
der Dokumente anzeigen oder selbst der Inhalt durchsuchbar ist. Aber diese
Systeme stossen sehr schnell an ihre Grenzen. Doch oft mangelt es an der
Verfügbarkeit eines Programms zur Anzeige oder einer geeigneten Konvertierung.
Nehmen wir das Beispiel Webseiten. Der Microsoft Internet Explorer bietet
drei Möglichkeiten zum Download einer Webseite. Die erste Möglichkeit
ist ein Webarschiv, dabei packt der Explorer alle dafür nötigen
Dokumente (Originalseite, Bilder, CSS usw) in ein Dokument. Dieses Dokument
kann nur vom Explorer geöffnet werden, zeigt dann aber die Internetseite
korrekt, aber offline an. Ob eine neuere Version des Internetexplorers
aber dieses Archiv anzeigen kann ist fraglich. Die zweite Möglichkeit
ist der Download als HTML-Quelltext, vereinfacht die Originalseite in
ihrem ursprünglichen Code aber ohne weitere Dateien. Die führt
dazu das die Seite zwar wieder angezeigt werden kann, aber ohne Bilder
und zusätzliche enthaltene Elemente. Gerade mal dazu geeignet sie
als Webdesigner zu analysieren wie sie erstellt oder programmiert wurde.
Die dritte Möglichkeit ist schliesslich als Standart-Text. Diese
Methode speichert den auf der Interseite befindlichen Text in ein Textdokument,
welches von weiteren Programmen gelesen werden kann. Aber jegliche Formatierung
oder Gliederung geht dabei verloren und das Dokument enthält sinnlose
Zeichen welche die einstige Formatierung repräsentieren, aber nichts
weiter als lästiger Ballast sind. Das Apple Betriebssystem bietet
schliesslich noch eine vierte Möglichkeit an, die aber keine Funktion
des Explorers darstellt. Die Webseite als PDF zu speichern. Dabei wird
die Webseite schlicht in ein PDF umgewandelt.
Ein PIA müsste auch diesen Prozess der Speicherung und Analyse von
Dokumenten umkehren. Die Quelle, das Original müsste als Referenz
erhalten bleiben, aber die Inhalte würde in die Struktur und Umgebung
des PIA übertragen werden. Wie erwähnt als Referenz könnte
der PIA und somit der Nutzer immer auf das Original zurückgreifen,
es sich anzeigen lassen. Mit allen Fehlern, die das ursprüngliche
Programm, wie der Explorer, eingebaut hätte. Aber darüber hinaus
wäre der Inhalt in einem eigenem System des PIA gespeichert. Um dies
leisten zu können müsste der PIA über eine ganze Reihe
von Konvertierungsmodulen verfügen, die aber automatisch dem PIA
beiliegen könnte, oder ständig automatisch aktualisiert werden.
Der PIA würde aber Inhalte, sagen wir Text und verknüpfte Bilder
in sein System übernehmen, es einheitlich darstellbar machen und
durchsubar, sowie referenzierbar machen. Der Inhalt würde sich so
seiner ursprünglichen Form entheben und reiner Inhalt werden. Text
und verknüpftes Bild. Er könnte sowohl durch das Bild als auch
durch den Text gefunden und durchsucht werden. Er könnte in mehrere
Text aufgeteilt werden, Oder selbst teile daraus gelöscht, die von
keinem Interesse sind. Schlicht er könnte verändert und umstrukturiert
werden im Sinne des Nutzers oder durch den Nutzer und sein Interesse.
Er würde gefunden werden und er könnte mit anderen Inhalten
verknüpft werden. Fern ab seiner ursprünglichen Form. Im Hintergrund
aber das Original als Referenz. Inhalt ist somit nichtmehr Quellen- oder
Formgebunden, sondern wird blosser Inhalt des PIA. Information und Wissen.
Die Quelle dient nur noch als Echtheitsnachweiss und grundsätzliche
Referenz für den Inhalt. Der Inhalt selbst ist nun in einem offenen
und veränderlichen System und seine letztendliche Erscheinungsform
von Nutzer abhängig.
Über die Präsentation und Strukturierung von Inhalten in einem
PIA soll später im Kapitel 3.7 Design des PIA mehr gezeigt werden.
Sowohl durch theoretische Überlegungen als auch durch visuelle Beispiele.
Aber an dieser Stelle sei schon angemerkt das dieses einzelne Thema ebenfalls
den Umfang einer ganzen Arbeit dieser Art beanspruchen könnte.
Aber wir sind an einem weiteren Punkt angelangt. Wenn ein Dokument seiner
ursprünglichen Form enthoben wird. Wenn Das Original nur als Quellenverweis
und Referenz dient. Dann haben wir die Möglichkeit mit diesem Inhalt
völlig neu umzugehen. Wir können ihn formatieren wie wir es
wollen, oder wie wir es unserem PIA vorgegeben haben. Wir können
ihn in mehrere Teile "zerreissen", Kommentare hinzufügen
oder völlig neu kombinieren. Vor allem können wir ihn mit anderen
Dokumenten kombinieren oder zumindest verknüpfen, also in Relation
setzen. Nehmen wir als Quelle eine Internetseite, so kann diese Links
zu anderen Seiten beinhaltet haben. Wir können aber nun entscheiden
welche Links wirklich, für uns, sinnvoll sind oder nicht. Sinnvolle
behalten, weiterverfolgen und gegebenenfalls ebenso speichern und verändern
oder auch unnötige Links löschen. Wir können diesen neuen
Inhalt mit alten oder anderen Inhalten verknüpfen, oder der PIA macht
das für uns. Wir stellen entweder automatisch oder selbst Relationen
her. Anhand von Interesse, Ergänzung oder Co-Existenz zweier Inhalte.
Wir können diesen Inhalt beliebig verändern oder kürzen.
Wir können Fussnoten direkt im Text oder ausserhalb des Textes anzeigen
lassen. Wir können den Text mit meinem digitalen Fremdwörter
Lexikon verbinden um uns Fremdwörter erklären und anzeigen zu
lassen. Oder dieser Gedanke weiterverfolgt, nicht ein Fremdwörter
Lexikon, sondern unser Fremdwörter Lexikon, das weiss welche Worte
wir beherrschen und welche nicht. Gespeichert auf unserem individuellen
PIA. Selbst ein scheinbar statisches Werk, wenn man von zyklischen Ergänzungen
absieht, wie ein Fremdwörter Lexikon, das nichtmehr statisch sondern
individuell wird. Mein persönliches Lexikon, das weiss welche Worte
es mir anzeigen soll und auf welche es verzichten kann. Aber das Bedeutendste
an diesem Prozess ist die Neuordnung und Neustrukturierung von Inhalten
und die Relation zu anderen Inhalten. Eine aktuelle Nachrichtenmeldung,
die in einem für mich interessanten Themenbereich liegt und mir eines
morgens von meinem PIA präsentiert wird. Diese Meldung kann eine
ganz andere Bedeutung bekommen wenn sie mit älteren ähnlichen
oder gar gleichen Artikeln oder Geschehnissen oder gar eigenen Texten
in Relation steht. Und diese Relationen mir aufgezeigt werden. Es kann
mir aufzeigen das sich mein Interesse auf diese Meldung richten kann oder
gar sollte, vielleicht aus beruflichen Gründen oder der ganze Sachverhalt
weisst mich darauf hin das dieses Interesse längst der Vergangenheit
angehört und somit als Information für meinen PIA getilgt werden
kann. Weiter noch, das Alter von Dokumenten spielt somit keine Rolle mehr.
Ein Dokument von dem ich nicht einmal mehr weiss das es existiert kann
plötzlich eine Rolle spielen oder eine spezielle Bedeutung bekommen.
Eine Information kann mit einem Sachverhalt verknüpft werden, dessen
Zusammenhang ich ich im Moment gar nicht absehen kann. Nehmen wir an eine
Meldung über die Veränderung der Gesetzgebung bei Lebensversicherungen.
Mein PIA weiss das ich über mehrere solcher Versicherungen verfüge
und bietet diese Information zusätzlich an. Nachrichtenmeldung und
meine persönliche Situation wird in Relation dargestellt. Also kann
der Nutzer Rückschlüsse auf seine Situation im Verhältnis
zu dieser Meldung und der enthaltenen Information ziehen und geeignete
Schritte einleiten. Ein Vorgang der vorher vielleicht nie stattgefunden
hätte. Es haben also nicht nur Relationen von Inhalten eine Bedeutung
sondern auch Relationen zwischen Information um Persönlichkeit des
Nutzers. Eine Situation die im Moment noch undenkbar ist.
Doch ist jegliche Information und deren Konsequenzen nicht von Nutzen,
wenn ich sie nicht beeinflussen kann oder sie definieren kann. Der PIA
benötigt Informationen über mich und mein Verhalten um überhaupt
selbst Relationen herstellen zu können. Wie trainiere ich meinen
PIA? Auf welche Informationen kann oder muss er zurückgreifen um
mich kennenzulernen?
Die Qualität einer Information oder von persönlichen Daten ist
von grosser Relevanz. Also muss der Nutzer Informationen und Abläufe
des PIA bewerten. Wie wir schon am Beispiel amazon gesehen haben, können
dort die Vorschläge bewertet werden. Also ein Buch als "Habe
ich schon" gekennzeichnet und somit aus der Liste meiner Empfehlungen
entfernt werden. Also muss die Information durch eine Bewertung verifiziert
werden. Der Aspekt der Qualität einer Information oder Quelle stellt
für den PIA eine elementare Information dar. Dabei muss man aber
zwischen zwei Fällen unterscheiden. Informationen die der Nutzer
selbst ohne zutun einpflegt oder speichert können grundlegend als
Wichtig und Interessant eingestuft werden. Haben also eine hohe (Informations-)
Qualität. Informationen die der PIA zur Verfügung stellt, müssen
gegengeprüft werden. Zum einen um überhaupt festzustellen ob
der Nutzer die Information will und zum Anderen und dadurch mehr über
die Interessen des Nutzers herauszufinden. Gerade diese durch den PIA
bereitgestellten Informationen bergen eine grosse Chance zur Personalisierung
des Systems. Informationen die beispielsweise alt und einzeln sind müssen
auf ihre Relevanz überprüft und ggf. gelöscht oder deaktiviert
werden. Eine einzelnen Information meint in diesen Falle das sie inhaltlich
einzigartig und nicht mit anderen verknüpft ist oder auch innerhalb
eines Interessensgebiets liegt, das nicht noch weitere Inhalte besitzt.
Information wird somit nicht nur verknüpft, gespeichert und dargestellt,
sondern ihr wird das Prädikat der Qualität hinzugefügt.
Diese Qualität muss in regelmässigen Zyklen überprüft
und neu vergeben werden. Um diese Qualität zu bestimmten muss der
PIA über direkte und indirekte Methoden verfügen diese Informationsqualität
zu bestimmen.
Die Qualität eine Buches oder einer analogen Seite ist die Möglichkeit
Notizen, Bemerkungen oder Anmerkungen zu schreiben. Abgesehen von dem
Charme den solche Einträge haben können ist das ein Prinzip
das auch für einen PIA gelten muss. Es muss die Möglichkeit
geben eigene Anmerkungen, nennen wir es Notizen zu schreiben. Wobei man
nun über die Form und Art einer Notiz nachdenken muss.
Es gibt Notizen die auf eine andere Stelle im Text oder der Quelle verweisen.
Dies stellt im Kontext mit einem PIA keine Notiz sondern eine Verknüpfung
oder Relation dar. Im engeren Sinne betrachten wir hier eine Notiz als
einen vom Nutzer generierten Text, seine eigenen Worte. Würden wir
jetzt diesen persönlichen Text direkt mit dem Informationstext verknüpfen
oder die Nootiz dort integrieren, wäre sie fest an diesen Text gebunden.
Anders betrachtet kann einen Notiz auch eine eigenständige textliche
Information sein, die wiederum nur eine Verknüpfung besitzt. Dadurch
aber auch mit weiteren Quellen und Informationen verknüpft werden
kann. Die klassische, direkte Notiz wird es in einem PIA nicht mehr geben.
Es werde eigenständige Texte sein, die nur eine Verknüpfung
aufweisen. Somit als eigene Informationsbausteine darstellen. Grundlegender
unterschied zu anderen Informationen ist dabei das der Autor der Nutzer
selbst ist.
Ein PIA wird also nur verschiedenste, grundlegend textliche Informationsfragmente
verwalten und diese verknüpfen. Somit entsteht im einen Falle eine
Art Notiz, im anderen Falle ein ergänzender Text oder ein grundsätzlicher
neuer Text. Wir werden nicht mehr in Textmengen wie Arbeiten, Büchern
oder Gesamtwerken denken, sondern nur noch in Fragmenten, die heute ein
Gesamtwerk erzeugen können, morgen aber wieder das einzelne Fragment
darstellen, je nachdem in welchen Kontext und mit welchen Ziel sie aufgerufen
und rezipiert werden.
Auch über die Technik den PIA sollen hier einige Worte fallen. Im
Grund sollte man sich den PIA als eine Art Server vorstellen, der ortsfremd
oder ortsnah entweder in zentralen Rechenzentren oder im eigenen Keller
steht. Ob der Zugriff über ein sicheres Netzwerk besteht oder über
ein lokales Netzwerk ist dabei nicht von Bedeutung. Der lokale Computer
wird seiner Bedeutung enthoben. Wir werden dann mit so genannten Thin-Clients
(wörtlich: dünne Clienten) arbeiten. Also Computern die keinen
eigenen Speicher besitzen und auch kein eigenes Betriebsystem, sondern
nur zur Darstellung von Inhalten dienen. Die Informationen, das System
an sich, wird vom Sever geliefert. Das hat einige Vorteile. Zum einen
sind Daten nicht verteilt auf verschiedenen Rechnern, sondern zentral
auf dem Server. Zum anderen müssen wir nicht mehrere Systeme pflegen
und warten, sondern nur eines, wiederum den Server. Bei dem Thin-Client
handelt es sich im Grunde nur noch um einen Monitor mir Tastatur und Maus,
oder welchen Eingabegeräte wir auch immer verwenden mögen. Ein
weiterer Vorteil dieser Technologie ist auch das egal von welchem Client
wir auch immer auf unseren PIA, sprich unseren Server zugreifen werden,
werden wir immer unsere Umgebung und unsere persönlichen Einstellungen,
unseren PIA vorfinden. Unabhängig von welchem Thin-Client wir zugreifen
oder von welchem Endgerät. Über ein Netzwerk wie das Internet
könnten wir von jedem Punkt der Welt auf unseren PIA zugreifen. Im
besten Falle mit jeglichem (sinnvollen) erdenklichen Endgerät. Ob
dies nun über TCP/IP oder Bluetooth oder irgendeine andere Schnittstelle
geschieht ist letztendlich ohne Belang.
Grundvorraussetzung ist eine Verfügbarkeit, sofern die Technologie
vorhanden ist, immer und überall wenn wir sie wünschen.
Ob wir nun im Amazonas über eine Satelitenanlage oder im Mitteleuropa
über GPRS oder stetige wachsende Wireless-LAN Verbindungen unsere
PIA kontaktieren ist unerheblich. Aus die Ausgabe unserer Daten ist offen.
Nicht nur die Information und ihre Form hängt von unserem Verhalten
ab. Ob es nun ein klassischer Computer oder ein Handy ist, ob es eine
Holoprojektion oder ein Chip in unserem Gehirn ist, spielt keine Rolle.
Sofern unser PIA auf die Ausgabe an diese Schnittstelle oder dieses Endgerät
vorbereitet ist.
Ein Server wird das Zentrum des PIA darstellen. Er ist im Grund nichts
anderes als eine Black-Box. Wichtig ist die Speicherkapazität, die
den Bedürfnissen des Nutzers nahezu jederzeit angepasst werden können.
Speicherplatz spielt heute keine grundlegende Rolle mehr, und diese Rolle
wird noch weiter schwinden. Festplatten würden einfach ausgetauscht
werden, gegen grössere. Das ganze System würde sowieso doppelten
Speicher besitzen um redundant die gespeicherten Informationen sichern
zu können. Fällt eine Platte aus, wird sie ausgetauscht und
die fehlerhafte Platte ersetzt und die Daten in der folgenden Nacht, oder
einen Phase der Inaktivität des PIA überspielt. Technologien
die wir teilweise heute schon besitzen.
Das Betriebssystem des Servers wäre für uns unsichtbar. Die
Hardware einfach über eine Slot-In-Technologie austauschbar. Das
heisst Hardware-Komponenten sind nicht an Server oder Software gebunden,
sondern Einzelteile, die jederzeit ausgetauscht oder erneuert werden können.
Für so ein Verhalten von Hardware gibt es heute schon ein kleines
Beispiel. Das DSL-Modem das wir für den Zugang für DSL-Netzwerke
z.B. T-DSL-Online verwenden, besitzt weder ein eigenes Interface für
Einstellungen, noch die Möglichkeit darauf direkt zuzugreifen. Aber
es ist stets auf dem neuesten Stand. Die Hardware ist im Moment noch allgemein
gültig, sprich nicht veraltet, also besteht kein Grund sie zu ändern.
Die Software des Modems ist auf einem wiederbeschreibbaren Medium gespeichert,
einem so genannten RAM (Read Available Memory). Diese Software wird sofort
aktualisiert, sobald eine neue Version verfügbar ist, ohne das wir
es überhaupt wahrnehmen oder selbst dafür etwas tun müssen.
Genau so sollte unser PIA-Server auch funktionieren.
Dieser Aufstellung von Thesen und Ideen wie ein PIA zu funktionieren hat,
könnten und wahrscheinlich müssten, noch viele hinzugefügt
werden. Die angesprochenen Stellen die wichtigsten Funktionen dar, die
sich aus der Untersuchung aus Kapitel 2 ergeben haben. Aber die letztendliche
Umsetzung eine PIA würde noch viele weitere Möglichkeiten beinhalten.
Vielleicht sogar Möglichkeiten an die wir heute noch in keinster
Weise denken. Doch welche Möglichkeiten kann uns ein PIA auf Basis
seiner Aufgaben, Möglichkeiten der Personalisierung oder seiner Funktionen
den überhaupt bieten.
3.5 Möglichkeiten
Der PIA ist wie bereits mehrfach angesprochen unser virtueller Butler.
Ein ungegenständliches Abbild unserer Selbst, oder zumindest unserer
Interessen und unserer Kommunikation. Doch welche Möglichkeiten bietet
nun dieser PIA, oder sollte er bieten?
Ein der grundlegendsten Möglichkeiten ist die Speicherung von Wissen
und Informationen, sowie deren Aufarbeitung. Ob das Endprodukt nun eine
täglich erscheinende persönliche Zeitung ist oder eine Wissenbasis
die mit anderen geteilt wird, sollte dabei dem einzelnen Nutzer überlassen
werden. Genauso individuell die Interessen und Bedürftnisse eines
Nutzers sein können genauso individuell kann auch das Endprodukt
selbst sein das von einem PIA erzeugt wird. Aber über das erstellen
personalsierter Medien hinaus kann der PIA noch weitere Lebensbereiche
vereinfach. Und Vereinfachen von Abläufen ist vielleicht einer der
zentralsten Möglichkeiten eines PIA.
Nehmen wir an der PIA kümmert sich nicht nur um Medien und Kommunikation,
sondern ist ein genereller Speicher von Informationen zu seinem Nutzer
und ihn umgebender Daten. Er kennt alles und weiss alles was seinen Nutzer
angeht. Ja darüber hinaus ist der PIA noch in der Lage Informationen
individuell für einen Bedarf zusammenzustellen und für den Nutzer
zu publizieren. Nehmen wir also an der PIA kennt alle Daten des Nutzer.
Das heisst auch dessen Krankenakten, Kontodaten, Vermögensverhältnisse,
Versicherungsabschlüsse, seinen Wohnort, sein Geburtsdatum, seinen
Lebenslauf und noch vieles weitere. Nehmen wir an alles was wir in unserem
bisherigen Leben in Urkunden oder auf Formularen je gelesen oder geschrieben
habe oder über uns geschrieben wurde.
Prozesse die immer wieder ablaufen. Formulare oder Bestätigungen
von Ämtern. Was wäre wenn der PIA diese Vorgänge, auf unsere
Anweisung hin übernehmen würde? Eine Immatrikulationsbescheinigung
direkt aus dem PIA, digital übertragen an die Krankenkasse. Und das
ganze ohne Briefwechsel, Telefonate oder Formulare. Das einzige was der
Nutzer davon mitbekommen würde, wäre das seine Krankenkasse
diese Bestätigung anfordert und der Nutzer müsste dem PIA den
Auftrag erteilen diese Bestätigung zu versenden oder dem PIA der
Krankenkasse die Erlaubnis erteilen auf diese Bestätigung zuzugreifen.
Das Dokument oder Schriftstück, wäre auf unserem PIA gespeichert,
sicher in unserer Endo-Welt verwahrt. Wir würden einem anderen System
das sich eindeutig identifiziert nur den Zugang in unsere Endo-Welt für
einen kurzen Zeitraum und ein ganz bestimmtes Dokument erlauben und der
ganze Prozess wäre abgeschlossen. Daraus ergibt sich das der PIA
auch in der Lage sein muss sich aus der Endo- und die Exo-Welt zu öffnen.
Für Forumlare und Urkunden ist nicht mehr die Unterschrift oder der
Absender entscheidend, sondern die digitale Authentifizierung eines anderen
Systems oder PIAs.Meine Unterschrift wird durch die digitale Signatur
meines PIA ersetze. Aber immer in Rücksprache mit dem Nutzer.
Steuererklärungen, Unterlagen für den Steuerberater, Rückmeldungen
an der Uni, oder jegliche Formulare könnten von meinem PIA vorbereitet
werden. Daten die immer wiederkehren automatisch eingetragen werden und
mir nur noch zur Durchsicht vorgelegt werden. Natürlich würden
diese Vorgänge hohe Sicherheits-Prozesse verlangen, dass niemand
unbefugtes Zugriff auf meine persönlichen oder sogar sicherheitskritischen
Daten hätte. Aber das könnte durch zentrale Stellen geleistet
werden, die es heute ja schon gibt, bzw. deren Arbeitsweise auf diesen
digitalen Weg umgewandelt werden könnten. Selbst Personalausweise
wären dann keine echten Dokumente mehr, sondern bei Bedarf eine Rückfrage
bei meinem PIA und dem Einwohnermeldeamt. Über das Einlesen meiner
Iris oder meinem Fingerabdruck könnte ich mich dem PIA und anderen
PIAs eindeutig als "Ich" zuerkennen geben. Wenn beide PIAs meine
Echtheit bestätigen, würde das dem Vorzeigen eines analogen
Personalausweises gleichkommen. Und ich könnte ihn nie wieder vergessen,
weil ich über mein Laptop, mein Handy oder irgendeine verfügbare
Schnittstelle auf diese Information zugreifen könnte. Aber bis zum
digitalen PIA-Personalausweis gibt es noch einige Schritte vorher die
einfacher und nicht so kritisch sind wie dieser.
Stellen wir uns vor unsere Kreditkarte bietet nicht nur die Möglichkeit
unsere Kontodaten und die damit verbundene Möglichkeit von diesem
Konto abzubuchen, sondern sie besitzt weitere Informationen über
meinen Kontostand oder Kontostände verschiedener Konten. Oder noch
einen Schritt weiter, die Kreditkarte existiert nicht mehr. Im Supermarkt
würde ich die Kasse direkt mit meinem Handy verbinden, per Bluetooth
beispielsweise. Und meine Handy wäre in der Lage auf die Kontoberechtigung
in meinem PIA zuzugreifen. Es würde mir den verfügbaren Betrag
nennen, der sich auf dem Konto befindet und mir die Möglichkeit bieten
den Einkauf gerade von diesem Konto abzubuchen. Dadurch werden Bankinstitute
oder Kreditkartenfirmen nicht überflüssig, ganz im Gegenteil.
Mein PIA wäre zertifiziert sowohl Geld als EC-Karte, als gewöhnliche
Bankkarte mit PIN-Nummer und als Visa-Karte mit Unterschrift zu transferieren.
Der Nutzer würde eine der Möglichkeiten wählen und so bezahlen.
Nicht anders als die Karte zu benutzen, nur mit dem Unterschied das mein
PIA mehr Informationen bietet und ich die Karte niemals vergessen könnte.
Was durch diese Beispiele immer deutlicher wird, das es für den PIA
und vieler Funktionen nicht nur ein Endgerät zuhause geben kann,
den klassischen Computer oder Thin-Client, sondern auch ein mobiles Endgerät.
Beispielsweise nach heutigem Stand ein Handy. Dieses Handy verfügt
über die meisten nötigen Schnittstellen und die Netze sind in
unseren Breiten mittlerweile sehr flächendeckend. Ein PIA kann also
nicht nur Kommunikationskanäle wie E-Mails oder SMS überwachen,
er kann nicht nur Informationen sammeln und ordnen um eine Tageszeitung
zu erzeugen oder Hintergrundinformationen über eine bestimmtes Thema
zu erstellen. Er kann auch immer wiederkehrende Abläufe für
mich übernehmen, wie viele Amtsgänge oder amtliche oder staatliche
Erklärungen oder Formulare. Prinzipiell gibt es kaum einen Lebensbereich
wo ein PIA nicht zumindest nützlich sein kann. Und wenn es nur das
sammeln von Kochrezepten ist.
Ein PIA übernimmt alle klassischen Aufgaben eines Betriebsystems
und vieler darin enthaltener Programme, aber darüber hinaus noch
viele weitere heute schon denkbare oder noch in ferner Zukunft liegender
Abläufe und Vorgänge.
3.6 Zugangsformen und Ausgabemöglichkeiten
Wir sind schon im vorigen Kapitel an dem Thema Zugsangs- und Ausgabemöglichkeiten
eines PIA angelangt. Im Zentrum steht die Verfügbarkeit über
verschiedene Schnittstellen. Und eine breite oder sogar flächendeckende
Verfügbarkeit über die eigene Endo-Welt hinaus. Man könnte
es im erweiterten Sinne als neb- und netzbasiertes System bezeichnen.
Es müsste gewährleistet werden das Medienkanäle in einem
PIA-verständlichen System senden und das Endgeräte Informationen
des PIA verarbeiten und darstellen können.
Auch die Eingabe müsste durch diverse Eingabekanäle- oder Geräte
möglich sein. Der PIA müsste in der Lage sein ein Diktiergerät
auszulesen und die Sprache in Text zu übertragen. Oder wie bereits
erwähnt über einen Scanner ISBN-Nummern von Büchern lesen
können um somit zu erfassen welche Bücher ich besitze. Oder
die angesprochenen Schnittstellen mögliche Quellen in ein PIA-eigenes
Format zu konvertieren. Im Grund sind wir für viele Anwendungen wieder
beim Handy angekommen. Ein analoger Text den ich irgendwo lese, nehmen
wir an beim Arzt in einer Zeitschrift, könnte ich mit meinem Handy
und der darin enthaltenen Digitalkamera fotografieren und direkt an den
PIA zur Auswertung und Einpflegung in mein System übermitteln. Zuhause
würde der Artikel fertig digital auf mich warten und der PIA nur
noch die Informationen benötigen wo der Artikel abgelegt werden soll.
Vielleicht hat der PIA sogar schon im Text enthaltene Internetseiten analysiert
und stellt mir diese auch bereit oder biete sie zumindest zur Betrachtung
an. Der nächste Termin mit meinem Arzt würde nicht per Zettel
sondern per Netz an meinem PIA übermittelt werden. Der mich dann
rechtzeitig drauf hinweisst das ich diesen Termin habe.
Eine weitere Möglichkeit für den PIA seinen Nutzer kennenzulernen
eröffnet sich durch eine minimale Veränderung oder Nutzung heute
schon bestehender Geräte. Nehmen wir an der PIA würde auf die
vorhandene Webcam zugreifen können, oder in meinem Monitor wäre
eine Kamera eingebaut. In meiner Maus und den Tasten wären Sensoren
die meine Körperfunktionen überwachen. Der PIA hätte anhand
meiner körperlichen Reaktionen, die meist unbewusst oder automatisch
stattfinden, die Möglichkeit Rückschlüsse zu ziehen. Wo
wandern meine Augen beim betrachten einer Internetseite zuerst hin. Welcher
Textteil wird wann gelesen. Wie reagiert der Pulsschlag und die Körpertemperatur
auf das Betrachten welchen Inhalts auf der Seite. Vielleicht untrügliche
Merkmale was mich wirklich interessiert und was weniger. Für Marketinginstitute
und Werbefirmen wären solche Informationen höchst wertvoll.
Aber diese Informationen sich ausschliesslich für den PIA und meine
Ende-Welt bestimmt.
Abgeschirmt von kommerziellen Interessen Dritter. Auch müsste man
dem Nutzer dringend einräumen auch solche gesammelten Informationen
nicht zu verwerten, wenn er das nicht wünscht. In die Meinungs- und
Entscheidungsfreiheit des Nutzers darf der PIA niemals eingreifen und
wenn muss es für den Nutzer immer die Möglichkeit geben dies
zu verhindern oder zu verbieten. Ich will an dieser Stelle an das Beispiel
erinnern, das ein Nutzer regelmässige Informationen über Fussball
abruft um mit seinen Kollegen darüber sprechen zu können, aber
sich eigentlich nicht dafür interessiert. Oder auch das Gerücht,
das die meisten Ehebrüche heute über das Handy und dort über
SMS der Geliebten oder des Geliebten aufgedeckt werden.
Auch weiter sind noch viele weitere Geräte oder Prozesse zur Eingabe
und Ausgabe von Informationen denkbar. Dazu ein Beispiel was möglich
und denkbar ist:
"Gelähmter schickt E-Mails kraft seiner Gedanken; Ein wichtiger
Schritt zur Verbindung von Mensch und Maschine scheint getan: Ein querschnittgelähmter
Mann kann allein mit seinen Gedanken Computer und Fernseher steuern. Mediziner
hatten ihm einen Chip eingepflanzt, der Signale aus dem Gehirn an einen
Computer schickt." 6
Dies berichtete der Spiegel am 14. Oktober 2004 in seiner Online-Ausgabe.
Das Implantat "Braingate" der US-Firma Cyberkinetics ermöglicht
es einem 25-jährigen Querschnittsgelähmten seine E-Mails abzurufen,
durch Fernsehprogramme zu zappen und am Computer zu spielen. Dies stellt
einen der ersten Versuche dar bei einem Menschen Gehirnströme in
digitale Befehle für technische Geräte umzuwandeln. Bisher wurde
das nur bei Affen untersucht. Diese gesamte Entwicklung steht aber noch
am Anfang ihrer Entwicklung. Bisher wurden bei den Patient gerade mal
100 Neuronen mit dem System verbunden. Die Genauigkeit der Steuerung erreicht
gerade mal ca. 70% und das System reagiert nicht in Echtzeit sondern mit
erheblicher Verzögerung, da der angeschlossene Computer schlicht
weg zu langsam ist. 7 Wenn wir auf solche Technologien hoffen wollen,
dann wird es doch noch eine ganze Zeit brauchen bis sie in ausgereiftem
Massen zur Verfügung stehen wird. Aber wir sollten auch solche Möglichkeiten
beachten, den sie sind nicht neu. Science-Fiction-Literatur hat schon
von mehreren Jahrzehnten solche Möglichkeiten vorraus gesagt. Wir
sind heute noch nicht in der Lage solche Schnittstellen effizient zu nutzen,
doch sind wir aber auf dem Weg zu solchen Möglichkeiten. Vielleicht
brauchen wir irgendwann weder einen Computer oder Thin-Client, sondern
kommunizieren mit Gedankenkraft mit unserem PIA oder sehen seine Ausgaben
direkt durch eine Projektion in unser Auge. Lesen unsere persönliche
PIA Zeitung morgens im Zug einfach in dem wir aus dem Fenster blicken.
Technologien die wir noch nicht besitzen, deren Nutzung ethische und moralische
oder teilweise sogar humanistische Fragen aufwerfen, aber Technologien
die als Ein- und Ausgabe des PIA zumindest denkbar sind.
Ein letzten Punkt dieses Kapitels soll die Betrachtung der Begriffe Endo-
und Exowelt sein, die bereits in Kapitel 1.7 zum ersten Mal angesprochen
wurden. Die Endo-Welt stellt für den Nutzer seine vertraute Umgebung
dar. Einen Ort zu dem er Vertrauen hat. Die eigene Wohnung, das eigene
Haus, die eigene Umgebung. Innerhalb dieser Umgebung muss auch der PIA
sich physisch befinden. Idealerweise als Server im Keller. Die Endo-Welt
stellt eine dem Nutzer nahe Umgebung dar, eine Umgebung die in seinem
Wirkungsbereich und Machtbereich liegt. Der PIA muss innerhalb des direkten
Machtbereiches des Nutzers liegen. Kritisch wird die Betrachtung wenn
man die Schnittmenge zwischen diesen beiden Welten betrachtet. Der PIA
muss auch auf die Exo-Welt zugreifen können um neue und externe Informationen
zu beschaffen, Vorgänge des alltäglichen Lebens abzuwickeln,
sein System zu aktualisieren und Anfragen zu beantworten. Da es sich bei
einem idealtypischen PIA um ein System handelt das sehr kritische Informationen
über den Nutzer besitzt, die keineswegs missbraucht werden dürfen,
muss sich der PIA gegenüber der Exo-Welt abschotten.
Ob sich der PIA beim surfen im Internet als passiver Betrachter der Vorgänge
verhält, oder selbst die Möglichkeit eröffnet Internetseiten
anzuzeigen, soll an dieser Stelle offen bleiben. Aber das Verhalten seines
Nutzers, die Seiten die er rezipiert und wie er sich dem Medium und deren
Inhalte gegenüber Verhält sind wichtige Informationen für
den PIA.
Wir müssen also bei der Entwicklung eines PIA darauf achten, wann
wir uns in welcher Welt bewegen. Klare Grenzen ziehen, wo welche Welt
endet und die andere beginnt. Grundsätzlich werden alle Informationen
lokal (offline) auf dem PIA gespeichert. Also unabhängig von irgendwelchen
Exo-Netzwerken. Diese Informationen können weder verschwinden, was
bei Internetseiten sehr oft der Fall ist, noch können sie nicht zugänglich
sein. Sie sind permanent verfügbar, lokal gespeichert. Es eröffnen
sich nun mehrere Wege wie die Exo-Welt in Erscheinung tritt. Ein Beispiel
wurde bereits angesprochen. Das Surfen, oder Beschaffen von Informationen.
Dieser Vorgang würde grundsätzlich abgesondert vom PIA stattfinden.
Der PIA würde aber die Informationen aus diesem Vorgang auswerten,
aber wiederum lokal speichern. Informationen die vom Nutzer gespeichert
werden möchten, werden ebenfalls lokal gespeichert. In zwei Versionen,
einmal die echte Quelle und zum anderen der Inhalt der in das System des
PIA übertragen wird. Somit ist beispielsweise möglich das Internet-Inhalte
die sich ändern vom PIA überprüft werden und neue oder
aktualisierte Inhalte automatisch eingepflegt werden. Also der PIA ist
in der Lage lokale Inhalte mit seiner externen Quelle zu vergleichen und
bei Bedarf abzugleichen.
Ein zweiter Weg ist die Anfrage eines externen Systems oder PIA an den
eigenen PIA, wie es beispielsweise von Ämtern oder anderen Nutzern
geschehen könnte. In diesem Fall greift die Exo-Welt in meine interne
Welt ein. Würde dies ohne Einschränkung geschehen würde
ich alle Informationen auf dem PIA offenbaren. Das ist aber weder Sinn
noch Ziel eines solchen Zugriffes. Diese Anfrage würde mehrere Schritt
beanspruchen. Die Anfrage eines fremden PIA nach einer bestimmten Information.
Sobald diese Anfrage eingegangen ist würde sich der eigene PIA von
der Exo-Welt abschotten und seinem Nutzer die Anfrage anzeigen. Dieser
kann nun entscheiden ob er der Anfrage nachgeht oder nicht. Er kann sie
genauso auf normalem gewohntem Wege lösen. Der PIA könnte an
dieser Stelle vielleicht anbieten die angeforderten Formulare oder Dokumente
auszudrucken damit der Nutzer sie per Post versenden kann. Aber nehmen
wir an der Nutzer stimmt der PIA-Übermittlung zu. Der PIA würde
alle relevanten oder angeforderten Informationen sammeln und diese wiederum
dem Nutzer anzeigen. Er müsste nun den Transfer der Daten genehmigen
und der PIA würde an dieser Stelle wieder mit dem fremden PIA in
der Exo-Welt Kontakt aufnehmen und die Daten übermitteln. Der ganze
Vorgang würde also ausschliesslich in der Endo-Welt des PIA stattfinden
und der Nutzer hat jegliche Kontrolle darüber welche Informationen
er preisgibt und auf welche Weise. Eine nahezu zwingende Vorraussetzung
für die Sicherheit eines PIA. Der Ablauf an sich wäre aber sehr
einfach und vor allem schnell abzuwickeln. Eine Vereinfachung bisheriger
Abläufe.
Eine dritte Möglichkeit ist das der Nutzer bewusst bestimmte Informationen
zur Verfügung stellen will, sie publizieren möchte. Dann wird
es ganz bewusst einen Teil der Inhalte seines PIA zusammenstellen und
diese über den PIA publizieren lassen. Ähnlich als ob heute
ein Nutzer gewisse Informationen auf eine Webseite transferiert und diese
online stellt. Im Unterschied dazu könnten aber die PIAs verschiedener
Personen noch gezielter Informationen austauschen. Inhalte würden
nichtmehr in Diskussionsforen oder ähnlichen Gemeinschaften ausgetauscht
und diskutiert werden, sondern direkt von PIA zu PIA. Nur der Austausch
würde in der Exo-Welt stattfinden. Das speichern und auswerten der
Ergebnisse wäre wiederum ein interner Ablauf. Der Nutzer hätte
die Möglichkeit relative gezielt mit Nutzern und deren PIAs in Kontakt
zu treten. Die PIAs könnten die Interessensprofile ihrer Nutzer vergleichen
und Informationen austauschen. Eine neue Form der virtuellen Gemeinschaft
und Gesellschaft könnte dadurch entstehen. Ob nun in einem privaten
Umfeld zwischen zwei sich auch real bekannten Nutzer oder in einer rein
virtuelle Gemeinschaft.
Als Ergebnis kann man sagen der der PIA ausschliesslich in der Endo-Welt
agiert. Alles was aus der Exo-Welt stammt wird in die Endo-Welt übertragen
oder Anfragen werden verifiziert. Hinter diesem ganzen System müsste
natürlich auch eine regelnde und kontrollierende Instanz stehen.
Die missbrauch von Daten verfolgt und zur Anzeige bringt. Streng genommen
eine PIA-Daten-Polizei. Aber gerade staatlichen und institutionelle Einrichten
müsste der Zugang zu privaten und kritischen Daten untersagt werden.
Aber dabei sind wir nahe an aktuellen Diskussionen zu biometrischen Merkmalen
im Reisepass oder staatlicher Kontrolle oder das Abhören von Telefonen
und E-Mails. Der Staat müsste eine gesetzliche Umgebung schaffen,
welche die Privatsphäre des Nutzers achtet aber auch Missbraucht
und Vertösse ahndet.
Genauso müsste auch das System das die PIA herstellet, wartet und
aktualisiert, ein Dienstleister. Diese Privatsphäre achten. Daten
müssen sicher sein. Eine strenge Trennung zwischen Hardware und Software,
bzw. Betriebssystem und eigenen Daten vorhanden sein. Aber eine Forderung
die durchaus lösbar ist.
Der PIA wird ein digitaler Ordner mit unendlich erweiterbarer Speicherkapazität
sein, der in meinem Regal stehen wird. Bei mir zuhause. Dieser Ordner
wird mich kennen und für mich interessante zutage fördern. Er
wird für mich Behördengänge und sonstige Vorgänge
abwickeln. Aber immer ausgehend von seinem lokalen Ort, einem Ort der
in meinem Wirkungs- und Machtbereich liegt. Er wird sammeln, speichern
und organisieren. Er wird mir dienen und wie eine Sekretärin mich
auf Termine und bestimmte Dinge hinweisen. Er wird vielleicht den Charme
und die Qualität eines Butlers haben, der mir nicht nur dient und
seine Aufgaben erfüllt, sondern auch etwas besonderes darstellt und
ein wenig Luxus ist. Aber bei all dem wird mein PIA weder intelligent
noch eigenverantwortlich sein. Sondern jegliche Entscheidung ob bewusst
oder unbewusst wird bei mir liegen und jeder meiner Entscheidungen kann
ich stets rückgängig machen.
Aber wie wird dieser PIA nun aussehen. Er muss ja mehr sein als eine Black-Box.
Wie könnten Ansätze aussehen, wie seine visuelle Erscheinung
aussieht. Wie er Daten präsentiert, Fragen stellt und Abläufe
transparent macht.
3.7 Design des PIA
Wie wird dieser PIA nun aussehen? Welche visuelle Erscheinungsform kann
den bisher technisch und didaktisch betrachteten PIA repräsentieren.
Oder besser wie könnte der PIA aussehen?
Grundsätzliche Frage beim Design eines Produktes und gerade bei digitalen
Produkten ist die Frage in wie weit ein Interface vom Nutzer adaptierbar
sein darf oder muss. Sprich der Nutzer seine eigenen Wünsche an Farben,
Aussehen und Erscheinungsbild einbringen kann oder darf. Designer kommen
zumeist sehr schnell an den Punkt dem Nutzer das Aussehen und die Erscheinung
eines digitalen Produkt vorschreiben zu wollen und oft mit gutem Grund.
Den Nutzer handeln in ihrer Freiheit ein Interface auf ihre Vorstellungen
und Wünsche zu adaptieren oft wider jeder Design-Theorie und Wahrnehmungsregeln.
Doch gerade in einem System das personalisiert ist, darf das Interface
kein statische Komponente darstellen. Es gilt aber zu klären wo ein
Eingriff durch den Nutzer sinnvoll, an welchem Punkt er nicht sinnvoll
ist.
Einen Beitrag dazu leisten heute so genannte Skins. Grafische Pakete von
Interface-Komponenten die auf eine Software angewendet werden können
und somit die Oberfläche individuell verändern. Auch ein PIA
sollte über solche Skins verfügen. Den Benutzer die Möglichkeit
einräumen eigene Skins zu gestalten und diese anderen Nutzern zur
Verfügung zu stellen. Aber der grundsätzliche Aufbau sollte
statisch definiert werden. Zumindest innerhalb gewisser Grenzen. Auch
darf der PIA sich durchaus die Freiheit nehmen, die Meinung des Designers
gegenüber seinem Nutzer zu vertreten und ihn beispielsweise darauf
hinweisen, dass hellgraue Schrift auf weissen Hintergrund vielleicht nicht
die ideale Farbkombination darstellt um Text am Bildschirm zu lesen.
Also Basis eines Gestaltungsentwurfes dient das in Kapitel 2.8 gezeigt
Matrix-Design das mit dem Dringenberg-Medienmodell entwickelt wurde. Dieses
Interface orientiert sich an der Neuer-Matrix, also dem Ziffernblock der
Tastatur, der Handy-Tastatur oder dem Zahlensystem von Null bis Neun.
Das Interface besteht also aus neun bzw. zehn Feldern, deren eigentlich
Funktion offen ist oder vom Nutzer definiert werden kann. Es kann sogar
so weit gehen das sich die Funktion der Felder den momentanen Bedürfnissen
anpasst. Wir kennen bereits ein Matrix-Modell aus Kapitel 2.1.5, wo diese
Matrix eine inhaltliche Struktur repräsentiert und sogar in die dritte
Dimension ausgedehnt werden kann. Also mehrere Matrix hintereinander geschichtet
werden können um eine höhere Informationsdichte zu erreichen.
Hier handelt es sich jetzt um eine visuelle Matrix, die aber ebenso eine
inhaltliche Matrix repräsentieren kann.
Die Einzelnen Felder der visuellen Matrix können als frei belegt
werden. Aber im Zentrum der Matrix (Ziffer 5) wird sich immer ein Texteditor
befinden. Den Text wird die zentrale Informationsquelle des PIA darstellen.
Somit ist auch im Zentrum der visuellen Matrix ein Programm integriert
das Text ver- und bearbeiten kann. Ob der Text nun vom Nutzer geschrieben
wird oder aus anderen Quellen in dieses Editor eingefügt wird ist
ein einem ersten Schritt unerheblich. Doch im zweiten Schritt könnte
nun der PIA in den umliegende Felder Optionen und Möglichkeiten der
Weiterverarbetung des Textes anbieten.
Nehmen wir an es handelt sich um einen von Nutzer erzeugten Text. Je nach
Nutzergewohnheiten würde der PIA verschiedene Möglichkeiten
anbieten. Beispielweise, die Speicherung oder Kategorisierung des Textes,
Verknüpfungsmöglichkeiten oder eine Liste von ähnlichen
Texten, das Versenden des Textes per E-Mail oder das zuordnen von Bildern
zu dem Text und viele weitere Optionen. Ein aus dem Internet übertragener
Text könnte in den umliegenden Feldern die Optionen anbieten das
Original anzuzeigen, Verweise und Links der Seite anzuzeigen, weitere
ähnliche Internetseiten oder Inhalte anzeigen usw.
Die Umgebende Felder werden also entweder nach dem momentan bearbeiteten
Inhalt mit Funktionen gefüllt oder nach Anweisung des Nutzers. Die
visuelle Matrix ist als nur ein grundsätzliches Interface, das mit
jeglichen Inhalten, Funktionen oder sogar eigenen Programmen gefüllt
werden kann. Im Zentrum steht aber stets der Texteditor.
Eine weitere zentrale Funktion der visuellen Matrix ist der Ablaufplan.
Eine Liste (rechts angeordnet) die alle bisherigen Schritte protokoliert
und zu einem Arbeitsgang zusammenfasst. Dabei kann jeder Schritt erneut
aufgerufen und verändert werden. Der dort protokolierte Arbeitsablauf
ist so lange nicht abgeschlossen bis der Nutzer den aktiven Befehl gibt
den Prozess jetzt zu vollziehen. Der Ablaufplan kann auch Aktionen erzeugen
wie sie in Kapitel 3.4 angesprochen wurden. Die visuelle Matrix enthebt
sich also dem uns bekannten Verhalten einzelnen Schritte eines Ablaufes
an verschiedenen Punktes des Betriebsystems oder in verschiedenen Programmen
auszuführen, sonder vereint jegliche Funktionen und Optionen des
PIA in einem variablen Interface.

Dem schriftlichen Ausführungen über der Aussehen und Design
des PIA werden nun konkrete Beispiele folgen. Es werden grundsätzliche
Design-Ansätze gezeigt werden und anhand von Szenarien verschiedene
Verhaltensweisen des PIA untersucht.
-> Verweis aud die CD-ROM.
Fussnoten:
1) Vgl. Schmidt, Siegfried J., Zurstiege, Guido, Kommunikationswissenschaft,
Hamburg 2000, Seite 201
2) Schmidt, Siegfried J., Zurstiege, Guido, Kommunikationswissenschaft,
Hamburg 2000, Seite 201/202
3) Schmidt, Siegfried J., Zurstiege, Guido, Kommunikationswissenschaft,
Hamburg 2000, Seite 202
4) Ingerl, Andreas, Städte aus Bits, 1997, http://www.no-norm.de/artikel/19970421_staedte_aus_bits.htm
5) 13) Hohmann, Sandra, Mensch - Maschine - Interface, Dissertation Universität
Duisburg-Essen, 2002, Seite 129
6) Becker, Markus, Spiegel-Online, Chip im Hirn, 14.10.2004, www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,295197,00.html
7) vgl. Becker, Markus, Chip im Gehirn, www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,295197,00.html
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