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  Kapitel 3
Diplomarbeit "Schöne neue Medienwelt"
Andreas Ingerl
Stand: 15. Dezember 2004
 
     

Schöne Neue Medienwelt

 
       
     

Kapitel 3


Persönlicher Informationsagent (PIA)


3. Persönlicher Informationsagent (PIA)

 

3.1 Was ist ein PIA?


Wie können wir nun beginnen den Schritt vom realen Knappen, Adjudanten oder Butler zu einem virtuellen und elektronischen Assistenten zu vollziehen. Der Schritt scheint sehr gross, ja fast zu gross. Die blosse Vorstellung einem solchen "intelligenten" System gegenüber zu sitzen lässt die Nackenhaare zu berge stehen und doch auch Raum für eine Faszination etwas so neuem gegenüber. Eine Mischung aus Angst und Neugier. Die vielleicht Grundlegendste Eigenschaft des Menschen, seine Angst aus purer Neugier zu überwinden. Aber auch seine Ängste in seiner Neugier bestätigt zu wissen. Der Gedanke des PIA ist nicht neu, wie wir aus Kapitel 1.6 wissen, aber noch nie war der Weg so offen wie heute, so gangbar.


Ein Gedanke den viele kennen. Ich aus eigener Erfahrung. Der erste Computer. Dieses unbeschreibliche Gerät vor dem man voller Faszination sass und eigentlich nicht wusste wie man mit ihm umzugehen hatte. In meinem Falle ein Commodore VC 20 (Volkscomputer 20), mit einem 6502 Prozessor der 1 MHz hatte. Das war 1981, als ich 8 Jahre alt war. Ich wusste mit dem Gerät kaum etwas anzufangen als Spiele zu spielen. Space Invaders ein Spiel das heute jeder kennt. Geladen von einer Datasette, einem Kasettenlaufwerk, das eine Ewigkeit brauchte um das
Spiel zu laden. Meine Unkenntnis und Fremdheit diesem Gerät gegenüber wurde durch meine Neugier und den Spieltrieb überwunden. Selbst das ewige warten war kein Hinderniss. Kurze Zeit später, 1985, folgte ein Schneider CPC 6128, mit einem Z80 Prezessor mit 4 MHz und 128 KB Speicher. einem mehr als 25-fachen Speicher zum VC 20. Disketten statt Datasette. Nur weitere 4 Jahre später der Apple 1/20. Ein Rechner mit 8 MHz und einem Megabyte Speicher und einer grafischen Oberfläche. Eine Explosion der Technik, die bis heute nicht geendet hat. Heute sitze ich vor einem schicken Apple iBook mit der 128.000-fachen Speicherkapazität, einem 800-fach schnelleren Prozessor und einer über 40-fach besseren Bildschirmauflösung. Und dieser Computer stellt in keinster Weise den Stand der Technik dar. Was aber die Grundaussage dieses Beispiels ist: Die Entwicklung geht schnell aber nicht rasend schnell und Informationen aus diesen alten Systemen sind verloren. Gnadenlos von einem darwinistischen Technik-System dahingerafft. Sinnlose Daten auf alten, nichtmehr lesbaren Datenträgern. Das iBook besitzt nicht einmal mehr ein Diskettenlaufwerk. Daten und Informationen sind verloren, verschwunden, zu alt geworden. Doch es gibt eine kleine Hoffnung. Alle Informationen waren im Grund ein Text. Textliche kodierte Information, ob nun lesbar oder durch irgendwelche Filter oder Algorithmen dekodierbar. Im Grunde sind sie alle textlicher Natur. In Wahrheit binärer Form, aber letztendlich für uns sichtbar textlich.


Text stellt also ein Format das das diese Zeit überdauert hat. Länger exisitert als MHz oder Speicherkapazität. Nur die Datenträger an sich haben sich verändert.


Es geht nicht darum jegliche Information aus alten Zeiten verfügbar zu machen, aber wenigstens die wichtigen, relevanten oder interessanten. Also eine Verfügbarkeit von älteren wichtigen oder unwichtigen Informationen. Aber das Beispiel hat noch eine zweite viel tiefgreifendere Bedeutung. Ich war Teil dieser technischen Entwicklung. Ich sass als 8-jähriger vor einem Computer und habe meine Urangst vor diesem Gerät durch Spiele und erste Versuche irgendetwas diesem unbekannten Gerät zu entlocken überwunden.
Ein blosse Ausgabe eines Textes war damals eine Revolution, heute kann man getrost darüber lächeln. Der Basic-Befehl: "Print: "Hallo", gab das Wort "Hallo" an Bildschirm aus. Damals der erste kleine Schritt in die Computer- und elektronische Informationsgesellschaft. Heute blosse Banalität. Doch ich habe diesem Schritt erlebt, andere nicht. Die Entwicklung eines PIA ist der Spiel mit der Grundangst der Menschen aber auch mit ihrer Neugier.


Angst kann nur durch Vertrauen überwunden werden. Wie in Kapitel 1.7 angesprochen geht es nicht um den glässeren Menschen, sondern um das Vertrauen das wir in uns selbst haben. Oder das Vertrauen das wir als Schöpfer eines solchen System zulassen, das sich beim Nutzer entwickelt. Diese Entwicklung kann nur zeitbasiert stattfinden. Jedem Nutzer muss seine Zeit zugestanden werden, mit dieser neuen Form eines Computers umzugehen. Schon an diesem ersten Punkt, der Inbetriebnahme des Systems muss der Assistent in Aktion treten. Die ersten Informationen über seinen Nutzer sammeln. Mehr noch ihm einem möglichst indviduellen und spezifischen Einstieg in das System eröffnen. Aber auch an dieser Stelle wird klar das ein Assistent, der noch so "intelligent" und anpassungfähig sein kann, nichts zu leisten in der Lage ist was sein Nutzer nicht leistet.


Setzen wir als Einsteig eine simple Grundkonfiguration vor raus. Die Selbsteinschätzung des Nutzers in 3 Kategorien: Anfänger, Routiniert oder Experte. So müssen wir damit rechnen, das sich viele Nutzer überschätzen werden. Das viele Anfänger sich nicht trauen sich als Anfänger zu bezeichnen, oder andere sich unbedingt als Experte sehen wollen, obwohl sie es nicht sind.


Wir müssen auch bei der Entwicklung eines PIA mit einberechnen das der Nutzer oft in seinem Verhalten an Selbstüberschätzung leiden kann. Und trotzdem ist seine Einschätzung die erste Referenz die ein System über uns gewinnt. Aber diese Referenz muss überprüft werden. Der Assistent muss verifizieren ob diese Einschätzung des Nutzers richtig war und gegebenen falls sein Verhalten anpassen. Es gilt die Ausführung aus Kapitel 2.5:


- Ein Ziel formulieren
- Die Intention formulieren
- Eine Handlung spezifizieren
- Die Handlung ausführen
- Den Zustand danach wahrnehmen
- Den Zustand danach interpretieren
- Das Gesamtergebnis auswerten
- Schlüsse ziehen und Verhalten neu definieren


Dieser Ablauf stellt einen einzigen Schritt im Verhältnis zwischen Nutzer und Assistent dar, der sich ständig wiederholt. Dieser Schritt besteht grundlegend aus drei Teilen: Dem Ziel, der Handlung und der Überprüfung des Ergebnisses und daraus folgend einem vierten Schritt der Neuordnung des Verhaltens.


Die Frage die sich an dieser Stelle aber nun stellt ist wer die eigentliche Macht in solch einem System besitzt, der Nutzer oder der Assistent. Meine Antwort darauf, keiner von beiden. Der Assistent tut nichts aus Selbstgefälligkeit, der Nutzer hat keinen Nutzen aus dem System ohne den Assistenten. Also eine Coexistenz zweier Daseinsformen. Einer digitalen und einer bewussten.


Ein Knappe hätte niemals die Entscheidung seines Ritters angezweifelt, auch wenn sie für ihn nicht verständlich war. Er war blosser Funktionsträger, wie Computer heute. Der Adjudant hätte sicher die Entscheidung seines Kombatanten auch nicht angezweifelt, aber ihm sicher noch einen guten Ratschlag mit auf den Weg gegeben. Wie gut der Ratschlag wirklich war, würde die daraufolgende Realität zeigen, oder die Entscheidung des Kombatanten den Ratschlag zu beherzigen oder nicht. Ähnlich dem Assistenten Clippy aus Microsoft Word (Vgl. Kapitel 2.5). Ein Butler hingegen hatte, im Idealfall, durchaus die Möglichkeit mit einer Entscheidung seines Herrn nicht einverstanden zu sein, oder anderer Meinung zu sein. Es lag aber an seinem Geschick wie er den Ratschlag formulierte oder oder in welcher Situation er ihn anbrachte. Ein geschickter Butler hatte durchaus die Möglichkeit auf seinen Herrn Einfluss zu nehmen. Nicht in manipulativem Sinne sondern in einer durchaus dienenden und assistierenden Funktion. Vielleicht wie der Assistent eines PIA.


Was soll dieser PIA den nun sein. Ein Diener das Ratschläge erteilt? Ja und Nein. Er wird kein Herr sein, den er wird weder Intelligenz noch Eigenverwantwortung besitzen, aber doch Kenntnis und Wissen über seinen Nutzer und dessen Verhalten. Es wird eine assistierende Funktion sein, die seinen Nutzen überzeugt, nicht durch Argumente oder Überzeugungen. Dieser Assistent muss wertfrei Vorschläge unterbreiten und diese durch den Erfolg beim Nutzer beweisen. Schlägt der Beweis fehlt, muss der Assistent sein Verhalten neu organisieren. Der Nutzer darf in seinem Verhalten beeinflusst werden, aber nicht manipuliert oder gesteuert. Entscheidungen liegen alleine beim Nutzer. Der Assistent hat sein Verhalten nach dem Wünschen und Interessen seines Nutzers zu richten, aber er wird stehts Ratschläge erteilen (in einem Masse wie es dem jeweiligen Nutzer angemessen ist) und Vorschläge unterbreiten. Diese kann er dann je nach Nutzerverhalten verwerfen oder als Verhaltensmuster in sein Repertoire aufnehmen.


Ein Butler kannte die Gewohnheiten seines Herrn morgens Kaffe zu trinken. Welchen Kaffe, mit Milch und oder Zucker. Vielleicht sogar in welcher Tasse, an welchem Ort, zu welcher Stunde. Aber es war auch Aufgabe des Butlers neue Kaffesorten zu finden, eine neue Milch oder schlichtweg die verschiedenen Parameter den aktuellen Gegebenheiten auszupassen. Der Butler hat ich auf die Verhaltensweisen seines Herren einzustellen, aber auch neue Verhaltensweisen auszuprobieren und diese zu untersuchen. Um einen Entwicklung zu ermöglichen. Weiterentwicklung vielleicht das Wort das prägend ist für unsere moderne Gesellschaft. Stillstand schadet, doch blinder Fortschritt schadet ebenso. Also sollte der Assistent den Nutzer mit auf einem sich kontinuierlich verändernden Weg nehmen. So schnell der Nutzer kann oder möchte, oder es seinem Verhalten angemessen ist. Der Assistent wird seinen Nutzer zu nichts zwingen, doch Vorschläge unterbreiten und diese durchsetzen wenn sie sich als sinnvoll erachtet haben.


Wie wird uns nun ein solcher Assistent gegenübertreten? Wie werden die ersten Schritte aussehen? Wie wird computervermittelte Kommunikation mit einem Assistenten aussehen? Schritt für Schritt wollen wir uns dem Thema weiter nähern. Was sind die weiterführenden Grundlagen eines solchen Systems. Welche Aufgaben, Funktionen und Möglichkeiten birgt solch ein System in sich? Wie werden wir kommunizieren oder publizieren? Und wie wird so ein System schliesslich aussehen?

 

3.2 Grundlagen


Grundlage eines PIA ist die so genannte CMC (Computervermittelte Kommunikation). Gerade der Umgang mit elektronischen Medien veranschaulicht uns, das sowohl unsere Medien, wie unsere Sinnesorgane und unser zentrales Nervensystem Wirklichkeitsgeneratoren sind. 1


Die Unterscheidung von Massenkommunikation zu individueller Kommunikation wird fliessend. Auch unsere Wahrnehmung wird differenzierter und gerichteter. Wir brauchen Informationen über den der Kommuniziert und dieser wiederum für wen er kommuniziert. Das ergibt nun 3 Möglichkeiten die sich herausarbeiten lassen:


1) ein Kommunikator wendet sich an ein disperses Publikum und erwartet ein geringfügiges Feedback (vage Öffentlichkeit)
2) ein Kommunikator wendet sich an eine elektronische Gemeinschaft bzw. ein Nutzerkollektiv und erwartet gegenseitige Bezugnahme, etwa in Cha-Groups oder Diskussionsforen (gezielte Öffentlichkeit)
3) ein Kommunikator tritt [beispielsweise] per eMail mit (einem) anderen in direkten Kontakt (computervermittelte, interpersonale private Kommunikation) 2


Also ist das Verhältnis zwischen Kommunikator und Rezipient nichtmehr eindeutig bestimmbar. Das Beispiel verdeutlich zwar mögliche Kommunikationswege, doch sind wir heute schon einige Schritte weiter. eMail ist bei weitem nichtmehr das einzige direkte Kommunikationsmedium. Natürlich existiert direkte Sprache aber auch Formen wie SMS, MMS oder Voice-over-IP, direkte Sprache örtlich ungebunden über den PC. Eine Art des telefonierens, aber über den Rechner, im Zweifel sogar mit Bild (Webcam). Die drei angesprochenen Formen verdeutlichen mögliche Wege und Rezipientengruppen, aber sie lassen viele weitere Möglichkeiten offen. Beispielsweise die Umkehrung des erstes Prozesses, wenn der Kommunikator zwar kein Feedback erwartet, aber trotzdem Informationen über seine Rezipienten erhält. Es würde ihm die Möglichkeit geben gezielter zu kommunizieren. Die traditionelle Form von Publizität geht verloren.


" Weil jede im Netz zugängliche Datei in den eigenen Produktionsprozess einbezogen werden kann, schwindet das traditionelle Bild des Autors, der alles aus sich selbst heraus erfinden muss. Der Rezipient ist nicht länger angewiesen auf die Wort-für-Wort-Lektüre eines Textes. Er komponiert den Gegenstand einer Rezeption durch aktive Auswahl und Nutzung vorgegebener Verweise und Verknüpfungsmöglichkeiten (Links). Damit wird – zumindest in Bereich der Hypertexte – Mediennutzung zu einem Prozess kreativer Interaktion zwischen Autor, Nutzer und Medienangebot: Ein Sende-Autor und ein Nutzer-Autor interagieren mittels gemeinsamer Arbeit an einem Medienangebot" 3


Genau wie im Dringenberg-Modell (Kapitel 2.8) ist das Dreiecksverhältnis zwischen Nutzer, Kommunikator und Information Grundlage dieses neuen Kommunikations-Prozess. Die traditionelle Grenzen werden aufgeweicht, jede Information über die jeweils andere Seite ist von Nutzen. Das Beispiel der Bundle-Angebote von amazon.de (Kapitel 2.7) zeigt sehr eindrücklich wie nützlich Informationen und Verhalten anderer Nutzer für mich sein kann. Die Bandbreite von Interessen und Verhaltensweise mag zwar individuell sein, aber deren Ausprägung findet sich doch innerhalb bestimmter Grenzen auch bei anderen Nutzer wieder.


Doch wir wollen zurückkommen zu dem zentralen Punkt des Dringenberg-Modells. Dem Moderator der zwischen den Nutzer, Kommunikator und Information steht. Schliesslich unserem PIA oder dem Assistenten.


Wie bereits im vorigen Kapitel angesprochen sollte der Assistent nicht plötzlich und vollkommen in unser digitales oder gar reales Leben treten. Sondern langsam und bedächtig. Er sollte sich an uns, und wir an ihn herantasten. Seine erste Form sollte ein kleines Tool sein. Nichts was bisher gewohnte Programme oder Abläufe ersetzt, sondern sich zwischen diese Abläufe schaltet. Von technischen Hintergründen sehen wir zu diesem Zeitpunkt ab, diese werden später in Kapitel 3. 4 Ziel der Betrachtung sein.


Also wir arbeiten in unseren gewohnten Bahnen. Unsere klassischen Formen der Kommunikation würden weder gestört noch unterbrochen. Spielen wir ein mögliches Einführen des PIA in unser gewohntes Leben durch.


Der PIA würde als Zusatztool zu unseren gewohnten Programmen "getarnt" in unsere Alltag treten. Über eine Grundkonfiguration könnten wir beispielsweise definieren ob wir im Umgang mit Computern ein Anfänger, Forgeschrittener oder Experte sind. Wie im vorigen Kapitel erwähnt müsste einer der ersten Schritte sein, diese Aussage zu überprüfen. Aber nur im Hintergrund ohne weiteres zutun des Nutzers. Der Nutzer gibt ihm weiter den Auftrag seine eMail-Kommunikation, das Adressbuch und Surfverhalten sowie Bookmarks zu analysieren. Ausgehen davon der der Nutzer einen Apple benutzt, würde der PIA nun die Programme "Mail", "Adressbuch" und den Internetbrowser "Safari" überwachen.


In Relation dieser drei Programme, deren Nutzung und deren Inhalt würden sich für den PIA eine ganze Reihe von Rückschlüssen ergeben. Er könnte die Teils statisch auswerten wie beispielsweise die Häufigkeit von eMails einer bestimmten Person im Adressbuch. Dieser Person, die häufig mailt und der man häufig antwortet, eine hohe Priorität einräumen. Weniger wichtigen Personen eine geringe Priorität zuordnen. Durch die Mail eines unbekannten Absenders, also dem PIA unbekannt, weil er nicht im Adressbuch steht, diesem Absender eine schwebende Priorität zuordnen.


Nehmen wir an wir erhalten eine Mail von einem Veranstalter der uns zu einem Konzert einlädt, weil wir Mitglied einer Verteilerliste (Newsletter) des Absenders sind. Diese Mail enthält zusätzlich Links, nehmen wir an zum Veranstaltungskalender und zur Kartenreservierung. Der Nutzer klickt diese Links an und verweilt eine gewisse Zeit auf der Internetseite. Vielleicht länger als der PIA es bisher von seinem Nutzer gewohnt ist. Der PIA könnte nun darauf schliessen das es sich hier um eine interessante Information handelt. Und somit selbst tätig werden.


Nehmen wir an der PIA tritt nun in den Vordergrund und konfrontiert den Nutzer mit dieser Information. Das es sein könnte das er sich für dieses Angebot interessiert und weitere Schritte einleiten möchte. Sprich der PIA kümmert sich um diesen Sachverhalt. Die blosse Frage ob es sich hier um eine für den Nutzer wichtige Information handelt würde im ersten Schritt reichen. Jeweils ein Ja oder Nein wäre eine wichtige Information für den PIA. Diesen Vorgang entweder weiter zu verfolgen oder ihn fallen zu lassen.


Nehmen wir an der Nutzer bejaht und besucht kurze Zeit später wieder diese Seite und bestellt Karten für eine bestimmtes Konzert. Wiederum erhält der Nutzer eine eMail zur Bestätigung der Bestellung, vom gleichen oder einem ähnlichem Absender. Die Absender können auch der Webseite zugeordnet werden wenn der PIA untersucht welche eMail-Adressen sich auf der betreffenden Webseite befinden und sie somit diesem Absender zuordnet. In der eMail könnte beispielsweise auch ein Datum stehen, das über seine Formatierung (TT.MM.JJJJ) zu erkennen ist und die Uhrzeit (Stunde:Minuten[Leerzeichen]Uhr). Somit kann er also sogar einen Zeitpunkt der Veranstaltung herausfinden. Nach der Veranstaltung könnte er nun dem Nutzer anbieten weitere Informationen zu beschaffen. Einen Absender im Adressbuch anzulegen, vielleicht sogar eine Kategorie im Adressbuch, die zugehörige Internetadresse einzupflegen, oder sogar die Seite mit den Veranstaltungen in regelmässigen durchsuchen und sie dem Nutzer anzubieten. Also eine Verknüpfung von bewussten von Nutzer ausgehende Informationen, seinem Verhalten, der Beantwortung von Fragen und im Idealfall sogar von Daten und Fakten die sich eindeutig bestimmen lassen, wie die Daten des Konzerts. Zugegebener massen handelt es sich hier um einen schon sehr komplexen Vorgang, der einige Grundbedingungen erfüllen muss, damit er so reibungslos abläuft. Aber er ist möglich.


Ein weit einfacheres Beispiel. Nehmen wir an der Nutzer sieht einmal pro Woche mehrere Seiten an bei welchen es um Fussball und Formel 1 geht. Der PIA könnte nun annehmen das es sich hierbei um ein Interesse des Nutzers handelt. Webseiten wie www.kicker.de, der Sportteil der sueddeutschen.de und die Seite www.formel1.de sind eindeutig diesem Themenkreis zugeordnet. Der PIA würde als annehmen sein Nutzer interessiert sich für diese Themen und ihnen eine Bedeutung beimessen. Irgendwann würde er den Nutzer mit dieser Information konfrontieren. Der Nutzer aber würde das Interesse daran verneinen. Weil er sich beispielsweise nur informiert um am darauf folgenden Montag sich mit seinen Kollegen darüber unterhalten zu können. Aber kein wirkliches Interesse daran haben. Die Antwort für den PIA wäre schlicht weg "Nein – Kein Interesse". Somit müsste der PIA diese Entscheidung akzeptieren. Das klingt nun schon sehr menschlich, was das Verhalten des PIA angeht. Aber damit ist eigentlich gemeint, das der PIA auch ein Verhalten akzeptieren muss, das für ihn nicht logisch ist. Er stellt nun eine Relation zwischen dem Verhalten seines Nutzers und seiner Antwort her. Das Besuchen von Sport-, Fussball- und Formel1-Seiten ist Teil des Verhaltens meines Nutzers aber es stellt kein Interesse des Nutzers dar. Solange sich also beim Verhalten des Nutzers, beispielsweise der Verlängerung der Verweildauer auf solchen Seiten von 20 Minuten auf 2 Stunden, nichts ändert, wird der PIA diesem Verhalten keine weitere Bedeutung zumessen. Sie somit ignorieren.


Wenn wir uns jetzt von diesen konkreten Beispielen lösen und nur die 3 Informationsträger Mail, Adressbuch und Internetbrowser betrachten, können wir hier schon sehr viele Relationen oder Schnittmengen skizzieren. Das Verhältnis zwischen Mail und Browser, oder Mail und Adressbuch, oder allen Dreien. Übergeordnet immer das Verhalten und vor allem die Entscheidung des Nutzers.


Noch ein weiteres simples Beispiel. Der PIA registriert im Adressbuch 200 Nutzer mit Mail-Adresse. Von diesen 200 Kontakten klassifiziert er 40 als regelmässige, 100 als gelegentliche und 60 als "tote" Kontakte. Die Mailbox des Nutzers würde dem PIA diese Information liefern. Innerhalb von einer Relation von eingegangenen und gesendeten Mails und deren Alter und Häufigkeit. Somit könnte der PIA dem Nutzer vorschlagen auf diese Weise sein Adressbuch zu kategorisieren. Dem Nutzer wird diese Veränderung vorgeschlagen und gleichzeitig durchgeführt. Aber unter der Bedingung das sie jederzeit wieder rückgängig zu machen ist. Nach geraumer Zeit oder einer bestimmten Nutzung. Nehmen wir an nach 100 aufrufen des Abdressbuches, fragt der PIA erneut ob der Nutzer mit dieser Veränderung zufrieden ist.

Falls ja, wird der PIA im weiteren diese Kategorien weiterführen und die Kontakte in dieser Weise ordnen. Dabei ist ein Kontakt der vor kurzem noch "tot" war und plötzlich wieder vermehrt auftaucht nicht fest in seiner Kategorie verankert, sondern kann sich verändern. Er wird nach einer bestimmten Zeit und Häufigkeit seines Auftretens der Kategorie "regelmässige" zugeordnet. Ein anderer Kontakt würde vielleicht in die Kategorie "gelegentliche" fallen. Nehmen wir an der Nutzer würde nach diesem neuen wieder aktuellen Kontakt suchen, der gerade in die Kategorie "regelmässige" gerutscht ist. Wäre es dabei abwägig zu behaupten das der Nutzer auch in dieser Kategorie suchen würde, weil sie seinen wirklichen Verhalten und Erwartungen entspricht. Und selbst wenn nicht, dann könnte er selbst einen Kontakt in diese Kategorie verschieben. Dieses Beispiel zeigt anschaulich das auch ein automatisches Verhalten des PIA auf die korrekte Verhaltensweise des Nutzers stossen kann. Aber das muss nicht zwingend der Fall sein, den grundsätzlich sollte dem Nutzer das Verhalten des PIA und daraus resultierende Veränderungen stets transparent gemacht werden. Der Nutzer muss wissen welche Funktionen und auf welche Weise der PIA übernimmt.


Wir sehen das sich selbst bei diesem einfachen Beispielen eine ganze Welt von Abfrage-Prozessen auftut und von Seiten des PIA, dieser auf sehr viele unterschiedliche Situationen und Verhaltensweisen vorbereitet sein muss. Da die Einführung des PIA aber ein stetiger Prozess sein sollte. Kann auch die Funktionalität mit dem Nutzer wachsen. Aber was deutlich wird, es muss eine neue Sprache zwischen PIA und Nutzer geschaffen werden. Ein ganzes Repertoire an Fragen und möglichen Antworten. Doch bevor wir weiter auf dieses Phänomen des Frage-Antwort-Verhaltens zwischen Nutzer und PIA eingehen, gehen wir noch einmal einen Schritt zurück, zu der möglichen medialen Nutzung eines PIA.


Der PIA in unserem Beispiel hat begonnen 3 mediale Formen zu untersuchen: Mail, Adressbuch und Internet. Das Auge des PIA könnte aber auf jegliche mediale Bereiche ausgeweitet werden. Sei es nun SMS, Fernsehnachrichten, Briefe in einem Textverarbeitungsprogramm oder der Tageszeitung und noch vielen weiteren bekannten oder heute noch unbekannten Kommunikationsformen. Selbst gesprochene Sprache. All diese Kommunikation basiert auf Text. Selbst Fernsehnachrichten sind textlich vorhanden, als Sprechertext auf dem Blatt Papier vor ihm, oder als 1:1 Übertragung der Nachrichten auf eine Internetseite. Sprache kann ohne weiteres vertextlicht werden. Irgendwie gibt es jede Information als digitalen Text, der PIA muss nur Zugang zu ihm haben. Selbst ein Gespräch könnte automatisch über ein Diktiergerät digital erkannt werden und in Text umgewandelt werden, wenn wir irgendwann funktionierende Spracherkennungswerkzeuge besitzen. Letztlicht biete beispielsweise selbst der Radiosender SWR 2 seine Sprachbeträge als digitale Texte im Internet an. Wir können also davon ausgehen das fast alle Informationen als Text zur Verfügung stehen oder in Text umgewandelt werden können. Dabei werden aber Bilder, Illustrationen und Animationen oder Filme in einem ersten Schritt ausgeklammert. Der PIA würde als Schritt für Schritt seine Informationsgewinnung ausdehnen auf alle denkbaren Medienkanäle die zur Verfügung stehen oder benutzt werden. Grundlage einer umfassenden Informationsgewinnung für und über den Nutzer.

 

3.3 Aufgaben


Der PIA sammelt also Informationen über den Nutzer. Aber nicht aus Selbstzweck sondern um diese Informationen für den Nutzer einzusetzen. Das heisst das offenbaren von privaten oder umfangreichen Informationen über seine eigene Person, nützt also der Person selbst. Per PIA ist nur so vertrauenswürdig wie die Person sich und seinen Handlungen selbst vertraut. Solange das Vertrauen nicht von Seiten des PIA enttäuscht wird. Das Vertrauen ist also eine der grossen Hürden im Umgang mit einem PIA. Aber Vertrauen erzeugt sich auch durch Nutzen. Wenn der Nutzer erkennt welch Vorteile der Umgang mit einem PIA eröffnen, erzeugt das wiederum Vertrauen in den elektronischen und virtuellen Partner. Also das Mischverhältnis zwischen Vertrauen aufbauen und dem letztendlichen Nutzen ist einer der Kernpunkte für die Entwicklung eines PIA.


Warum das Vertrauen so wichtig ist zeigt ein Überblick, über das was der PIA alles leisten sollte. Den der PIA, so fern er ist erste Stufe seiner Einführung erfolgreich hinter sich gebracht hat, wird nun beginnen seine Aufmerksamkeit auf alle verfügbaren Medienkanäle auszuweiten. Ziel ist es jegliche Form von Kommunikation in den Kreis seiner Beobachtung zu überführen, zu nutzen und in geeignetem Masse an den Nutzer zurückzugeben. Dabei kann man die Möglichkeiten einen Medienkanal zu nutzen in 3 Kategorien aufteilen:


1) Mediengerechte Kanäle
Medien die den selben Ursprung haben wie der PIA selbst. Vereinfacht digitaler Natur sind. Also ohne grössere Vorgänge von Umwandlung überwacht und verarbeitet werden können.


2) Medienähnliche Kanäle
Medien die grundlegend Artfremd sind, die aber in verarbeitbarer Weise vorliegen. Nur ihre natürliche ist oder kann artfremd sein (Beispiele wie Fernsehen oder Radio), aber es liegen digitale "Protokolle" der Kommunikation vor, die nur zugänglich gemacht werden müssen.


3) Medienfremde Kanäle
Medien die in einem artfremden Kanal vorliegen, wie gesprochene Sprache oder analoge handschriftliche Briefe oder Notizen. Diese Kanäle müssen durch mehr oder weniger aufwendige Verfahren erst in eine zu verarbeitende Form gebracht werden.


Eine weitere Kategorie wären die schon erwähnten Bilder, Illustrationen oder Filme sowie Animationen. Diese würden eine Sonderstellung einnehmen, da sie entweder additiv zu Text stehen, also in einem ergänzenden, verdeutlichenden oder konträren Verhältnis, oder auch gänzlich für sich alleine stehen.


Aufgabe des PIA ist es so viele wie möglich dieser Kanäle zu überwachen. Überwachen klingt an dieser Stelle sehr negativ, doch verbirgt sich dahinter der einfache Gedanke des Vertrauens. Informationen über den Nutzer für den Nutzer und das bisher alles in der in sich geschlossenen Endo-Welt des Nutzers.


So kann der PIA auch die Fernsehgewohnheiten seines Nutzers über eine Schnittstelle zum Fernsehgerät überwachen. Mit dem Fernsehprogramm, das leicht digital über das Internet verfügbar ist, abgleichen und so weitere Schüsse auf die Interessen seines Nutzers ziehen. Mehr und mehr dehnt sich der PIA auf alle Kommunikationskanäle und Endgeräte die der Nutzer verwendet aus. Handy, Telefon, Fernsehen und Radio können überwacht, protokoliert und ausgewertet werden. Nützliches in Interaktion mit dem Nutzer herausgefunden werden, unnützen verworfen und gelöscht werden.
Daraus ergibt sich aber die wahrscheinlich wichtigste Funktion des PIA. Das verwalten, strukturieren und aufbereiten von Information. Und zwar auf lange Frist nicht die Information wie sie einst in den Medienkanälen vorgefunden wurden, sonder eine eigene Informationsaufbereitung des PIA. Eine nur für den Nutzer erstelle Informationsrepräsentation. Erstellt aus verschiedenen Quellen, aus verschiedenen Kanälen, aus verschiedenen Zeiten und sogar Epochen. Aber komponiert zu einer aktuellen, nutzerspezifischen Information. Flankierend dazu aber die Daten über Herkunft, Alter, Autor oder Querverweise der Ursprungsquelle.


Wir haben es also mit zwei Arten von Information zu tun. Dem Original und der Neukomposition im PIA. Dieser Unterschied muss deutlich gemacht werden. Original und Repräsentation codiert werden. Der Nutzer wird seiner persönlichen, individuellen und sogar einzigartigen Information gegenübersitzen. Das was vor Jahren als personalisierte Zeitung gefordert wurde. Aber er hat jederzeit die Möglichkeit auf die Quellen zuzugreifen oder Information über Herkunft und Autor zu bekommen.


Also müssen wir zwei Faktoren unterscheiden. Die echte Quelle der Information und deren rehkombinierte Präsentation im PIA. Dieser Sachverhalt muss dem Nutzer deutlich gemacht werden.
Nicht nur die Darstellung und Präsentation von Information muss neuen Gesetzen gehorchen, sondern auch deren Strukturierung. Ein Dateimanager, mit mehr oder weniger konkreten Namen für Dateien und einer Endung welche die Datei einem Programm zu ordnet wird nicht mehr ausreichen.


Ein Beispiel dafür wären MP3-Dateien. Diese Audio-Dateien tragen noch weit mehr Informationen in sich, als die reine Tonspur. Sie beinhalten unter anderem Daten zur Qualität, Erstell- und Änderungsdatum der Datei, sowie eine inhaltliche Klassifikation, durch Name, Interpret, Album, Gruppierung, Komponist, Musikrichtung, sowie Informationen über die CD von der sie stammt, wie Jahr, Titelnummer und CD-Nummer. Also eine artspezifische Grundinformation, die dieser Datei beiliegt und somit weitere Rückschlüsse zulässt. Beispielsweise das suchen nach weiteren Liedern des gleichen Komponisten oder der gleichen Musikrichtung. Diese Informationen werde auch in einem MP3-Player wie iTunes von Apple angezeigt. Nicht nur der blosse Dateiname. Beispielsweise über die eindeutige CD-Nummer kann ein einzelnes Lied einem übergeordneten Werk, einer ganzen Musik-CD zugeordnet werden.


Das Beispiel MP3 verfügt über eine weltweite standardisierte Verschlagwortung. Die Grundinformationen die ein MP3 besitzt sind vorgegeben und die meisten grossen Musikverlage halten sich daran oder haben eine Übereinkunft wie diese Informationsfelder auszufüllen sind. Also eine bestimmende Einheit, nennen wir es ein Gremium hat darüber bestimmt wie diese Verschlagwortung aussieht. Aber dabei stossen wir an eine Grenze solcher Übereinkünfte. Jeder kann irgendein Lied aufnahmen, es in ein MP3 konvertieren und online zu Verfügung stellen, also publizieren. Und dabei ohne jegliches Wissen diese Informationsfelder ausfüllen, wie es ihm gerade behagt. Dieser Komponist würde sich also nicht an die Übereinkunft halten. Die Kategorien sind festgeschrieben, aber der Inhalt ist für jeden frei wählbar. Dieser Komponist hält sich nicht an die Konvention, sondern es ist seine Person mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen die diese Felder ausfüllt. Somit wäre der Inhalt das Abbild seiner individuellen Person. Beispielsweise könnte er ein Genre generieren das bis dato noch nicht existiert. Ohne Wissen von Publizität ist es schwierig zu publizieren. Ein Moment von der PIA in Aktion treten könnte, um seinen Nutzer darauf hinzuweisen, das es für diese Art der Verschlagwortung eine Konvention gibt. Also eine Funktion, die das Verhalten von Anderen mit dem Verhalten des Nutzers abgleicht und ihm dadurch die Möglichkeit für eine verbesserte Publikation seiner Inhalte (in diesem Fall eines Liedes) zu helfen.


Ein weiteres ähnliches Beispiel stellen die Meta-Tags in HTML-Code (Hytertext Markup Language) von Webseiten dar. Auch hier gibt es übergeordnete Kategorien, wie beispielsweise den Titel der Seite, Sprache der Seite, Autor, Publizist, Urheberrechte, Inhalt der durch Suchworte beschrieben wird, eine Seitenbeschreibung, Zielgruppe und weitere. Ohne wissen über Funktionen und Verhaltensweisen von Suchmaschinen ist es schlicht weg unmöglich richtige Meta-Tags zu erzeugen. Es gibt aber eine Menge von Hilfsprogrammen die den Nutzer dabei unterstützen. Sogenannte Meta-Tag-Generatoren, wie beispielsweise webmasterplan.de. Diese Schlagworte einer Webseite dienen den Suchmaschinen eine Webseite möglichst optimal und dem Inhalt entsprechend auslesen und einsortieren zu können. So fern der Erschaffer der Seite in der Lage war diese Meta-Tags richtige zu erzeugen. Das Beispiel eines Meta-Tags sieht so aus:


<TITLE>arbeiten und leben des designers andreas ingerl</TITLE>
<META CONTENT=de NAME=language>
<META CONTENT="andreas ingerl" NAME=author>
<META CONTENT="andreas ingerl" NAME=publisher>
<META CONTENT="andreas ingerl" NAME=copyright>
<META CONTENT="Arbeiten, Biografie, design, Gestaltung, nonorm, no-norm, Visuellen, Kommunikation, Neue, Medien, Portfolio, Person, Diplom, Designer, Interaktion, mediengestaltung, webdesign, webdesigner, web-design" NAME=keywords>
<META CONTENT="arbeiten und leben des designers andreas ingerl" NAME=description>
<META CONTENT="Design, Kommunikation, eCommerce, Neue Medien" NAME=page-topic>
<META CONTENT="Webseite, Information, Biografie, Lebenslauf" NAME=page-type>
<META CONTENT="Alle, Experten, Fortgeschrittene, Profis" NAME=audience>
<META CONTENT="INDEX, FOLLOW" NAME=robots>
<META HTTP-EQUIV="Content-Type" CONTENT="text/html; charset=iso-8859-1">


Die Meta-Tags stellen für den Publizierenden die Möglichkeit dar, seinen Nutzern, seien es nun Suchmaschinen oder PIAs, Informationen zur Verfügung zu stellen, über welchen Inhalt diese Seite handelt und für welche Zielgruppe sie gedacht ist. Wertvolle Informationen die ein PIA nutzen müsste um diese Internetseite für seinen Nutzer gezielter erfassen und "verstehen" zu können. Aber die Qualität der Schlagworte und Informationen hängt von der Qualität ab wie ein Autor publiziert.


Wir sehen uns als der Forderung gegenüber für jegliche Medieninhalte solche Schlagworte oder Kategorien einzuführen und diese möglichst eindeutig zu verschlagworten. Um somit einem PIA die Möglichkeit zu eröffnen diesen Inhalt auch gezielt verarbeiten zu können und weitere Informationen als den blossen Inhalt zur Verfügung zu stellen. Wir sehen uns also der Problematik gegenüber eine neue Sprache zwischen Nutzer und Assistent erarbeiten zu müssen, wie bereits in Kapitel 1.0 erwähnt. Wir müssen Prädikate für verschiedenste Inhalt finden, Kategorien um übergeordnete Strukturen zu schaffen und Schlagwortkataloge für verschiedenste Erscheinungsformen von Medien erstellen und das alles noch mit dem natürlichen Schlagwortkatalog unseres Nutzers vergleichen. Eine Aufgabe die selbst eine solche oder noch weit grössere Arbeit benötigen würde. Aber es wäre eine Grundlage für die Schaffung eines PIA.
Nun noch ein Ausflug und einige Gedanken zum Thema Sozialisation, Gesellschaft und Demokratie durch PIAs. Man hört oft von einer sozialen Verarmung durch Medien. Ob das nun der Realität entspricht oder nicht möchte ich an dieser Stelle offen lassen. Aber auch darauf hinweisen welche Möglichkeiten diese Medien heute schon offenbaren. Es ist durchaus Möglich mit Menschen gleicher Interessen oder gleicher Vorlieben über diese digitalen und unräumlichen Kommunikationskanäle in Verbindung zu treten. Es ist nicht einfach, was wiederum oft ein Problem der Verschlagwortung ist, aber es ist möglich.


"Heute lese ich elektronische Zeitungen, lese elektronische Briefe und bewege mich durch ein unsichtbares Netz, kommuniziere und nehme Informationen auf. Früher musste ich mich an irgendwelche Örtlichkeiten begeben oder auf meine Informationsquellen warten, um mir dort das was ich wissen wollte zu holen. Ich war bestimmt durch meine gesellschaftliche Stellung. Der Ort oder das Medium definierten eine Erwartung in Bezug auf Selbst darstellung durch Kleidung, Körpersprache, Redeweise und Verhalten, sowie der Interaktion die ich auslösste. Alle öffentlichen Orte haben ihre Schauspieler, Kostüme und Rollen. Doch ein weltweites Netz definiert diese Eigenschaften neu. Es funktioniert nach eigenen Regeln, die sich von den unserer analogen Gesellschaft stark unterscheiden. Das Netz wird zu einer weltweiten Agora. (Agora: ein zentral gelegener, räumlich erhöhter Ort in der griechischen Polis)" 4


Kein Beweis das so etwas existiert, aber ein Indiz das es Gemeinschaften in einer neuen digitalen, sozial veränderten Basis geben könnte. Eine neue Sozialisation unserer Gesellschaft mit neuen Problemen und neuen Chancen. Sofern sie gleichberechtigt jedem zur Verfügung steht.


Grundvoraussetzung ist also unter anderem das jedem der Zugang zu dieser Technologie verschafft wird. Ein im Grund einfach zu lösendes Problem. Gedanklich zumindest. Das Beispiel des Telefons ist dabei ein sehr gutes Beispiel. Vor der Privatisierung des Telefonmarktes war die Macht dieses Mediums in Händen einer staatlichen Institution, der deutschen Post. Dadurch entstand zwar ein Monopol aber auch die Möglichkeit sozial gerecht jedem dieses Medium zu Verfügung zu stellen. Ein Telefon musst nicht gekauft werden, sondern es wurde für 1 DM pro Monat gemietet. Es war zwar ein Standardtelefon, aber es erfüllte seinen Dienst.


Genauso könnten wir es in Bezug auf den PIA handhaben. Wer nicht die Möglichkeit hat sich selbst einen PIA zuzulegen, der würde einen Mieten. Aber und das ist sowohl die Kritik als auch die Idee bei diesem Gedanken, keinen neuen PIA, sondern alte ausgemusterte Rechner, die zur Verschrottung und Entsorgung verdammt wären. Den vieles von dem was in einem darwinistischen Technologiesystem, der Entwicklung zum Opfer fällt, ist noch sehr gut tauglich zumindest Grundfunktionen zu übernehmen. Also jemand der keinen Umfangreichen PIA benötigt, würde ein kleiner PIA durchaus reichen. Ein Rechnersystem das sonst nichtmehr nützlich wäre, könnte in diesem Fall gute Dienste leisten. Nicht die Verschrottung von funktionierenden Geräten, sondern deren Nutzung im Sinne der Fähigkeiten der Technik. Viele Anwender wünschen sich nur einen kleinen PIA mit Grundlagenfunktionen und diese könnten solche Rechner, die günstig gemietet werden können, lange leisten. Oder das System kann jederzeit durch ein neueres leistungsfähigeres ausgetauscht werden. Gesellschaftsschrott als Gesellschaftsgabe.
Und schliesslich Demokratie durch PIAs. Die lange geführte Diskussion über Volksabstimmungen und nachlassenden Wahlbeteiligungen würde durch diese Technologie verändert werden. Durch einen PIA wäre es möglich direkt an Abstimmungen, Wahlen und meinungsbildenen Prozessen teilzunehmen. Der PIA besitzt grundlegend die Funktion Demokratie in Wohnzimmer zu bringen, Informationen gerecht und jedem zukommen zu lassen. Ohne grossen Aufwand echte Vergleiche anzustellen und an Abstimmungen jederzeit und an nahezu jedem Ort teilzuhaben. Ebenfalls ein Thema das viele Seiten füllen könnte. Aber die Chance dazu besteht oder drängt sich nahezu auf.


All diesen vorangegangenen Verhaltensmethoden gegenüber müsste der PIA vorbereitet sein. Er müsste die jeweilige Sprache sprechen, über die jeweiligen Informationen und Abläufe verfügen. Der PIA muss ein offenes System sein, das durch Zusatzmodule nahezu beliebig erweiterbar sein.


Aber um beliebige Prozesse abbilden zu können müssen Grundregeln erarbeitet werden und das auf einer möglichst einfachen und rudimentären Basis. Dabei kann man Handlungsweise in 4 Kategorien aufteilen:


1) absichtliches Tun (Handlung), führt zu erwartetem Ergebnis
2) absichtliches Tun (Handlung), führt zu unerwartetem Ergebnis
3) nicht-absichtliches Tun, führt zu erwartetem Ergebnis
4) nicht-absichtliches Tun, führt zu unerwartetem unerwünschtem Ergebnis 5


Diese Beispiele zeigen auf, welches Ergebnis das Handeln eines Nutzers nach sich ziehen können. In der Umkehrung welche Verhaltensmethoden eines PIA zu welchem Ergebnis beim Nutzer führen können. Wir müssen also dafür sorgen das beispielsweise Punkt 4 nicht erfüllt wird. Denn das würde nicht der Erwartungshaltung den Nutzers entsprechen.


Neben der Sprache zwischen Nutzer, Information und Autor müsste es also ebenso einen Katalog an Verhaltensweisen, die Resultat dieser Sprache sind, geben, die ebenfalls zwischen allen drei Beteiligten gelten muss. Eine Grundlage die er nun ermöglicht verschiedene Funktionen eines PIA herauszuarbeiten.

 

3.4 Funktionen


Das heutige und gewohnte Arbeiten mit einem Computer ist geprägt von verschiedenen, ineinander verwobenen Arbeitsabläufen, die in einer bestimmten oder unbestimmten Reihenfolge abgearbeitet werden müssen. Um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen sind oft viele Schritte nötig. Oft sind viele dieser Schritte reine Routineabläufe die sehr häufig auftreten. Es gibt erste Ansätze solche Abläufe zu vereinfachen oder Regeln für diese zu definieren. Ein Beispiel dafür wären CSS (Cascading Stylesheets) im Webdesign bzw. HTML. Mittels dieser Textdatei werden für ein ganzes Dokument oder eine gesamte Webseite die Schriftform definiert. Sowohl Schriftgrösse, Art, Auszeichnungsarten, Highlight-Verhalten und vieles mehr. Die im CSS eingepflegten Informationen müssen nun nichtmehr einzeln jeder Seite, oder jedem Dokument, zugeordnet werden, sondern die Seite erhält einen Verweis auf diese zentrale Datei und benutzt deren Informationen und Angaben.


Ein weiteres Beispiel ist Adobe Photoshop. Ein Programm zur Bildbearbeitung, dass sehr viele unterschiedliche Manipulationsmöglichkeiten von digitalen Bildern besitzt. Filter oder Gradationskurven, Farbmanipulation oder Weich- bzw. Scharfzeichnen und viele weitere. Aber meist erzielt man nur das gewünschte Ergebnis wenn man wenn man mehrere der Funktionen hintereinander benutzt. Um solch wiederkehrende Abläufe speichern und somit immer wieder abrufen zu können besitzt Photoshop sogenannte Aktionen.
Der Standardablauf für das einfache Verbessern von Digitalfotos wäre beispielsweise:


- Bild öffnen
- Automatische Tonwertkorrektur
- Automatische Farbkorrektur
- Filter: Scharfzeichnen
- Scharfzeichnen verblassen 50%
- Dokument Speichern (Gleicher Dateiname, JPG volle Qualität)
- Dokument schliessen


Ein Ablauf der aus sieben einzelnen Schritten besteht, aber nur aus Funktionen die keinen Eingriff benötigen oder genaue Einstellungen besitzen, die man vorher schon kennt. Natürlich ist die Qualität besser wenn man jeder einzelne Bild individuell bearbeiten würde, aber nehmen wir an es handelt sich um eine sehr grosse Anzahl von Bildern. In Photoshop würde ich diesen Ablauf nun einmal von Hand vornehmen und diesen gleichzeitig in den Aktionen protokollieren oder speichern. Diese Aktion könnte ich jetzt jederzeit wieder abrufen oder sogar auf einen ganzen Dateiordner mit vielen einzelnen Bildern anwenden. Sogar über Nacht, während ich nicht anwesende bin, könnte Photoshop nun diese einmal von mir erzeugte Aktion auf meine gesamte Bilddatenbank anwenden. Zusätzlich besitzt Photoshop innerhalb der Aktionen die Möglichkeit einzelnen Einstellungsmenüs oder Dialogfelder anzuzeigen und auf die Einstellungen oder Eingaben des Nutzers erst die Aktion weiterzuführen. Die Aktionen im Photoshop helfen eine Massen von Abläufen und damit wiederkehrende Klicks zu beschleunigen. Aber man benötigt Kenntnis dieser Funktion und ihrer Anwendung. Und was noch bedeutender ist, nehmen wir an wir benutzen oder erstellen eine Aktion die nicht dem entspricht was wir von ihr erwarten, oder sind mit der Handhabung nicht völlig vertraut und Photoshop verändert uns unwiederbringlich eine ganze Menge Dokumente auf eine Weise wie wir es nicht gewünscht haben. Der Nutzer hätte kein Vertrauen in diese Funktion und würde sie schätzungsweise nichtmehr benutzen.


Kehren wir den Prozess um. Nicht der Nutzer erkennt den Sinn und kennt die Funktion solcher Aktionen, sondern das System an sich, der PIA. Anhand des Nutzerverhaltens und des Ergebnisses das bestimmte Abläufe in gleicher oder sehr ähnlicher Form (beispielsweise vertauschter Reihenfolge) wiederkehren. Könnte der PIA nun dem Nutzer eine solche Aktion vorschlagen. Aber nicht nur das. Um Fehlfunktionen oder Fehlbedienung vorzubeugen, würde der PIA diese Aktion in mehreren Schritten einführen. Um den Nutzer mit dieser Aktion vertraut zu machen und das Vertrauen zu dieser neuen Funktion aufzubauen. In einem ersten Schritt würde er nur das Öffnen, Speicher und Schliessen des Dokuments automatisieren. In einem weiteren die Bildbearbeitungsabläufe zusätzlich übernehmen. Und dazu noch zwei Versionen anbieten, die alte, ursprünglich und die neue, für den Fall das das Ergebnis nicht gewünscht wäre. In einem dritten Schritt schliesslich anbieten auf alle neuen Bilder die auf das System geladen werden, diesen Ablauf ohne überhaupt sichtbar zu werden, anzuwenden. Immer aber mit der Option das unbearbeitete Original verfügbar zu haben, falls der Nutzer mit dem automatischen Ergebnis nicht zufrieden sein sollte. Und in einem letzten Schritt, könnte der PIA sogar lernen um welche Quelle es sich bei den Bildern handelt. Beispielsweise eine bestimmte Digitalkamera die immer die gleichen Verzerrungen aufweist, die immer auf die gleiche Weise korrigiert werden kann. Die könnte beispielsweise durch einen Filter des Herstellers der Kamera oder eines anderen Nutzers geleistet werden. Das Beispiel von Aktionen für wiederkehrende Abläufe, kann auf viele weitere Bereiche des digitalen Lebens ausgedehnt werden. Nehmen wir an unser PIA weiss, das wenn wir uns an unserem Rechner einloggen, das wir immer erst Mails lesen und dann die Internetseite spiegel.de ansehen. Er könnte nach dem Log-In automatisch das Mailprogramm öffnen und im Hintergrund schon den Webbrowser öffnen und spiegel.de anzeigen, oder das ganze in seiner eigenen Oberfläche zur Verfüfung stellen. Das ist heute bereits alles Möglich, aber stets durch die Hintertüre. Ich muss selbst diese Einstellungen vornehmen, oder wissen das es sie überhaupt gibt. Ein PIA würde mit die Kenntnis von einzelnen Funktionen zwar entziehen, aber mir das Ergebnis präsentieren, was die Kenntnis über die Funktion und wo sie sich verbirgt nichtmehr nötig macht.


Aus diesen Beispielen lassen sich einige Regeln für die Verhaltensweise eines PIA herausarbeiten:


- automatische Abläufe müssen stets rückgängig zu machen sein, damit dem Nutzer die Möglichkeit nicht verwehrt wird, selbst in einen ungewünschten Ablauf einzugreifen


- Der PIA arbeitet funktionsorientiert, er kennt mögliche Funktionen und deren Kombinationsmöglichkeiten. Der Nutzer ist ergebnisorientiert, ihn interessiert das Ziel und dieses zu erreichen.


- In jeden Automatismus muss dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt werden einzugreifen oder ihn zu verändern oder gar abzulehnen und das zu jeder Zeit.


Eine weitere und vielleicht die wichtigste Funktion eines PIA oder auch heutiger Computersysteme ist das speichern, verwalten und ordnen von Dokumenten. Dabei sind heutige System darauf angewiesen über Dateinamen und Dateiendung diese Dokumente zuzuordnen und sie in geeigneten Programmen anzuzeigen. Entweder als Dateistruktur in Ordner- oder Dokumenten-Managern oder in dem der Datei zugeordneten Programm. Ein PDF im Acrobat Reader beispielsweise. Voriges Beispiel ist dabei sehr einfach, da eine eindeutige Zuordnung von Programmart und Dokumentenart vorliegt, sofern man das Programm zur Verfügung hat. Dabei gibt es auch heute schon Systeme die Vorschauen der Dokumente anzeigen oder selbst der Inhalt durchsuchbar ist. Aber diese Systeme stossen sehr schnell an ihre Grenzen. Doch oft mangelt es an der Verfügbarkeit eines Programms zur Anzeige oder einer geeigneten Konvertierung.


Nehmen wir das Beispiel Webseiten. Der Microsoft Internet Explorer bietet drei Möglichkeiten zum Download einer Webseite. Die erste Möglichkeit ist ein Webarschiv, dabei packt der Explorer alle dafür nötigen Dokumente (Originalseite, Bilder, CSS usw) in ein Dokument. Dieses Dokument kann nur vom Explorer geöffnet werden, zeigt dann aber die Internetseite korrekt, aber offline an. Ob eine neuere Version des Internetexplorers aber dieses Archiv anzeigen kann ist fraglich. Die zweite Möglichkeit ist der Download als HTML-Quelltext, vereinfacht die Originalseite in ihrem ursprünglichen Code aber ohne weitere Dateien. Die führt dazu das die Seite zwar wieder angezeigt werden kann, aber ohne Bilder und zusätzliche enthaltene Elemente. Gerade mal dazu geeignet sie als Webdesigner zu analysieren wie sie erstellt oder programmiert wurde. Die dritte Möglichkeit ist schliesslich als Standart-Text. Diese Methode speichert den auf der Interseite befindlichen Text in ein Textdokument, welches von weiteren Programmen gelesen werden kann. Aber jegliche Formatierung oder Gliederung geht dabei verloren und das Dokument enthält sinnlose Zeichen welche die einstige Formatierung repräsentieren, aber nichts weiter als lästiger Ballast sind. Das Apple Betriebssystem bietet schliesslich noch eine vierte Möglichkeit an, die aber keine Funktion des Explorers darstellt. Die Webseite als PDF zu speichern. Dabei wird die Webseite schlicht in ein PDF umgewandelt.


Ein PIA müsste auch diesen Prozess der Speicherung und Analyse von Dokumenten umkehren. Die Quelle, das Original müsste als Referenz erhalten bleiben, aber die Inhalte würde in die Struktur und Umgebung des PIA übertragen werden. Wie erwähnt als Referenz könnte der PIA und somit der Nutzer immer auf das Original zurückgreifen, es sich anzeigen lassen. Mit allen Fehlern, die das ursprüngliche Programm, wie der Explorer, eingebaut hätte. Aber darüber hinaus wäre der Inhalt in einem eigenem System des PIA gespeichert. Um dies leisten zu können müsste der PIA über eine ganze Reihe von Konvertierungsmodulen verfügen, die aber automatisch dem PIA beiliegen könnte, oder ständig automatisch aktualisiert werden. Der PIA würde aber Inhalte, sagen wir Text und verknüpfte Bilder in sein System übernehmen, es einheitlich darstellbar machen und durchsubar, sowie referenzierbar machen. Der Inhalt würde sich so seiner ursprünglichen Form entheben und reiner Inhalt werden. Text und verknüpftes Bild. Er könnte sowohl durch das Bild als auch durch den Text gefunden und durchsucht werden. Er könnte in mehrere Text aufgeteilt werden, Oder selbst teile daraus gelöscht, die von keinem Interesse sind. Schlicht er könnte verändert und umstrukturiert werden im Sinne des Nutzers oder durch den Nutzer und sein Interesse. Er würde gefunden werden und er könnte mit anderen Inhalten verknüpft werden. Fern ab seiner ursprünglichen Form. Im Hintergrund aber das Original als Referenz. Inhalt ist somit nichtmehr Quellen- oder Formgebunden, sondern wird blosser Inhalt des PIA. Information und Wissen. Die Quelle dient nur noch als Echtheitsnachweiss und grundsätzliche Referenz für den Inhalt. Der Inhalt selbst ist nun in einem offenen und veränderlichen System und seine letztendliche Erscheinungsform von Nutzer abhängig.
Über die Präsentation und Strukturierung von Inhalten in einem PIA soll später im Kapitel 3.7 Design des PIA mehr gezeigt werden. Sowohl durch theoretische Überlegungen als auch durch visuelle Beispiele. Aber an dieser Stelle sei schon angemerkt das dieses einzelne Thema ebenfalls den Umfang einer ganzen Arbeit dieser Art beanspruchen könnte.


Aber wir sind an einem weiteren Punkt angelangt. Wenn ein Dokument seiner ursprünglichen Form enthoben wird. Wenn Das Original nur als Quellenverweis und Referenz dient. Dann haben wir die Möglichkeit mit diesem Inhalt völlig neu umzugehen. Wir können ihn formatieren wie wir es wollen, oder wie wir es unserem PIA vorgegeben haben. Wir können ihn in mehrere Teile "zerreissen", Kommentare hinzufügen oder völlig neu kombinieren. Vor allem können wir ihn mit anderen Dokumenten kombinieren oder zumindest verknüpfen, also in Relation setzen. Nehmen wir als Quelle eine Internetseite, so kann diese Links zu anderen Seiten beinhaltet haben. Wir können aber nun entscheiden welche Links wirklich, für uns, sinnvoll sind oder nicht. Sinnvolle behalten, weiterverfolgen und gegebenenfalls ebenso speichern und verändern oder auch unnötige Links löschen. Wir können diesen neuen Inhalt mit alten oder anderen Inhalten verknüpfen, oder der PIA macht das für uns. Wir stellen entweder automatisch oder selbst Relationen her. Anhand von Interesse, Ergänzung oder Co-Existenz zweier Inhalte. Wir können diesen Inhalt beliebig verändern oder kürzen. Wir können Fussnoten direkt im Text oder ausserhalb des Textes anzeigen lassen. Wir können den Text mit meinem digitalen Fremdwörter Lexikon verbinden um uns Fremdwörter erklären und anzeigen zu lassen. Oder dieser Gedanke weiterverfolgt, nicht ein Fremdwörter Lexikon, sondern unser Fremdwörter Lexikon, das weiss welche Worte wir beherrschen und welche nicht. Gespeichert auf unserem individuellen PIA. Selbst ein scheinbar statisches Werk, wenn man von zyklischen Ergänzungen absieht, wie ein Fremdwörter Lexikon, das nichtmehr statisch sondern individuell wird. Mein persönliches Lexikon, das weiss welche Worte es mir anzeigen soll und auf welche es verzichten kann. Aber das Bedeutendste an diesem Prozess ist die Neuordnung und Neustrukturierung von Inhalten und die Relation zu anderen Inhalten. Eine aktuelle Nachrichtenmeldung, die in einem für mich interessanten Themenbereich liegt und mir eines morgens von meinem PIA präsentiert wird. Diese Meldung kann eine ganz andere Bedeutung bekommen wenn sie mit älteren ähnlichen oder gar gleichen Artikeln oder Geschehnissen oder gar eigenen Texten in Relation steht. Und diese Relationen mir aufgezeigt werden. Es kann mir aufzeigen das sich mein Interesse auf diese Meldung richten kann oder gar sollte, vielleicht aus beruflichen Gründen oder der ganze Sachverhalt weisst mich darauf hin das dieses Interesse längst der Vergangenheit angehört und somit als Information für meinen PIA getilgt werden kann. Weiter noch, das Alter von Dokumenten spielt somit keine Rolle mehr. Ein Dokument von dem ich nicht einmal mehr weiss das es existiert kann plötzlich eine Rolle spielen oder eine spezielle Bedeutung bekommen. Eine Information kann mit einem Sachverhalt verknüpft werden, dessen Zusammenhang ich ich im Moment gar nicht absehen kann. Nehmen wir an eine Meldung über die Veränderung der Gesetzgebung bei Lebensversicherungen. Mein PIA weiss das ich über mehrere solcher Versicherungen verfüge und bietet diese Information zusätzlich an. Nachrichtenmeldung und meine persönliche Situation wird in Relation dargestellt. Also kann der Nutzer Rückschlüsse auf seine Situation im Verhältnis zu dieser Meldung und der enthaltenen Information ziehen und geeignete Schritte einleiten. Ein Vorgang der vorher vielleicht nie stattgefunden hätte. Es haben also nicht nur Relationen von Inhalten eine Bedeutung sondern auch Relationen zwischen Information um Persönlichkeit des Nutzers. Eine Situation die im Moment noch undenkbar ist.


Doch ist jegliche Information und deren Konsequenzen nicht von Nutzen, wenn ich sie nicht beeinflussen kann oder sie definieren kann. Der PIA benötigt Informationen über mich und mein Verhalten um überhaupt selbst Relationen herstellen zu können. Wie trainiere ich meinen PIA? Auf welche Informationen kann oder muss er zurückgreifen um mich kennenzulernen?


Die Qualität einer Information oder von persönlichen Daten ist von grosser Relevanz. Also muss der Nutzer Informationen und Abläufe des PIA bewerten. Wie wir schon am Beispiel amazon gesehen haben, können dort die Vorschläge bewertet werden. Also ein Buch als "Habe ich schon" gekennzeichnet und somit aus der Liste meiner Empfehlungen entfernt werden. Also muss die Information durch eine Bewertung verifiziert werden. Der Aspekt der Qualität einer Information oder Quelle stellt für den PIA eine elementare Information dar. Dabei muss man aber zwischen zwei Fällen unterscheiden. Informationen die der Nutzer selbst ohne zutun einpflegt oder speichert können grundlegend als Wichtig und Interessant eingestuft werden. Haben also eine hohe (Informations-) Qualität. Informationen die der PIA zur Verfügung stellt, müssen gegengeprüft werden. Zum einen um überhaupt festzustellen ob der Nutzer die Information will und zum Anderen und dadurch mehr über die Interessen des Nutzers herauszufinden. Gerade diese durch den PIA bereitgestellten Informationen bergen eine grosse Chance zur Personalisierung des Systems. Informationen die beispielsweise alt und einzeln sind müssen auf ihre Relevanz überprüft und ggf. gelöscht oder deaktiviert werden. Eine einzelnen Information meint in diesen Falle das sie inhaltlich einzigartig und nicht mit anderen verknüpft ist oder auch innerhalb eines Interessensgebiets liegt, das nicht noch weitere Inhalte besitzt. Information wird somit nicht nur verknüpft, gespeichert und dargestellt, sondern ihr wird das Prädikat der Qualität hinzugefügt. Diese Qualität muss in regelmässigen Zyklen überprüft und neu vergeben werden. Um diese Qualität zu bestimmten muss der PIA über direkte und indirekte Methoden verfügen diese Informationsqualität zu bestimmen.


Die Qualität eine Buches oder einer analogen Seite ist die Möglichkeit Notizen, Bemerkungen oder Anmerkungen zu schreiben. Abgesehen von dem Charme den solche Einträge haben können ist das ein Prinzip das auch für einen PIA gelten muss. Es muss die Möglichkeit geben eigene Anmerkungen, nennen wir es Notizen zu schreiben. Wobei man nun über die Form und Art einer Notiz nachdenken muss.


Es gibt Notizen die auf eine andere Stelle im Text oder der Quelle verweisen. Dies stellt im Kontext mit einem PIA keine Notiz sondern eine Verknüpfung oder Relation dar. Im engeren Sinne betrachten wir hier eine Notiz als einen vom Nutzer generierten Text, seine eigenen Worte. Würden wir jetzt diesen persönlichen Text direkt mit dem Informationstext verknüpfen oder die Nootiz dort integrieren, wäre sie fest an diesen Text gebunden. Anders betrachtet kann einen Notiz auch eine eigenständige textliche Information sein, die wiederum nur eine Verknüpfung besitzt. Dadurch aber auch mit weiteren Quellen und Informationen verknüpft werden kann. Die klassische, direkte Notiz wird es in einem PIA nicht mehr geben. Es werde eigenständige Texte sein, die nur eine Verknüpfung aufweisen. Somit als eigene Informationsbausteine darstellen. Grundlegender unterschied zu anderen Informationen ist dabei das der Autor der Nutzer selbst ist.

Ein PIA wird also nur verschiedenste, grundlegend textliche Informationsfragmente verwalten und diese verknüpfen. Somit entsteht im einen Falle eine Art Notiz, im anderen Falle ein ergänzender Text oder ein grundsätzlicher neuer Text. Wir werden nicht mehr in Textmengen wie Arbeiten, Büchern oder Gesamtwerken denken, sondern nur noch in Fragmenten, die heute ein Gesamtwerk erzeugen können, morgen aber wieder das einzelne Fragment darstellen, je nachdem in welchen Kontext und mit welchen Ziel sie aufgerufen und rezipiert werden.


Auch über die Technik den PIA sollen hier einige Worte fallen. Im Grund sollte man sich den PIA als eine Art Server vorstellen, der ortsfremd oder ortsnah entweder in zentralen Rechenzentren oder im eigenen Keller steht. Ob der Zugriff über ein sicheres Netzwerk besteht oder über ein lokales Netzwerk ist dabei nicht von Bedeutung. Der lokale Computer wird seiner Bedeutung enthoben. Wir werden dann mit so genannten Thin-Clients (wörtlich: dünne Clienten) arbeiten. Also Computern die keinen eigenen Speicher besitzen und auch kein eigenes Betriebsystem, sondern nur zur Darstellung von Inhalten dienen. Die Informationen, das System an sich, wird vom Sever geliefert. Das hat einige Vorteile. Zum einen sind Daten nicht verteilt auf verschiedenen Rechnern, sondern zentral auf dem Server. Zum anderen müssen wir nicht mehrere Systeme pflegen und warten, sondern nur eines, wiederum den Server. Bei dem Thin-Client handelt es sich im Grunde nur noch um einen Monitor mir Tastatur und Maus, oder welchen Eingabegeräte wir auch immer verwenden mögen. Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist auch das egal von welchem Client wir auch immer auf unseren PIA, sprich unseren Server zugreifen werden, werden wir immer unsere Umgebung und unsere persönlichen Einstellungen, unseren PIA vorfinden. Unabhängig von welchem Thin-Client wir zugreifen oder von welchem Endgerät. Über ein Netzwerk wie das Internet könnten wir von jedem Punkt der Welt auf unseren PIA zugreifen. Im besten Falle mit jeglichem (sinnvollen) erdenklichen Endgerät. Ob dies nun über TCP/IP oder Bluetooth oder irgendeine andere Schnittstelle geschieht ist letztendlich ohne Belang.

Grundvorraussetzung ist eine Verfügbarkeit, sofern die Technologie vorhanden ist, immer und überall wenn wir sie wünschen.
Ob wir nun im Amazonas über eine Satelitenanlage oder im Mitteleuropa über GPRS oder stetige wachsende Wireless-LAN Verbindungen unsere PIA kontaktieren ist unerheblich. Aus die Ausgabe unserer Daten ist offen. Nicht nur die Information und ihre Form hängt von unserem Verhalten ab. Ob es nun ein klassischer Computer oder ein Handy ist, ob es eine Holoprojektion oder ein Chip in unserem Gehirn ist, spielt keine Rolle. Sofern unser PIA auf die Ausgabe an diese Schnittstelle oder dieses Endgerät vorbereitet ist.
Ein Server wird das Zentrum des PIA darstellen. Er ist im Grund nichts anderes als eine Black-Box. Wichtig ist die Speicherkapazität, die den Bedürfnissen des Nutzers nahezu jederzeit angepasst werden können. Speicherplatz spielt heute keine grundlegende Rolle mehr, und diese Rolle wird noch weiter schwinden. Festplatten würden einfach ausgetauscht werden, gegen grössere. Das ganze System würde sowieso doppelten Speicher besitzen um redundant die gespeicherten Informationen sichern zu können. Fällt eine Platte aus, wird sie ausgetauscht und die fehlerhafte Platte ersetzt und die Daten in der folgenden Nacht, oder einen Phase der Inaktivität des PIA überspielt. Technologien die wir teilweise heute schon besitzen.


Das Betriebssystem des Servers wäre für uns unsichtbar. Die Hardware einfach über eine Slot-In-Technologie austauschbar. Das heisst Hardware-Komponenten sind nicht an Server oder Software gebunden, sondern Einzelteile, die jederzeit ausgetauscht oder erneuert werden können. Für so ein Verhalten von Hardware gibt es heute schon ein kleines Beispiel. Das DSL-Modem das wir für den Zugang für DSL-Netzwerke z.B. T-DSL-Online verwenden, besitzt weder ein eigenes Interface für Einstellungen, noch die Möglichkeit darauf direkt zuzugreifen. Aber es ist stets auf dem neuesten Stand. Die Hardware ist im Moment noch allgemein gültig, sprich nicht veraltet, also besteht kein Grund sie zu ändern. Die Software des Modems ist auf einem wiederbeschreibbaren Medium gespeichert, einem so genannten RAM (Read Available Memory). Diese Software wird sofort aktualisiert, sobald eine neue Version verfügbar ist, ohne das wir es überhaupt wahrnehmen oder selbst dafür etwas tun müssen. Genau so sollte unser PIA-Server auch funktionieren.


Dieser Aufstellung von Thesen und Ideen wie ein PIA zu funktionieren hat, könnten und wahrscheinlich müssten, noch viele hinzugefügt werden. Die angesprochenen Stellen die wichtigsten Funktionen dar, die sich aus der Untersuchung aus Kapitel 2 ergeben haben. Aber die letztendliche Umsetzung eine PIA würde noch viele weitere Möglichkeiten beinhalten. Vielleicht sogar Möglichkeiten an die wir heute noch in keinster Weise denken. Doch welche Möglichkeiten kann uns ein PIA auf Basis seiner Aufgaben, Möglichkeiten der Personalisierung oder seiner Funktionen den überhaupt bieten.

 

3.5 Möglichkeiten


Der PIA ist wie bereits mehrfach angesprochen unser virtueller Butler. Ein ungegenständliches Abbild unserer Selbst, oder zumindest unserer Interessen und unserer Kommunikation. Doch welche Möglichkeiten bietet nun dieser PIA, oder sollte er bieten?


Ein der grundlegendsten Möglichkeiten ist die Speicherung von Wissen und Informationen, sowie deren Aufarbeitung. Ob das Endprodukt nun eine täglich erscheinende persönliche Zeitung ist oder eine Wissenbasis die mit anderen geteilt wird, sollte dabei dem einzelnen Nutzer überlassen werden. Genauso individuell die Interessen und Bedürftnisse eines Nutzers sein können genauso individuell kann auch das Endprodukt selbst sein das von einem PIA erzeugt wird. Aber über das erstellen personalsierter Medien hinaus kann der PIA noch weitere Lebensbereiche vereinfach. Und Vereinfachen von Abläufen ist vielleicht einer der zentralsten Möglichkeiten eines PIA.


Nehmen wir an der PIA kümmert sich nicht nur um Medien und Kommunikation, sondern ist ein genereller Speicher von Informationen zu seinem Nutzer und ihn umgebender Daten. Er kennt alles und weiss alles was seinen Nutzer angeht. Ja darüber hinaus ist der PIA noch in der Lage Informationen individuell für einen Bedarf zusammenzustellen und für den Nutzer zu publizieren. Nehmen wir also an der PIA kennt alle Daten des Nutzer. Das heisst auch dessen Krankenakten, Kontodaten, Vermögensverhältnisse, Versicherungsabschlüsse, seinen Wohnort, sein Geburtsdatum, seinen Lebenslauf und noch vieles weitere. Nehmen wir an alles was wir in unserem bisherigen Leben in Urkunden oder auf Formularen je gelesen oder geschrieben habe oder über uns geschrieben wurde.


Prozesse die immer wieder ablaufen. Formulare oder Bestätigungen von Ämtern. Was wäre wenn der PIA diese Vorgänge, auf unsere Anweisung hin übernehmen würde? Eine Immatrikulationsbescheinigung direkt aus dem PIA, digital übertragen an die Krankenkasse. Und das ganze ohne Briefwechsel, Telefonate oder Formulare. Das einzige was der Nutzer davon mitbekommen würde, wäre das seine Krankenkasse diese Bestätigung anfordert und der Nutzer müsste dem PIA den Auftrag erteilen diese Bestätigung zu versenden oder dem PIA der Krankenkasse die Erlaubnis erteilen auf diese Bestätigung zuzugreifen. Das Dokument oder Schriftstück, wäre auf unserem PIA gespeichert, sicher in unserer Endo-Welt verwahrt. Wir würden einem anderen System das sich eindeutig identifiziert nur den Zugang in unsere Endo-Welt für einen kurzen Zeitraum und ein ganz bestimmtes Dokument erlauben und der ganze Prozess wäre abgeschlossen. Daraus ergibt sich das der PIA auch in der Lage sein muss sich aus der Endo- und die Exo-Welt zu öffnen. Für Forumlare und Urkunden ist nicht mehr die Unterschrift oder der Absender entscheidend, sondern die digitale Authentifizierung eines anderen Systems oder PIAs.Meine Unterschrift wird durch die digitale Signatur meines PIA ersetze. Aber immer in Rücksprache mit dem Nutzer.


Steuererklärungen, Unterlagen für den Steuerberater, Rückmeldungen an der Uni, oder jegliche Formulare könnten von meinem PIA vorbereitet werden. Daten die immer wiederkehren automatisch eingetragen werden und mir nur noch zur Durchsicht vorgelegt werden. Natürlich würden diese Vorgänge hohe Sicherheits-Prozesse verlangen, dass niemand unbefugtes Zugriff auf meine persönlichen oder sogar sicherheitskritischen Daten hätte. Aber das könnte durch zentrale Stellen geleistet werden, die es heute ja schon gibt, bzw. deren Arbeitsweise auf diesen digitalen Weg umgewandelt werden könnten. Selbst Personalausweise wären dann keine echten Dokumente mehr, sondern bei Bedarf eine Rückfrage bei meinem PIA und dem Einwohnermeldeamt. Über das Einlesen meiner Iris oder meinem Fingerabdruck könnte ich mich dem PIA und anderen PIAs eindeutig als "Ich" zuerkennen geben. Wenn beide PIAs meine Echtheit bestätigen, würde das dem Vorzeigen eines analogen Personalausweises gleichkommen. Und ich könnte ihn nie wieder vergessen, weil ich über mein Laptop, mein Handy oder irgendeine verfügbare Schnittstelle auf diese Information zugreifen könnte. Aber bis zum digitalen PIA-Personalausweis gibt es noch einige Schritte vorher die einfacher und nicht so kritisch sind wie dieser.


Stellen wir uns vor unsere Kreditkarte bietet nicht nur die Möglichkeit unsere Kontodaten und die damit verbundene Möglichkeit von diesem Konto abzubuchen, sondern sie besitzt weitere Informationen über meinen Kontostand oder Kontostände verschiedener Konten. Oder noch einen Schritt weiter, die Kreditkarte existiert nicht mehr. Im Supermarkt würde ich die Kasse direkt mit meinem Handy verbinden, per Bluetooth beispielsweise. Und meine Handy wäre in der Lage auf die Kontoberechtigung in meinem PIA zuzugreifen. Es würde mir den verfügbaren Betrag nennen, der sich auf dem Konto befindet und mir die Möglichkeit bieten den Einkauf gerade von diesem Konto abzubuchen. Dadurch werden Bankinstitute oder Kreditkartenfirmen nicht überflüssig, ganz im Gegenteil. Mein PIA wäre zertifiziert sowohl Geld als EC-Karte, als gewöhnliche Bankkarte mit PIN-Nummer und als Visa-Karte mit Unterschrift zu transferieren. Der Nutzer würde eine der Möglichkeiten wählen und so bezahlen. Nicht anders als die Karte zu benutzen, nur mit dem Unterschied das mein PIA mehr Informationen bietet und ich die Karte niemals vergessen könnte.


Was durch diese Beispiele immer deutlicher wird, das es für den PIA und vieler Funktionen nicht nur ein Endgerät zuhause geben kann, den klassischen Computer oder Thin-Client, sondern auch ein mobiles Endgerät. Beispielsweise nach heutigem Stand ein Handy. Dieses Handy verfügt über die meisten nötigen Schnittstellen und die Netze sind in unseren Breiten mittlerweile sehr flächendeckend. Ein PIA kann also nicht nur Kommunikationskanäle wie E-Mails oder SMS überwachen, er kann nicht nur Informationen sammeln und ordnen um eine Tageszeitung zu erzeugen oder Hintergrundinformationen über eine bestimmtes Thema zu erstellen. Er kann auch immer wiederkehrende Abläufe für mich übernehmen, wie viele Amtsgänge oder amtliche oder staatliche Erklärungen oder Formulare. Prinzipiell gibt es kaum einen Lebensbereich wo ein PIA nicht zumindest nützlich sein kann. Und wenn es nur das sammeln von Kochrezepten ist.
Ein PIA übernimmt alle klassischen Aufgaben eines Betriebsystems und vieler darin enthaltener Programme, aber darüber hinaus noch viele weitere heute schon denkbare oder noch in ferner Zukunft liegender Abläufe und Vorgänge.

 

3.6 Zugangsformen und Ausgabemöglichkeiten


Wir sind schon im vorigen Kapitel an dem Thema Zugsangs- und Ausgabemöglichkeiten eines PIA angelangt. Im Zentrum steht die Verfügbarkeit über verschiedene Schnittstellen. Und eine breite oder sogar flächendeckende Verfügbarkeit über die eigene Endo-Welt hinaus. Man könnte es im erweiterten Sinne als neb- und netzbasiertes System bezeichnen. Es müsste gewährleistet werden das Medienkanäle in einem PIA-verständlichen System senden und das Endgeräte Informationen des PIA verarbeiten und darstellen können.


Auch die Eingabe müsste durch diverse Eingabekanäle- oder Geräte möglich sein. Der PIA müsste in der Lage sein ein Diktiergerät auszulesen und die Sprache in Text zu übertragen. Oder wie bereits erwähnt über einen Scanner ISBN-Nummern von Büchern lesen können um somit zu erfassen welche Bücher ich besitze. Oder die angesprochenen Schnittstellen mögliche Quellen in ein PIA-eigenes Format zu konvertieren. Im Grund sind wir für viele Anwendungen wieder beim Handy angekommen. Ein analoger Text den ich irgendwo lese, nehmen wir an beim Arzt in einer Zeitschrift, könnte ich mit meinem Handy und der darin enthaltenen Digitalkamera fotografieren und direkt an den PIA zur Auswertung und Einpflegung in mein System übermitteln. Zuhause würde der Artikel fertig digital auf mich warten und der PIA nur noch die Informationen benötigen wo der Artikel abgelegt werden soll. Vielleicht hat der PIA sogar schon im Text enthaltene Internetseiten analysiert und stellt mir diese auch bereit oder biete sie zumindest zur Betrachtung an. Der nächste Termin mit meinem Arzt würde nicht per Zettel sondern per Netz an meinem PIA übermittelt werden. Der mich dann rechtzeitig drauf hinweisst das ich diesen Termin habe.


Eine weitere Möglichkeit für den PIA seinen Nutzer kennenzulernen eröffnet sich durch eine minimale Veränderung oder Nutzung heute schon bestehender Geräte. Nehmen wir an der PIA würde auf die vorhandene Webcam zugreifen können, oder in meinem Monitor wäre eine Kamera eingebaut. In meiner Maus und den Tasten wären Sensoren die meine Körperfunktionen überwachen. Der PIA hätte anhand meiner körperlichen Reaktionen, die meist unbewusst oder automatisch stattfinden, die Möglichkeit Rückschlüsse zu ziehen. Wo wandern meine Augen beim betrachten einer Internetseite zuerst hin. Welcher Textteil wird wann gelesen. Wie reagiert der Pulsschlag und die Körpertemperatur auf das Betrachten welchen Inhalts auf der Seite. Vielleicht untrügliche Merkmale was mich wirklich interessiert und was weniger. Für Marketinginstitute und Werbefirmen wären solche Informationen höchst wertvoll. Aber diese Informationen sich ausschliesslich für den PIA und meine Ende-Welt bestimmt.

Abgeschirmt von kommerziellen Interessen Dritter. Auch müsste man dem Nutzer dringend einräumen auch solche gesammelten Informationen nicht zu verwerten, wenn er das nicht wünscht. In die Meinungs- und Entscheidungsfreiheit des Nutzers darf der PIA niemals eingreifen und wenn muss es für den Nutzer immer die Möglichkeit geben dies zu verhindern oder zu verbieten. Ich will an dieser Stelle an das Beispiel erinnern, das ein Nutzer regelmässige Informationen über Fussball abruft um mit seinen Kollegen darüber sprechen zu können, aber sich eigentlich nicht dafür interessiert. Oder auch das Gerücht, das die meisten Ehebrüche heute über das Handy und dort über SMS der Geliebten oder des Geliebten aufgedeckt werden.


Auch weiter sind noch viele weitere Geräte oder Prozesse zur Eingabe und Ausgabe von Informationen denkbar. Dazu ein Beispiel was möglich und denkbar ist:


"Gelähmter schickt E-Mails kraft seiner Gedanken; Ein wichtiger Schritt zur Verbindung von Mensch und Maschine scheint getan: Ein querschnittgelähmter Mann kann allein mit seinen Gedanken Computer und Fernseher steuern. Mediziner hatten ihm einen Chip eingepflanzt, der Signale aus dem Gehirn an einen Computer schickt." 6


Dies berichtete der Spiegel am 14. Oktober 2004 in seiner Online-Ausgabe. Das Implantat "Braingate" der US-Firma Cyberkinetics ermöglicht es einem 25-jährigen Querschnittsgelähmten seine E-Mails abzurufen, durch Fernsehprogramme zu zappen und am Computer zu spielen. Dies stellt einen der ersten Versuche dar bei einem Menschen Gehirnströme in digitale Befehle für technische Geräte umzuwandeln. Bisher wurde das nur bei Affen untersucht. Diese gesamte Entwicklung steht aber noch am Anfang ihrer Entwicklung. Bisher wurden bei den Patient gerade mal 100 Neuronen mit dem System verbunden. Die Genauigkeit der Steuerung erreicht gerade mal ca. 70% und das System reagiert nicht in Echtzeit sondern mit erheblicher Verzögerung, da der angeschlossene Computer schlicht weg zu langsam ist. 7 Wenn wir auf solche Technologien hoffen wollen, dann wird es doch noch eine ganze Zeit brauchen bis sie in ausgereiftem Massen zur Verfügung stehen wird. Aber wir sollten auch solche Möglichkeiten beachten, den sie sind nicht neu. Science-Fiction-Literatur hat schon von mehreren Jahrzehnten solche Möglichkeiten vorraus gesagt. Wir sind heute noch nicht in der Lage solche Schnittstellen effizient zu nutzen, doch sind wir aber auf dem Weg zu solchen Möglichkeiten. Vielleicht brauchen wir irgendwann weder einen Computer oder Thin-Client, sondern kommunizieren mit Gedankenkraft mit unserem PIA oder sehen seine Ausgaben direkt durch eine Projektion in unser Auge. Lesen unsere persönliche PIA Zeitung morgens im Zug einfach in dem wir aus dem Fenster blicken. Technologien die wir noch nicht besitzen, deren Nutzung ethische und moralische oder teilweise sogar humanistische Fragen aufwerfen, aber Technologien die als Ein- und Ausgabe des PIA zumindest denkbar sind.


Ein letzten Punkt dieses Kapitels soll die Betrachtung der Begriffe Endo- und Exowelt sein, die bereits in Kapitel 1.7 zum ersten Mal angesprochen wurden. Die Endo-Welt stellt für den Nutzer seine vertraute Umgebung dar. Einen Ort zu dem er Vertrauen hat. Die eigene Wohnung, das eigene Haus, die eigene Umgebung. Innerhalb dieser Umgebung muss auch der PIA sich physisch befinden. Idealerweise als Server im Keller. Die Endo-Welt stellt eine dem Nutzer nahe Umgebung dar, eine Umgebung die in seinem Wirkungsbereich und Machtbereich liegt. Der PIA muss innerhalb des direkten Machtbereiches des Nutzers liegen. Kritisch wird die Betrachtung wenn man die Schnittmenge zwischen diesen beiden Welten betrachtet. Der PIA muss auch auf die Exo-Welt zugreifen können um neue und externe Informationen zu beschaffen, Vorgänge des alltäglichen Lebens abzuwickeln, sein System zu aktualisieren und Anfragen zu beantworten. Da es sich bei einem idealtypischen PIA um ein System handelt das sehr kritische Informationen über den Nutzer besitzt, die keineswegs missbraucht werden dürfen, muss sich der PIA gegenüber der Exo-Welt abschotten.


Ob sich der PIA beim surfen im Internet als passiver Betrachter der Vorgänge verhält, oder selbst die Möglichkeit eröffnet Internetseiten anzuzeigen, soll an dieser Stelle offen bleiben. Aber das Verhalten seines Nutzers, die Seiten die er rezipiert und wie er sich dem Medium und deren Inhalte gegenüber Verhält sind wichtige Informationen für den PIA.


Wir müssen also bei der Entwicklung eines PIA darauf achten, wann wir uns in welcher Welt bewegen. Klare Grenzen ziehen, wo welche Welt endet und die andere beginnt. Grundsätzlich werden alle Informationen lokal (offline) auf dem PIA gespeichert. Also unabhängig von irgendwelchen Exo-Netzwerken. Diese Informationen können weder verschwinden, was bei Internetseiten sehr oft der Fall ist, noch können sie nicht zugänglich sein. Sie sind permanent verfügbar, lokal gespeichert. Es eröffnen sich nun mehrere Wege wie die Exo-Welt in Erscheinung tritt. Ein Beispiel wurde bereits angesprochen. Das Surfen, oder Beschaffen von Informationen. Dieser Vorgang würde grundsätzlich abgesondert vom PIA stattfinden. Der PIA würde aber die Informationen aus diesem Vorgang auswerten, aber wiederum lokal speichern. Informationen die vom Nutzer gespeichert werden möchten, werden ebenfalls lokal gespeichert. In zwei Versionen, einmal die echte Quelle und zum anderen der Inhalt der in das System des PIA übertragen wird. Somit ist beispielsweise möglich das Internet-Inhalte die sich ändern vom PIA überprüft werden und neue oder aktualisierte Inhalte automatisch eingepflegt werden. Also der PIA ist in der Lage lokale Inhalte mit seiner externen Quelle zu vergleichen und bei Bedarf abzugleichen.


Ein zweiter Weg ist die Anfrage eines externen Systems oder PIA an den eigenen PIA, wie es beispielsweise von Ämtern oder anderen Nutzern geschehen könnte. In diesem Fall greift die Exo-Welt in meine interne Welt ein. Würde dies ohne Einschränkung geschehen würde ich alle Informationen auf dem PIA offenbaren. Das ist aber weder Sinn noch Ziel eines solchen Zugriffes. Diese Anfrage würde mehrere Schritt beanspruchen. Die Anfrage eines fremden PIA nach einer bestimmten Information. Sobald diese Anfrage eingegangen ist würde sich der eigene PIA von der Exo-Welt abschotten und seinem Nutzer die Anfrage anzeigen. Dieser kann nun entscheiden ob er der Anfrage nachgeht oder nicht. Er kann sie genauso auf normalem gewohntem Wege lösen. Der PIA könnte an dieser Stelle vielleicht anbieten die angeforderten Formulare oder Dokumente auszudrucken damit der Nutzer sie per Post versenden kann. Aber nehmen wir an der Nutzer stimmt der PIA-Übermittlung zu. Der PIA würde alle relevanten oder angeforderten Informationen sammeln und diese wiederum dem Nutzer anzeigen. Er müsste nun den Transfer der Daten genehmigen und der PIA würde an dieser Stelle wieder mit dem fremden PIA in der Exo-Welt Kontakt aufnehmen und die Daten übermitteln. Der ganze Vorgang würde also ausschliesslich in der Endo-Welt des PIA stattfinden und der Nutzer hat jegliche Kontrolle darüber welche Informationen er preisgibt und auf welche Weise. Eine nahezu zwingende Vorraussetzung für die Sicherheit eines PIA. Der Ablauf an sich wäre aber sehr einfach und vor allem schnell abzuwickeln. Eine Vereinfachung bisheriger Abläufe.


Eine dritte Möglichkeit ist das der Nutzer bewusst bestimmte Informationen zur Verfügung stellen will, sie publizieren möchte. Dann wird es ganz bewusst einen Teil der Inhalte seines PIA zusammenstellen und diese über den PIA publizieren lassen. Ähnlich als ob heute ein Nutzer gewisse Informationen auf eine Webseite transferiert und diese online stellt. Im Unterschied dazu könnten aber die PIAs verschiedener Personen noch gezielter Informationen austauschen. Inhalte würden nichtmehr in Diskussionsforen oder ähnlichen Gemeinschaften ausgetauscht und diskutiert werden, sondern direkt von PIA zu PIA. Nur der Austausch würde in der Exo-Welt stattfinden. Das speichern und auswerten der Ergebnisse wäre wiederum ein interner Ablauf. Der Nutzer hätte die Möglichkeit relative gezielt mit Nutzern und deren PIAs in Kontakt zu treten. Die PIAs könnten die Interessensprofile ihrer Nutzer vergleichen und Informationen austauschen. Eine neue Form der virtuellen Gemeinschaft und Gesellschaft könnte dadurch entstehen. Ob nun in einem privaten Umfeld zwischen zwei sich auch real bekannten Nutzer oder in einer rein virtuelle Gemeinschaft.


Als Ergebnis kann man sagen der der PIA ausschliesslich in der Endo-Welt agiert. Alles was aus der Exo-Welt stammt wird in die Endo-Welt übertragen oder Anfragen werden verifiziert. Hinter diesem ganzen System müsste natürlich auch eine regelnde und kontrollierende Instanz stehen. Die missbrauch von Daten verfolgt und zur Anzeige bringt. Streng genommen eine PIA-Daten-Polizei. Aber gerade staatlichen und institutionelle Einrichten müsste der Zugang zu privaten und kritischen Daten untersagt werden. Aber dabei sind wir nahe an aktuellen Diskussionen zu biometrischen Merkmalen im Reisepass oder staatlicher Kontrolle oder das Abhören von Telefonen und E-Mails. Der Staat müsste eine gesetzliche Umgebung schaffen, welche die Privatsphäre des Nutzers achtet aber auch Missbraucht und Vertösse ahndet.


Genauso müsste auch das System das die PIA herstellet, wartet und aktualisiert, ein Dienstleister. Diese Privatsphäre achten. Daten müssen sicher sein. Eine strenge Trennung zwischen Hardware und Software, bzw. Betriebssystem und eigenen Daten vorhanden sein. Aber eine Forderung die durchaus lösbar ist.


Der PIA wird ein digitaler Ordner mit unendlich erweiterbarer Speicherkapazität sein, der in meinem Regal stehen wird. Bei mir zuhause. Dieser Ordner wird mich kennen und für mich interessante zutage fördern. Er wird für mich Behördengänge und sonstige Vorgänge abwickeln. Aber immer ausgehend von seinem lokalen Ort, einem Ort der in meinem Wirkungs- und Machtbereich liegt. Er wird sammeln, speichern und organisieren. Er wird mir dienen und wie eine Sekretärin mich auf Termine und bestimmte Dinge hinweisen. Er wird vielleicht den Charme und die Qualität eines Butlers haben, der mir nicht nur dient und seine Aufgaben erfüllt, sondern auch etwas besonderes darstellt und ein wenig Luxus ist. Aber bei all dem wird mein PIA weder intelligent noch eigenverantwortlich sein. Sondern jegliche Entscheidung ob bewusst oder unbewusst wird bei mir liegen und jeder meiner Entscheidungen kann ich stets rückgängig machen.
Aber wie wird dieser PIA nun aussehen. Er muss ja mehr sein als eine Black-Box. Wie könnten Ansätze aussehen, wie seine visuelle Erscheinung aussieht. Wie er Daten präsentiert, Fragen stellt und Abläufe transparent macht.

 

3.7 Design des PIA


Wie wird dieser PIA nun aussehen? Welche visuelle Erscheinungsform kann den bisher technisch und didaktisch betrachteten PIA repräsentieren. Oder besser wie könnte der PIA aussehen?


Grundsätzliche Frage beim Design eines Produktes und gerade bei digitalen Produkten ist die Frage in wie weit ein Interface vom Nutzer adaptierbar sein darf oder muss. Sprich der Nutzer seine eigenen Wünsche an Farben, Aussehen und Erscheinungsbild einbringen kann oder darf. Designer kommen zumeist sehr schnell an den Punkt dem Nutzer das Aussehen und die Erscheinung eines digitalen Produkt vorschreiben zu wollen und oft mit gutem Grund. Den Nutzer handeln in ihrer Freiheit ein Interface auf ihre Vorstellungen und Wünsche zu adaptieren oft wider jeder Design-Theorie und Wahrnehmungsregeln. Doch gerade in einem System das personalisiert ist, darf das Interface kein statische Komponente darstellen. Es gilt aber zu klären wo ein Eingriff durch den Nutzer sinnvoll, an welchem Punkt er nicht sinnvoll ist.


Einen Beitrag dazu leisten heute so genannte Skins. Grafische Pakete von Interface-Komponenten die auf eine Software angewendet werden können und somit die Oberfläche individuell verändern. Auch ein PIA sollte über solche Skins verfügen. Den Benutzer die Möglichkeit einräumen eigene Skins zu gestalten und diese anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Aber der grundsätzliche Aufbau sollte statisch definiert werden. Zumindest innerhalb gewisser Grenzen. Auch darf der PIA sich durchaus die Freiheit nehmen, die Meinung des Designers gegenüber seinem Nutzer zu vertreten und ihn beispielsweise darauf hinweisen, dass hellgraue Schrift auf weissen Hintergrund vielleicht nicht die ideale Farbkombination darstellt um Text am Bildschirm zu lesen.


Also Basis eines Gestaltungsentwurfes dient das in Kapitel 2.8 gezeigt Matrix-Design das mit dem Dringenberg-Medienmodell entwickelt wurde. Dieses Interface orientiert sich an der Neuer-Matrix, also dem Ziffernblock der Tastatur, der Handy-Tastatur oder dem Zahlensystem von Null bis Neun. Das Interface besteht also aus neun bzw. zehn Feldern, deren eigentlich Funktion offen ist oder vom Nutzer definiert werden kann. Es kann sogar so weit gehen das sich die Funktion der Felder den momentanen Bedürfnissen anpasst. Wir kennen bereits ein Matrix-Modell aus Kapitel 2.1.5, wo diese Matrix eine inhaltliche Struktur repräsentiert und sogar in die dritte Dimension ausgedehnt werden kann. Also mehrere Matrix hintereinander geschichtet werden können um eine höhere Informationsdichte zu erreichen. Hier handelt es sich jetzt um eine visuelle Matrix, die aber ebenso eine inhaltliche Matrix repräsentieren kann.


Die Einzelnen Felder der visuellen Matrix können als frei belegt werden. Aber im Zentrum der Matrix (Ziffer 5) wird sich immer ein Texteditor befinden. Den Text wird die zentrale Informationsquelle des PIA darstellen. Somit ist auch im Zentrum der visuellen Matrix ein Programm integriert das Text ver- und bearbeiten kann. Ob der Text nun vom Nutzer geschrieben wird oder aus anderen Quellen in dieses Editor eingefügt wird ist ein einem ersten Schritt unerheblich. Doch im zweiten Schritt könnte nun der PIA in den umliegende Felder Optionen und Möglichkeiten der Weiterverarbetung des Textes anbieten.
Nehmen wir an es handelt sich um einen von Nutzer erzeugten Text. Je nach Nutzergewohnheiten würde der PIA verschiedene Möglichkeiten anbieten. Beispielweise, die Speicherung oder Kategorisierung des Textes, Verknüpfungsmöglichkeiten oder eine Liste von ähnlichen Texten, das Versenden des Textes per E-Mail oder das zuordnen von Bildern zu dem Text und viele weitere Optionen. Ein aus dem Internet übertragener Text könnte in den umliegenden Feldern die Optionen anbieten das Original anzuzeigen, Verweise und Links der Seite anzuzeigen, weitere ähnliche Internetseiten oder Inhalte anzeigen usw.


Die Umgebende Felder werden also entweder nach dem momentan bearbeiteten Inhalt mit Funktionen gefüllt oder nach Anweisung des Nutzers. Die visuelle Matrix ist als nur ein grundsätzliches Interface, das mit jeglichen Inhalten, Funktionen oder sogar eigenen Programmen gefüllt werden kann. Im Zentrum steht aber stets der Texteditor.


Eine weitere zentrale Funktion der visuellen Matrix ist der Ablaufplan. Eine Liste (rechts angeordnet) die alle bisherigen Schritte protokoliert und zu einem Arbeitsgang zusammenfasst. Dabei kann jeder Schritt erneut aufgerufen und verändert werden. Der dort protokolierte Arbeitsablauf ist so lange nicht abgeschlossen bis der Nutzer den aktiven Befehl gibt den Prozess jetzt zu vollziehen. Der Ablaufplan kann auch Aktionen erzeugen wie sie in Kapitel 3.4 angesprochen wurden. Die visuelle Matrix enthebt sich also dem uns bekannten Verhalten einzelnen Schritte eines Ablaufes an verschiedenen Punktes des Betriebsystems oder in verschiedenen Programmen auszuführen, sonder vereint jegliche Funktionen und Optionen des PIA in einem variablen Interface.

Dem schriftlichen Ausführungen über der Aussehen und Design des PIA werden nun konkrete Beispiele folgen. Es werden grundsätzliche Design-Ansätze gezeigt werden und anhand von Szenarien verschiedene Verhaltensweisen des PIA untersucht.


-> Verweis aud die CD-ROM.

 

 

Fussnoten:
1) Vgl. Schmidt, Siegfried J., Zurstiege, Guido, Kommunikationswissenschaft, Hamburg 2000, Seite 201
2) Schmidt, Siegfried J., Zurstiege, Guido, Kommunikationswissenschaft, Hamburg 2000, Seite 201/202
3) Schmidt, Siegfried J., Zurstiege, Guido, Kommunikationswissenschaft, Hamburg 2000, Seite 202
4) Ingerl, Andreas, Städte aus Bits, 1997, http://www.no-norm.de/artikel/19970421_staedte_aus_bits.htm
5) 13) Hohmann, Sandra, Mensch - Maschine - Interface, Dissertation Universität Duisburg-Essen, 2002, Seite 129
6) Becker, Markus, Spiegel-Online, Chip im Hirn, 14.10.2004, www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,295197,00.html
7) vgl. Becker, Markus, Chip im Gehirn, www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,295197,00.html

 
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