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Welche Dinge braucht der Mensch?
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| Gemeinsam nutzen statt einzeln verbrauchen
Zweifellos besitzen wir alle irgendwelche Gegenstände, sei es nun ein Auto, ein Computer oder einen Stuhl. Besser für uns wäre natürlich noch wenn wir auch noch der Eigentümer des jeweiligen Gegenstandes wären. Wenn wir aber alle Dinge einzeln besitzen und somit auch nutzen bedeutet das einen sehr unverantwortlichen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde. Gemeinsames Nutzen einzelner Güter bedeutet Ressourcenschonung und somit natürlich auch Abfallvermeidung bei unveränderter Güternutzung und "Wohlstand?". Gemeinsames Nutzen kann heißen miteinander nutzen - Bestes und bewährtestes Beispiel sind die öffentlichen Verkehrsmittel - nacheinander nutzen - beispielsweise Langzeitgüter wie Musikinstrumente, Möbel oder Wohnungen - oder auch intensiver nutzen - Waschmaschine im Waschsalon anstatt Zuhause. Gemeinsames Nutzen erlaubt einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur - In sämtlicher Literatur wird noch angeführt ohne Wohlstandsverlust der Nutzer, diese These will ich nicht eins zu eins übernehmen - Im Mittelalter war Privateigentum auf einige persönliche Dinge beschränkt, Knappheit führte und führt zu Wieder- und Weiterverwendung.(Beispiel aus der Neuzeit wäre vielleicht auch Cuba oder bei uns die DDR). Erst die Konsumgesellschaft Mitte des 20. Jahrhunderts stellt den Besitz vor den Nutzen. Billige Rohstoffe und große Produktionskapazitäten waren die Voraussetzung für die Wegwerfgesellschaft, aber genau das führt jetzt zu Abfallawinen und der herrschenden Umweltverschmutzung. Dies hatte zwar die Entstehung eines neuen Wirtschaftszweiges, der Altlastensanierung (Recycling) zur Folge, aber auch den Verlust einiger durch Technik nicht wieder ersetzbarer Lebewesen, Pflanzen, Rohstoffe. |
| Konzepte, Ideen Ein Ding, (das besonders in Deutschland das wichtigste auf der Welt zu sein scheint), bietet einige Möglichkeiten zum Verantwortungsvollem Umgang - das Auto. Das einfachste ansich wäre, überhaupt kein Auto zu haben, vorallem in Großstädten wie Berlin fällt die Rechtfertigung ein eigenes Auto zu haben sehr schwer. Zudem würde man sich den ganzen Ärger mit dem TÜV, der Polizei, der Werkstatt und dem Alkohol ersparen (vom Geld mal ganz abgesehen). Selbst wenn man ein Jahr extrem viel Taxi führe würde man ca 50% der Kosten sparen (ohne Anschaffungspreis). Nun, wenn man unbedingt ein Auto braucht, oder Denkt es zu brauchen (an dieser Stelle will ich mich gar nicht ausnehmen) so gibt es auch hierfür einige umweltverträglichere Ansätze. Der einfachste wäre wohl das Car-Sharing, zwei oder drei Leute kaufen sich gemeinsam ein Auto und benutzen dieses gemeinsam nach Plan (Stundenweise, Wochenweise). Mercedes-Benz erarbeitete ein System, bei dem man statt eines Mercedes einen Schlüssel zur Nutzung eines Mercedes kaufen würde. Also eine Chipkarte über den die Standortfindung eines Wagens, dessen Aktivierung und die Abbuchung der Kosten geregelt würde. Konkret wurde das sehr einfach funktionieren: Ich will von A nach B, bestelle mir an den Bahnhof einen Daimler benutze meine Karte als Schlüssel, fahre nach B und lasse Ihn dort stehen. Wenn erforderlich wechsle ich in AB noch das Auto. in B könnte dann der nächste den Mercedes nutzen. Voraussetzung wäre lediglich das denken in vernetzten Systemen. Einfacher sind natürlich der herkömmliche Mietwagen, Car Sharing oder Fahrgemeinschaften. Auch ein Beispiel zum besseren, resourcenschonendem Nutzen böte die Waschmaschine. 12% des Gesammtwasserverbrauchs in Deutschland geht auf das Konto der Waschmaschine. Zudem werden die Waschmaschinen selbst in größeren Haushalten maximal 10 Stunden genutzt (Pro Woche) das heißt, sie steht 158 Stunden unnütz im weg. Da wäre erstens die Möglichkeit in Wohnhäusern, wie es teilweise schon gemacht wurde oder wird eine Waschküche einzurichten, in der man dann eine Langzeitwaschmaschinen Installieren könnte, die um das 10 fache effizienter sind als Haushaltswaschmaschinen. Müsste man nur einen Raum finden, der anders als bisher ein feuchtes Kellerloch wäre. Eine zweite Möglichkeit (vielfach besungen und schon verfilmt) wäre der hausexterne Waschsalon. Wobei wenn wir ehrlich sind die bestehenden Waschsalons wenig des so gerühmten kommunikativen Elements haben. Weitere Beispiele für gemeinsames Nutzen werden sowieso schon unpathetisch praktiziert, wie zum Beispiel die gemeinsame Nutzung von Videogeräten, Fotoapparaten, Kleidung, Fahrrädern und selbstverständlich auch Sportgerätschaften (meine Frau und ich haben ein gemeinsames Paar Rollschuhe). |
| Kehrseite Das alles ist natürlich logisch, richtig und verantwortlich gedacht und gehandelt. Problem ist nur der Rückgang der Produktion und der daraus folgernde Verlust von Arbeitsplätzen. All die freie Kapazität an Arbeitskräften kann meiner Ansicht nach nicht eins zu eins in den Dienstleistungssektor übernommen werden, welcher durch eine Forcierung dieser Bemühungen zweifellos Arbeitskräfte benötigen würde. Aber das ist ein typisches Problem unserer Zeit und dafür habe ich keine Modelle auf lager. |
| Was bedeutet "gemeinsam nutzen statt
einzeln verbrauchen" für den Designer? Gemeinsames Nutzen, verbunden mit einer längeren Nutzung bestehender Güter ist die am meisten Erfolg versprechende Strategie im Übergang zu einem nachhaltigen Wirtschaften; durch Fertigung von Langzeitgütern und durch Dienstleistungen zur Nutzungsdauer- Verlängerung und -Intensivierung von Gütern kann diese Strategie Abfälle und Umweltbelastungen in vielen Fällen vermeiden oder vermindern. (Prof. Eugen Gomringer). Das steht natürlich genau im Gegensatz zu Strategien einzelner Konzerne die nutzungsdauer einiger Produkte zu verkürzen (Beispiel Glühbirne). Formen des kurz- und langfristigen Vermietens von Gütern statt des Verkaufs, machen Nutzergemeinschaften auch für Produzenten interessant. dies bedingt die Betonung einer einfachen Wartung. einer Nutzungsflexibilität und einer Anpaßbarkeit an den technischen Fortschritt (die eierlegende Wollmilchsau?). Die Strategie stellt den Nutzen vor Eigentum. Diese Konzepte bedürften aber, wie alle guten Ideen auch, ein grundlegendes umdenken in der Gesellschaft. Und das ist bekanntlich eher selten der Fall. |
| Buchkritik Bei all diesen Konzepten und in den Büchern zum Thema ist klar zu erkennen, das all diese konzepte und Ideen von Leuten ersonnen wurden, die bereits alles haben, oder sich alles leisten könnten. Und somit den Wunsch nach Eigentum und Besitz nicht mehr haben. Wenn Herr Erlhoff erzählt, das er das Haus am Comer See nicht kaufen braucht, weil ein Freund es hat, und er es jederzeit nutzen könne so ist das mehr als arrogant den 92% der Bevölkerung in Deutschland gegenüber die weniger als 3500.- DM verdienen, keinen freund am Comer See haben und sich selbst das Auto eigentlich nicht leisten könnten. Wenn ein man solche innovativen Konzepte vorstellt die zweifellos Hand und Fuß haben sollte er doch auf seine Anekdoten verzichten. Denn die bereits alles besitzen machen nur ca. 8% der Gesellschaft und damit der Umweltverschmutzer aus. Sie besitzen aber die Mittel und die Macht, inovationen durchzusetzen, die sich die restlichen auch leisten können. |
| Eigenkritik Ich muß an dieser Stelle auch zugeben, das ich viele Dinge auch selber besitze und auch deren Eigentümer bin, die ich nur einmal gebraucht habe und die nun nur rumstehen (z.B Bücher, Platten, Anzüge, Roller). Aber seltsamerweise frustriert mich der Besitz nicht, und bürgt mir auch keine zusätzlichen kosten, lasten oder Pflichten auf. |
Ökologie und Konsum."Ex und Hopp" Mit dem Slogan "Ex und Hopp" wurde seinerzeit es ist noch gar nicht so lange her die Einwegflasche begrüsst und beworben. Ein heiteres Wort, auf das Vergnügen an der pulsierenden Unruhe des neuen fortschrittlichen Lebens. Die Eile des Fortschritts schuf die Kurzlebigkeit eines Gegenstandes, die als Ausweis für seine Zweckmässigkeit stand. Dem gegenüber steht die Dauerhaftigkeit. Dauerhaftigkeit verschwendet keine Rohstoffe und keine Energie. Die aufgewendeten Ressourcen bleiben dann noch rational, wenn aus dem Verhältniss zwischen Nutzen und Herstellung eine hohe Dauerhaftigkeit resultiert. |
| Verbraucher Im Grunde betrachtet ist "Verbraucher" ein äusserst negatives Wort. Dieser Begriff hat sich also Symbol für den am Gemeinschaftsleben teilnehmenden Menschen in unseren Sprachgebrauch eingenistet. Arglos verwenden wir das Wort "Verbraucher" ohne dabei zu bemerken das in diesem Wort eine zerstörerische Rücksichtslosigkeit mitschwingt. Zitat Welche Dinge braucht der Mensch?: "Möchte man einem Verbraucher wohl begegnen, muss man nicht Furcht haben, dass er einen verbraucht oder etwas wegnimmt, was er verbrauchen kann?" Es sollen in den Begriff "Verbraucher" keine unzeitgemässen Empfindsamkeiten hineininterpretiert werden, aber das Verbrauchen ist zum Lebensinhalt geworden und als unentbehrliches Antriebsmittel unseres modernen Lebens anerkannt. |
| Plastik Wenn wir unsere Epoche bezeichnen müssten, so wie es früher Begriffe gab, wie "Steinzeit" oder "Bronzezeit", so müsste wir unsere Zeit als KunststoffzeitÅ bezeichnen. Vieles was man ge- oder verbrauchen kann besitzt eine enge Verbindung mit Kunststoff. Telefone, Schnuller, Verpackungen, Computer, ja sogar Autos werden aus Kunststoff gefertigt. Trotzdem besitzt Kunststoff eine erstaunliche Dauerhaftigkeit, obwohl die Assoziation zu kurzlebigen Dingen nahe liegt. Selbst der Joghurtbecher erhält nach kurzem Gebrauch eine Dauerhaftigkeit, durch seinen Beitrag zur Aufblähung des Müllbergs. So entsteht durch die Qualität des verwendeten Materials ein Nachteil der dem Verbrauchsgegenstand anhaftet. Das Objekt wird hinfällig, in Bezug auf seine Gestalt und Zweck, ist aber Dauerhaft was seine Materialität anbelangt. Was sich zeigt ist, dass die heutigen Umweltprobleme zu einem nicht unerheblichen Teil durch die industrielle Produktion von Gütern, ihrem weltweiten Handel und auch ihre Nutzung und daraus resultierenden Entsorgungsschwierigkeiten verursacht werden. Dazu Orio Giarini (Club-of-Rome-Ökonom): "Das Produktionssystem der Industriegesellschaft ist im wesentlichen Teil ein Prozess der Transformation von Rohstoffen zu Müll." |
| Wege eines Joghurts Wer würde beim Genuss eines Fruchtjoghurts eines stuttgarter Molkereibetriebes ahnen, das für diesen Joghurt LKWs durch ganz Mitteleuropa fahren. Die Erdbeeren stammen aus Polen, die Bakterienkultur aus Schleswig-Holstein, die Plastikbecher aus Bayern, und die Aludeckel aus dem Rheinland. (Studie von Stefanie Böge) |
| Ressourcenproduktivität Hier eröffnen sich uns nun ein weitere Aspekte, die beim Verbrach von Gütern zu beachten sind: Die Ökologie und Ressourcenproduktivität. Es bestehen zwei Arten von Strategien um den Ressourcenverbrauch senken zu können: a) die Verlängerung der Nutzungsdauer von Gütern b) die Erhöhung der Nutzungsintensivität Die Verlängerung der Nutzungdauer umfasst grundlegend den Begriff "Langlebigkeit". Dazu gehören Wartungsfreiheit von Gütern, Strategien zur Instandhaltung und nicht zuletzt die Wiederverwertung. Nutzungsdauerverlängerung heisst Abfallvermeidung, nicht nur in der Nutzungsphase der Güter sondern auch in Bezug auf Fertigung, Vertrieb und Recycling. Die Erhöhung der Nutzungsintensivität kann sowohl technische Strategien umfassen (multifunktionale Güter), alsauch Unternehmensstrategien (Vermietung statt Verkauf), oder letztlich den Verkauf von Resultaten statt Gütern (Wäscherei statt Waschmaschine). |
| Innovation und Ökologie Die Wandlung zu dieser Sichtweise, könnte also der Schlüssel zum Umbau der Wirtschaft sein. Durch eine Umorientierung von einer Fertigungsoptimierung zu einer Nutzungsoptimierung hätte folgende Vorraussetzung: (Die Liste ist weder vollständig noch in fernen Zukunft technisch umsetzbar) _anpassbares Systemdesign: späteres technologisches Aufrüsten von Gütern. _ "Vermeidungsengineering": Güter die mit möglichst wenig Wartung, ewig sicher funktionieren. _ Risiko-Management auf Systemebene: (z.B. Erfindung des Leuchtturms statt Verbesserung der Schiffe). _ fehlertolerantes Systemdesign: System warnt vor Fehlern, gewährleistet aber einen Minimalbetrieb. _ Systemdesign mit Selbstschutz: Güter schützen sich selbst vor Missbrauch. _ technische Komponentenform nach Funktionen: Standartisierung von Komponenten für eine intensivere Gebrauchtkomponentennutzung. _ selbstheilende Komponenten: (z.B. Tribologie), bedeutet eine Überwachung des qualitativen Ist-Zustands von Komponenten. Seither ist gibt es eine Garantievorstellung bei Neugütern von 6 -24 Monaten, nicht aber die Qualitätsgarantie über die gesamte Nutzungsdauer der Güter. Diese Aspekte würden die Produktgestaltung grundlegend, innovativ und ökologisch verändern. |
| Institut de la Durée Mit dem Aspekt der Dauerhaftigkeit und der ökologischen Auswirkungen beschäftigt sich das Institut de la Durée. Dauerhaftigkeit wird dort so definiert: "Das Ziel ist ein möglichst geringer Einsatz von Rohstoffen und Energie bei möglichst hohem Nutzen während möglichst langer Zeit." Es wird hier eine Beziehung hergestellt zwischen Nutzen und Zeit, unter Berücksichtigung der "Energiequote". Es kann sich zum Beispiel herausstellen, das ein kurzlebiger Gegenstand, durch seinen minimalen Aufwand mit hohem Nutzen, eine bessere Alternative ist, als ein Gegenstand, der eine hohe Lebensdauer besitzt, aber durch Pflege und Reparatur, einen hohen Aufwand verlangt. Bespiel Taschentuch: Papiertaschentuch: einmalige Nutzung, Zellstoff, Distribution. Stofftaschentuch: mehrmalige Nutzung, weben, nähen, waschen, bügeln, Distribution. Aufgabe des Institut de la Durée ist es herauszufinden, welche der beiden angebotenen Alternativen, die beste Alternative zwischen Energiequote und Lebensdauer anbietet . |
| Verbraucher und Wissen Wie es scheint beschäftigt sich der Verbraucher zu wenig mit seinen Verbrauchsgegenständen, oder er ist sich einfach nicht bewusst welche Energiequote und welche Lebensdauer ein Produkt hat das er verbraucht. Er verbraucht es, ohne aber eine Relation zwischen Lebensdauer und Aufwand der Produktion hergestellt zu haben. Es gilt also abzuwägen welcher Wert, unter Betrachtung aller Parameter, unter dem Strich herauskommt. Es kann Güter geben, deren kurze Lebensdauer ihren Einsatz rechtfertigt, da ein anderes Objekt mit langer Lebensdauer aber unmöglich verwehrtbarer Sondermüll währe (Glühbirne und Energiesparbirne). |
| Dagegen Gegen diese Ansätze sprechen aber wiederum einige Faktoren. Zum einen währe da die Ökonomie. Ein Betrieb kann nur leben, wenn er Dinge verkauft, und wenner Dinge verkauft die ewig halten (Bsp. VW-Keramikauspuff). Zum anderen bestimmt die Mode einen schneller Wechsel von Gütern. Und zum Dritten gibt es einfach Dinge die einer technologischen Entwicklung unterworfen sind (z.B. Computer), wodurch eine lange Nutzung einen Verzicht auf Verbesserung bedeuten würde. |
| Verzicht. Es wird deutlich, das das Ziel der Dauerhaftigkeit der Erde nur durch Beschränkung ihrer Nutzung näherkommt. Diese Ziel wird nicht nur durch reparaturfreundliche Geräte, oder das Verarbeiten von Computerpapier zu Wellpappe, oder das Umwandeln von Joghurtbecher in Parkbänke. Es hilft nichts nur Module in einem komplexen System auszutauschen. Für die Dauerhaftigkeit der Erde gibt es nur die Gewähr des Verzichts. © Copyright 2002 | Andreas Ingerl |
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